Antrag Thema in der Ratssitzung 

Neuer Vorstoß der Grünen für einen Waldkindergarten

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Viel Spaß haben diese Kinder im Waldkindergarten in Schwarme (Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen). 

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die Fraktion der Grünen im Stuhrer Gemeinderat unternimmt einen neuen Anlauf in Sachen Waldkindergarten. Mit einem entsprechenden Antrag beschäftigen sich die Politiker heute Abend im Ratssaal. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 18.30 Uhr.

Den Grünen geht es um eine Vielfalt des Betreuungsangebots, so wie es sie bereits in den Nachbarkommunen Weyhe, Syke und Bassum gibt. „Das macht eine Gemeinde attraktiv“, sagt Fraktionschefin Kristine Helmerichs.

Im Waldkindergarten hätten die Kinder Gelegenheit zu besonderen und neuen Erfahrungen in der Natur, begründen die Grünen ihr Anliegen in dem Schreiben an Bürgermeister Niels Thomsen vom 11. Januar. „Der jahreszeitliche Rhythmus, die Abläufe im Naturkreislauf sowie die verschiedenen Witterungsverhältnisse werden unmittelbar von den Kindern erlebt. (...) Sie lernen Pflanzen und Tiernamen, erleben, wie Neues entsteht.“ Bewegungsmöglichkeiten wie laufen, klettern, springen und rollen würden den Sprösslingen Sicherheit geben und ihr Körpergefühl stärken.

Nach Auskunft von Kristine Helmerichs ist der Bedarf für eine solche Einrichtung da: „Es gibt Eltern aus Fahrenhorst, die haben bereits in Bassum nachgefragt.“ Schon dem ersten Antrag vor knapp zwei Jahren waren laut Kristine Helmerichs Anfragen von Stuhrer Erziehungsberechtigten vorangegangen. „Das Problem ist, dass die Eltern nicht öffentlich gehört werden. Es gibt die AG Kindergarten, die nicht öffentlich ist. Und danach kommt nichts mehr.“

Elternumfrage ins Gespräch gebracht

Die FDP würde vorab gerne per Elternumfrage klären, welcher Bedarf besteht. „Diese Umfrage soll schnellstmöglich über die Medien und die Internetpräsenz der Gemeinde Stuhr erfolgen“, heißt es in dem Antrag der Fraktion vom 24. Januar.

Den ersten Vorstoß der Grünen hatte der Rat im Dezember 2015 bei 26 Gegenstimmen ausgebremst. Daraufhin kündigte Helmerichs an, den Antrag wieder hervorzuholen. Das ist nun geschehen. „Unser Anliegen ist immer noch richtig. Wir werden nicht aufhören, das zu beantragen, nur weil andere das nicht wollen.“

An den Kosten dürfte das Vorhaben nicht scheitern, findet die Grünen-Chefin. „Alle Gemeinden, die einen Waldkiga haben, sagen, dass er nur minimal teurer sei als eine normale Betreuung, wenn überhaupt. Und sie sind ärmer als Stuhr.“ Für den Betrieb einer solchen Einrichtung hatte die Verwaltung 2015 jährliche Kosten von rund 118.000 Euro ermittelt, das sind 522 Euro jährlich pro Kind. Der aktuellen Beschlussvorlage liegt keine Berechnung bei.

Heiligenrode als möglicher Standort

Als Rahmenbedingungen für die Erteilung einer Betriebserlaubnis sind unter anderem eine Gruppenstärke von maximal 15 Kindern, eine sozialpädagogische Fachkraft als Leiterin, eine zweite Fachkraft, eine Betreuungszeit von höchstens 20 Stunden pro Woche zuzüglich einer täglichen Sonderöffnungszeit von einer Stunde, ein beheizter Raum wie Bauwagen oder Schutzhütte sowie ein Waldareal mit schriftlicher Nutzungserlaubnis durch den Besitzer und/oder die Forstverwaltung. Kristine Helmerichs denkt an den Standort Heiligenrode, weil der Wald dort großteils in Gemeindebesitz sei. Zudem liege der Ortsteil in der Mitte Stuhrs.

Den Zeitpunkt ihres Antrags halten die Grünen aus zweierlei Gründen für günstig. Zum einen habe die Bereitschaft der Politik, die im Bau befindliche Kita in Neukrug in die Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes zu geben, Mut gemacht. Auch das war auf Antrag der Grünen geschehen. Zum anderen seien vor dem Hintergrund der geplanten Beitragsfreiheit für alle drei Kindergartenjahre Ausweichplätze gut. „Kindermangel wird dann sicher nicht herrschen.“

„Ich glaube, wir haben diesmal eine Chance auf eine Mehrheit“, glaubt Kristine Helmerichs. Und wenn nicht? „Dann kommt der Antrag in einem Jahr wieder auf den Tisch.“

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