Flüchtlingsnetz-Helfer werkeln in Räumen an der Bremer Straße

Neuer Treffpunkt „B5“ nimmt Form an

Packen fleißig mit an, damit an der Bremer Straße ein interkultureller Treffpunkt entsteht: (v.l.) Mahamd Wakkas, Nazir Kahlifa, André Becker, Rasheed Ahmad und Basal Raschid. - Foto: Ehlers

Brinkum - Von Katharina Schmidt. Aktive des Flüchtlingsnetzes Stuhr richten an der Bremer Straße 5 in Brinkum seit Anfang des Monats einen neuen Treffpunkt ein. Ein Blick in die Räume zeigt, dass es noch viel zu tun gibt. Umzugskartons stapeln sich, Möbel stehen kreuz und quer, an manchen Wänden ist der blanke Putz zu sehen.

Trotzdem fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass dort bald ein Ort der Begegnung sein wird – dafür sorgt eine Gruppe junger Männer. Die Flüchtlinge stehen um einen Kicker, erholen sich von den Renovierungsarbeiten, lachen und füllen das kahle Erdgeschoss schon jetzt mit Leben.

Wo jetzt noch eine Baustelle ist, soll laut der Netzwerkkoordinatorin Ute Sydow eine Begegnungsstätte für alle Menschen und Kulturen entstehen. Der Name dafür stehe bereits fest: „Treffpunkt B5“, kurz für Bremer Straße 5.

Die Eröffnung ist für den 1. April geplant. Jeder sei dann willkommen, die Räume in Augenschein zu nehmen und ausländische Leckereien zu kosten, lädt Sydow ein.

Damit bis zur Auftaktveranstaltung alles fertig gestrichen, montiert und eingerichtet ist, packen Helfer derzeit kräftig an. Unter ihnen ist Rasheed Ahmad. Der Syrer ist zuversichtlich, dass er und seine Kollegen alles rechtzeitig schaffen. „Wir haben eine Gruppe bei WhatsApp“, erzählt er. In dieser könne sich André Becker, Koordinator der Handwerksarbeiten, melden, wenn er Hilfe brauche. „Und dann helfen wir.“ Ute Sydow bestätigt die Hilfsbereitschaft vieler Flüchtlinge. „Es ist wirklich so, dass sie gerne etwas zurückgeben.“

Eigentlich wollten die Akteure des Flüchtlingsnetzwerkes schon im Januar in dem Gebäude werkeln. Allerdings gab es Sydow zufolge Verzögerungen, weil ein Durchbruch gemacht und Leitungen verlegt werden mussten.

Jetzt steht den Planungen nichts mehr im Weg. Auf 156 Quadratmetern soll im „B5“ unter anderem ein offener Bereich entstehen, wo sich Menschen treffen und zusammen Zeit verbringen können – zum Beispiel im Rahmen eines Cafés der Begegnung. Das Geschoss bietet zudem Platz für eine Küche, einen Schulungsraum und ein Büro. In Letzterem könnten ehrenamtliche Helfer Flüchtlingen zum Beispiel bei Papierkram mit den Behörden helfen.

An der Bremer Straße kommt künftig auch das Büffelstübchen unter. Dabei handelt es sich um eine Lernwerkstatt für Kinder und Erwachsene. Die Belegung der Räume wird laut Sydow so koordiniert, dass sich niemand in die Quere kommt. Lernen sei auch bei den Flüchtlingen ein großes Thema, sagt sie. Vor allem das Lernen der deutschen Sprache. So sollen auch Sprachkurse das Programm im neuen Quartier prägen.

Direkt angrenzend an die Räume an der Bremer Straße gibt es reichlich Lagerfläche, wo das Flüchtlingsnetz zum Beispiel Möbel unterbringen kann. Der Platz reicht darüber hinaus, um eine Fahrradwerkstatt einzurichten. In diesem Zusammenhang berichtet Sydow, dass dringend Fahrräder für Jugendliche benötigt würden, und bittet um Spenden. Auch Helme seien Mangelware.

Aus zweiter Hand ist auch die Einrichtung des neuen Treffpunktes. Denn es ist laut Sydow absehbar, dass er nur zwei, höchstens drei Jahre lang bestehen bleiben wird. Wenn die Neugestaltung der Brinkumer Ortsmitte anstehe, werde „B5“ wieder weichen müssen. Eigentümer der Immobilie ist die Gemeinde Stuhr. Sie vermietet die Räume kostenlos an Ute Sydow und somit an das Flüchtlingsnetz.

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