Beirat lädt zu Podiumsdiskussion und Workshop ein

Neuer Anlauf in Sachen Wohnprojekt für Senioren

Dagmar Bischof, Vorsitzende des Seniorenbeirats, zieht eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. - Archivfoto: Husmann

Stuhr - Von Andreas Hapke. Podiumsdiskussion, Informationsveranstaltungen, Anträge an die Gemeinde, Sprechstunden – der Seniorenbeirat ist auch künftig auf vielen Feldern unterwegs, um sich für die Belange der Generation 60+ einzusetzen. Ein Jahr nach der Neuwahl des Gremiums haben die Vorsitzende Dagmar Bischof und Beisitzer Hans Lüders nicht nur Bilanz gezogen, sondern vor allem einen Ausblick auf weitere Vorhaben gegeben.

Einen neuen Anlauf zum Beispiel unternimmt der Beirat in Sachen generationsübergreifendes Wohnen. „Gemeinsam leben“ heißt das Thema der diesjährigen Podiumsdiskussion am 4. August um 18 Uhr im Rathaus einlädt. „Es gibt ein Leben zwischen dem 60. Lebensjahr und dem Heim“, sagt Bischof. Viele Senioren wollten zwar in ihren eigenen vier Wänden wohnen, aber nicht auf Gesellschaft verzichten.“ Bischof & Co. stellen sich ein Areal mit Wohngebäuden und einem Gemeinschaftshaus vor. In letzterem könnten sich die Senioren untereinander treffen oder ihre Familienfeste feiern. Voraussetzungen für das Projekt laut Lüders: Es darf nicht in Randlage entstehen, sondern im Dorf, in der Nähe zu Ärzten und dem öffentlichen Personennahverkehr. Car Sharing könne ebenfalls zur Mobilität beitragen, meint Bischof.

Mit Car Sharing und Gemeinschaftshaus

Nach Auskunft der Beiratsspitze ist ein solches Unterfangen bislang an der Verfügbarkeit von Flächen gescheitert. „Den Bürgermeister haben wir auf unserer Seite, aber über eine Nutzungsplanänderung muss gegebenenfalls die Politik befinden.“

Über mögliche Projekte sowie deren Finanzierung und Bewirtschaftung informiert Ulrich Steinmeyer die Besucher der Podiumsdiskussion. Er saß im Vorstand der Wohngenossenschaft „Aller Wohnen“, die in Verden und Umgebung Formen des generationsübergreifenden Wohnens umgesetzt hat, und ist Kuratoriumsmitglied der Stiftung Trias, die sich bundesweit für Wohnprojekte einsetzt. „Wir haben uns selbst schon mehrere Vorhaben angesehen“, sagt Bischof, die am 10. September mit einem ganztägigen Workshop im Haus Lohmann nachlegen möchte.

Bewährt hat sich laut Lüders die Verteilung der Sprechstunden auf alle Ortsteile, weshalb das Gremium auch künftig so verfahren möchte. Nur noch am ersten Dienstag eines Monats informiert es im Rathaus, zu weiteren Beratungen laden die jeweiligen Ortsteilvertreter ein – ein Angebot für Bürger, die wegen körperlicher Gebrechen oder fehlender Transportmittel nicht mobil sind. Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Anträge auf Schwerbehinderten- ausweise zählen laut Bischof zu den Dauerbrennern dieser Sprechstunden.

Für seine im Oktober geplante Info-Veranstaltung schwankt der Beirat noch zwischen „Versteuerung von Renten“ und „Verbraucherschutz – Verbraucherrechte“. Diese Angebote sind laut Vorstand sehr gut nachgefragt. Beim Thema „Erben und Vererben“ etwa sei es so voll gewesen, dass einige Besucher wieder gehen mussten.

Anträge haben die Senioren jetzt für das Aufstellen von Mitfahrerbänken in den Ortsteilen (wir berichteten) und für die Nummerierung von Parkbänken eingereicht – letzteres, um Senioren im Fall eines Notrufs besser auffinden zu können. Für die Verlegung des Computertreffs vom Mehrgenerationenhaus ins Haus Lohmann aus Platzgründen liegt der Gemeinde als Eigentümerin der Immobilie eine mündliche Anfrage vor.

Über den Landesseniorenrat unterstützen die Stuhrer den Antrag auf „Abschaffung der Altersbegrenzung von Schöffen“. „Wenn jemand mit über 70 noch fit ist, warum soll er sein Wissen und seine Erfahrung nicht als Schöffe einbringen?“, fragt Bischof. Sie ist Kassenprüferin des Gremiums und sitzt außerdem für Stuhr im Kreisseniorenbeirat.

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