Neue Gruppe im MGH Fahrenhorst / Einstieg schon morgen möglich

Frauen stricken und häkeln Warmes für Flüchtlinge

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Da liegen noch einige Sachen auf dem Gabentisch, wenig später sind auch sie vergriffen.

Brinkum/Fahrenhorst - Von Angelika Kratz. Zwei rechts, zwei links, und bitte keine Masche fallen lassen. Der Rhythmus ist bei den Strickprofis im Mehrgenerationenhaus (MGH) in Fahrenhorst kein Problem. Im Gegenteil, denn die sechs bis acht Frauen der noch jungen Arbeitsgruppe verstehen ihr Handwerk.

Davon überzeugten sich am Sonnabend alle Besucher im Frauentreff „Sie(h)da“ in Brinkum. Eingeladen waren besonders die Flüchtlinge, die zum Nulltarif zwischen Schals, Socken, vielen kleinen Babyschuhen, Pullovern für Groß und Klein, Mützen, Handschuhen und Babydecken auswählen konnten. In vielen Stunden hatten die Frauen alles sorgsam gefertigt – teilweise bei den regelmäßigen Treffen „Quatschen-Stricken-Häkeln“ im MGH. Die Hauptarbeit erledigten sie aber zu Hause.

Ute Jarzak hatte die Gruppe gegründet, ihr Aufruf nach Wollspenden zeigte Wirkung. So konnten die Handarbeitsdamen in den vergangenen Monaten auf einen reichen Fundus zurückgreifen. Dazu gehörte auch so manches halbfertige Werk, denn oft versiegt die Schaffensfreude vor dem Abschluss der Arbeit. Nicht so bei den Fahrenhorster Sspezialistinnen: Deren Eifer und Fertigkeiten an den Strick- und Häkelnadeln, gepaart mit entsprechender Fantasie, sorgten für einen reich bestückten Gabentisch im Frauentreffpunkt.

Ute Sydow und Heike Buck halten ebenfalls wichtige Fäden in der Hand – beim Flüchtlingsnetz Stuhr, über das die beiden Frauen informierten.

„Sie(h)da“ hat sich längst als beliebter Treffpunkt unterschiedlichster Kulturen etabliert. „Das lebt“, beschrieb Heike Buck die bunten Familienzusammenkünfte, bei denen auch die Männer gern gesehen sind. Während die Kleinsten im Spielzimmer riesige Legosteine aufeinander stapelten oder die Rutsche in Beschlag nahmen, griffen die überwiegend jungen Frauen zum Strickangebot. Es wurde probiert, diskutiert und temperamentvoll gestikuliert. Zwischendurch gab es Kaffee, Tee und selbst gebackenen Rosinenkuchen. Draußen präsentierte sich die Welt winterlich weiß und eisig kalt. Kein Wunder also, dass mit Ausnahme einer Babydecke und zwei paar Socken alles innerhalb von einer halben Stunde vergriffen war. Doch auch für diese Dinge hatte Ute Sydow schon die passenden Personen im Auge.

Stellvertretend für ihre Strick- und Häkelfrauen zeigte sich Ute Jarzak von der Nachfrage hocherfreut. Sie wohnt zwar seit Jahren in der Gemeinde Weyhe, hat aber durch ihre Freundschaft zu Gisela Gustavus, der Ideengeberin des MHG, von Anfang an bei der Entstehung des Treffpunkts in der Kapelle am Warwer Sand 2 mitgewirkt.

„Wir können nicht nur weitere Wolle, sondern auch noch Mitstreiterinnen gebrauchen“, betont Ute Jarzak. Die Treffen im Fahrenhorster MGH gehen an jedem dritten Donnerstag zwischen 16 bis 18 Uhr über die Bühne. Wer Lust auf lockeren Klönschnack und Handarbeiten hat, kann also schon morgen einsteigen.

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