Neue Freiheit und neues Risiko

Info-Nachmittag zum Thema „E-Bikes – Theorie und Praxis“ am 7. Juli

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Das Fahren von Rädern mit Motorunterstützung macht es den Senioren leichter, erfordert aber auch einige Vorsichtsmaßnahmen.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Das Radfahren hat sich verändert in den vergangenen Jahren, hat Dagmar Bischof, Vorsitzende des Seniorenbeirats, festgestellt. „Vorbei sind die Zeiten, in denen die Räder noch ein Netz hatten, damit sich der Rock darin nicht verfängt.“ Stattdessen würden heute ältere Personen mit bis zu 25 Kilometern pro Stunde leise, ohne Helm und ohne zu klingeln auf ihren Pedelecs (siehe Info-Kasten) angerauscht kommen.

Was nach Wehklagen klingt, ist gar nicht so gemeint: Dagmar Bischof fährt selbst ein Pedelec, aber nach eigener Auskunft lediglich mit bis zu 17 Kilometern pro Stunde. „Schneller nur, wenn ich es eilig habe.“ Ihr geht es um die Unfallgefahr. Sie habe selbst schon brenzlige Situationen erlebt und von vielen gehört, sagt sie. Nicht nur die Fußgänger seien gefährdet, sondern die Radfahrer selbst, „wenn sie auf die Straße fallen“. Das Risiko steige, sobald die Radler auf dem Fußweg oder im Gegenverkehr unterwegs seien.

Der Seniorenbeirat möchte darauf aufmerksam machen, dass die neue Freiheit auf zwei Rädern einige Vorsichtsmaßnahmen erfordert. Deshalb lädt er für Samstag, 7. Juli, zu einem Info-Nachmittag zum Thema „E-Bikes – Theorie und Praxis“ ein. E-Bike oder Pedelec? Worauf kommt es beim Kauf an? Welche Verkehrsvorschriften sind zu beachten? Antworten gibt es von 14 bis 17 Uhr auf dem Parkplatz neben dem Stuhrer Feuerwehrhaus.

„Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Pedelecs ist gestiegen“, bestätigt Wolfgang Rehling von der Polizeiinspektion Diepholz. „Allerdings hat auch die Zahl der Pedelecs zugenommen.“ 260 Unfälle mit Beteiligung von Radlern hat die Polizei 2017 aufgenommen, davon waren zehn mit Pedelecs und zwei mit E-Bikes unterwegs. „Das ist noch unter ferner liefen“, sagt Rehling. Das Problem sei nicht das Rad, sondern nach wie vor die Situationen, in denen Autofahrer die Radfahrer übersehen würden, zum Beispiel beim Abbiegen.

Unveränderte Unfallzahlen

Insgesamt hätten sich die Unfallzahlen in den vergangenen Jahren nicht verändert. „250, 260 ist der Schnitt. Und wir haben immer um die 30 bis 40 Schwerverletzte sowie rund 200 Leichtverletzte“, sagt Rehling. Kleinere Stürze bekomme die Polizei jedoch nicht mit. „Das regeln die Leute untereinander.“

Laut Rehling fahren die Senioren mit Pedelecs nicht wesentlich schneller als auf konventionellen Rädern ohne Antrieb. „Vorher sind sie vielleicht zehn Kilometer pro Stunde gefahren, jetzt sind es zwölf oder 13.“ Gleichwohl habe die Veranstaltung ihre Berechtigung, sagt Rehling. Er selbst tritt dort als Referent auf – allerdings in seiner Funktion als Geschäftsführer der Landesverkehrswacht Grafschaft Diepholz.

Probleme mit Pedelecs würden beim Anfahren und Abbremsen entstehen. Die Unterstützung beim Antreten sorge sofort für eine höhere Geschwindigkeit, die später auch beim Anhalten unterschätzt werde. „Häufig ist bei den Senioren das Gefühl für das eigene Tempo nicht so da“, sagt Rehling. Je älter der Radfahrer, desto mehr Schwierigkeiten bereite ihm das Umsteigen aufs Pedelec. „Mit 50 Jahren funktioniert das, mit 70 ist es ein Problem. Wer wechselt, wenn er schon auf dem normalen Rad nicht mehr richtig fahren kann, ist definitiv zu spät dran.“

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die ein E-Bike oder Pedelec fahren oder fahren möchten. „Leute, die ein solches Rad haben, lernen immer wieder dazu“, weiß Rehling. „Und es kommen bestimmt einige, die mit dem Gedanken spielen umzusteigen.“ Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

• „Elektrorad“ ist ein Oberbegriff für ein Fahrrad mit Motorunterstützung. Das Pedelec (Pedal Electric Cycle) unterstützt den Fahrer mit einem Elektromotor bis maximal 250 Watt während des Tretens. Es ist dem Fahrrad rechtlich gleichgestellt. Fahrer benötigen also weder ein Versicherungskennzeichen noch eine Zulassung oder einen Führerschein.

  • Die schnellen Pedelecs (S-Klasse) gehören nicht mehr zu den Fahrrädern, sondern zu den Kleinkrafträdern. Sie funktionieren zwar wie ein Pedelec, aber die Motorunterstützung wird erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h abgeschaltet. Zum Fahren sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung notwendig. Gleiches gilt für das E-Bike im engeren Sinn. Es ist mit einem Mofa zu vergleichen und lässt sich mit Hilfe des Elektroantriebs durch einen Drehgriff oder Schaltknopf fahren, auch ohne dabei in die Pedale zu treten. Wird die Motorleistung von 1000 Watt und eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h nicht überschritten, gilt dieses Fahrzeug als Kleinkraftrad (Quelle: ADFC).

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