Alois Brefka: „Wer auf Nummer sicher geht, hat sein Geld längst in Grund und Boden investiert, und wer zu leben weiß, hat es verjuxt“

Neue Errungenschaften für das Bankenmuseum

Alois Brefka präsentiert die neuen Dokumente für sein Büro- und Bankenmuseum. - Foto: Ehlers

Seckenhausen - Es ist schon erstaunlich, welche Schätze Alois Brefka in seinem Bürotechnik- und Bankenmuseum zusammengetragen hat. Seit 1992 sammelt er Büromaschinen und hatte bis zum 100. Geburtstag der Volksbank Stuhr im Jahr 1996 etwa 100 Exponate erworben und sich intensiv mit der Historie des Kreditinstituts beschäftigt, das auch sein Arbeitgeber war. Alois Brefka war bis 2010 Kassenrendant der Volksbank-Filiale in Groß Mackenstedt.

Aus dem anfänglichen Hobby wurde eine Sammelleidenschaft, die zu immer weiteren Bürogeräten und -maschinen, Unterlagen und Dokumenten führte und schließlich in die Gründung des „Rollenden Büromaschinenmuseums“ mündete. Damit bestückte Brefka in ganz Norddeutschland Ausstellungen. Seit September 2011 hat das Museum in Seckenhausen einen festen Standort. Regelmäßig kommen Besucher, die Alois gern durch seine Präsentation führt.

Kürzlich hatte er zum „offenen Museum“ eingeladen, hatte Stelltafeln aufgebaut und seine neuesten Errungenschaften in den Mittelpunkt gerückt. Eine Buchschreibmaschine aus dem Jahre 1940 zählt dazu, deren Typen nach unten druckten, so dass Bücher unter die Maschine gelegt werden konnten, um darin eine Widmung einzutragen. Eine andere Schreibmaschine lässt erahnen, dass sie nur mit viel Glück das Dritte Reich überlebt hat, denn sie schreibt in Frakturschrift. Diese Schrifttypen wurden nach 1941 in Deutschland verboten, weil sie angeblich „Judenlettern“ waren.

Über Brefkas Schreibtisch stehen mehrere schwarz-rot-gold eingefasste Plastiktüten voller bunter Papierschnipsel. Es handelt sich um eine Million Euro, die allerdings geschreddert wurden. Die Bundesbank verkauft sie als Partygag.

Die Besucher waren beeindruckt. „Toll, dass das alles aufgehoben wird und wir das noch mal sehen können“, freute sich einer der Gäste. Viele Besucher haben selbst noch mit den Ausstellungsstücken gearbeitet.

Bei dem ehemaligen Banker Alois Brefka steht das Geld und alles, was damit zu tun hat, im Mittelpunkt. Zu seinen neuen Errungenschaften zählt ein Kreditvertrag von 1825, also aus der „Steinzeit“ des Bankenwesens. Auch Ablösungsrezesse und Hypothekenbriefe aus dem 19. Jahrhundert erzählen viel über die Funktion der Banken im Wirtschaftskreislauf.

In dem voll gestopften Museum – „bei mir passt kein Din-A-4-Blatt mehr rein“ – erfahren die Besucher sehr viel über die segensreiche Funktion des Sparbuches. Seit 1818 gibt es diese Bücher, von denen auch einige zu den Exponaten gehören. Brefka befürchtet deren baldiges Ende, weil er die gegenwärtige Zinspolitik sehr kritisch sieht. Er betrachtet sein Museum auch als Ort, an dem aus der Geschichte gelernt werden sollte: „Wer auf Nummer sicher geht, hat sein Geld längst in Grund und Boden investiert, und wer zu leben weiß, hat es verjuxt.“

Feste Öffnungszeiten gibt es im Büro- und Bankenmuseum nicht. Wer Interesse an einer Führung hat, sollte sich vorher unter Ruf 0421/87 85 14 41 anmelden. Weitere Informationen gibt es im Internet.

bt

www.btbmstuhr.de

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