Konzern Tui zieht sich zurück / Bekenntnis zum Standort Brinkum

Neue Besitzer bei Wolters-Reisen

Vertrautes Logo, neue Inhaber: Hinter den Kulissen hat sich bei Wolters-Reisen in Brinkum viel verändert.
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Vertrautes Logo, neue Inhaber: Hinter den Kulissen hat sich bei Wolters-Reisen in Brinkum viel verändert.

Brinkum – Das runde, lächelnde Tui-Logo prangt noch immer vor dem Gebäude der Firma Wolters-Reisen am Brinkumer Ortsausgang. Dabei hat sich der weltweit größte Touristikkonzern schon im Februar komplett aus dem Unternehmen an der Bremer Straße zurückgezogen. Das Frankfurter Unternehmen e-domizil hat das in Brinkum angesiedelte Veranstaltergeschäft für Ferienhäuser und das unter dem Markennamen Wolters geführte Rundreise-Segmet vom Branchenriesen übernommen.

Damit nicht genug: Das Veranstalter-Geschäft für die Ferienhäuser hat der neue Eigentümer e-domizil zum 1. Oktober weiterverkauft – und zwar an das Unternehmen Oyo Vacation Homes. Dessen Europazentrale agiert von Amsterdam aus, die Wurzeln des Konzerns liegen in Indien. Unter dem Dach des Wolters-Gebäudes an der Bremer Straße arbeiten also nun zwei Nachfolgefirmen. „Der Weiterverkauf war schon bei der Übernahme geplant und bekannt“, erklärt e-domizil-Chef Torge Petersen. „e-domizil und Oyo führen eine enge strategische Partnerschaft“, ergänzt er. Den Namen Tui dürfen beide Gesellschaften vorerst weiternutzen – auch wenn die ehemalige Konzernmutter in Brinkum nun eigentlich gar nicht mehr vertreten ist.

Die wichtigste Nachricht für die rund 140 Mitarbeiter bei Wolters: Sowohl e-domizil als auch Oyo haben bereits im Februar angekündigt, den Standort langfristig zu erhalten und das Brinkumer Team komplett zu übernehmen. „Da hatte natürlich noch niemand die Corona-Pandemie auf dem Zettel“, erläutert Petersen. Viele Kunden waren verunsichert, viele Reisen musste Wolters streichen. Bisher habe e-domizil die Krise mit Kurzarbeit abfedern können.

Zu Beginn der Krise herrschte große Unsicherheit: „Wegen der Pandemie haben uns aufgrund der Reisewarnungen viele E-Mails und Telefonanrufe verunsicherter Kunden erreicht“, berichtet Petersen. „Aufgrund des hohen Volumens konnten wir zeitweise die gewohnten Antwortzeiten leider nicht einhalten“, räumt er ein. Fast täglich hätten sich Reisewarnungen und die Situation an den Zielorten geändert.

Positiv wirkt sich Corona aber auf das Ferienhausgeschäft aus. Durch die Pandemie gewinne es an Fahrt: „Die Buchung eines privaten Ferienhauses oder eines Ferienappartements gehört momentan zu der sichersten Urlaubsart, denn die Gäste nutzen die Unterkunft ausschließlich mit ihren Mitreisenden“, betont der e-domizil-Chef. Die Unterkünfte böten viel Privatsphäre, Hygienevorschriften ließen sich bestmöglich einhalten. „Dadurch ist diese Urlaubsform ideal für Social Distancing“, sagt Petersen. Da Ferienhaus-Urlaub außerdem ein klassischer Selbst-Anreise-Urlaub ist, fahre ein Großteil der Gäste mit dem eigenen Auto. „Dies hat neben der Sicherheit auch die Vorteile, dass die Gäste unabhängiger sind und ihr Gepäck bequem transportieren können.“

Anders sieht die Situation im zweiten Standbein, dem Rundreise-Geschäft, aus. Touren in größeren Gruppen seien schwierig unter Corona-Bedingungen, räumt Petersen ein. „In der aktuellen Situation haben wir das Angebot ,Flexibel buchen & sorglos reisen‘ aufgelegt, um unseren Kunden mehr Planungssicherheit zu geben. Bis zu 30 Tage vor Anreise kann der Kunde gebührenfrei stornieren oder umbuchen. Zusätzlich haben wir einen kostenlosen Wolters Corona-Reiseschutz mit der Hanse-Merkur als Reisekostenabsicherung während der Reise inkludiert, der vor möglichen Folgekosten aufgrund einer Corona-Infektion oder eines Verdachts schützt“, wirbt der Touristik-Fachmann.

Er sieht im Rundreise-Segment trotz der aktuellen Krise ein großes Potenzial: Für das kommende Jahr bauen die Brinkumer Spezialisten das Angebot an Kleingruppenreisen mit maximal 16 Personen aus.

Individualisten möchte Wolters mit speziellen Autorundreisen ansprechen und dabei Themenschwerpunkte setzen – etwa für Landschafts- und Filmfans oder für Genießer, die die regionale Küche im In- und Ausland für sich entdecken wollen. Soweit die Pläne. Nun hofft Torge Petersen, dass die Corona-Pandemie ihm nicht erneut einen Strich durch die Rechnung macht.

Von Burkhard Peters

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