Bitte des Ministeriums an Kreditinstitut

NBank soll Zuschuss für Harries prüfen

Neugründung mit Zuschuss vom Wirtschaftsministerium: die Harries-Mühle in Moordeich. - Foto: Husmann

Moordeich - Von Andreas Hapke. Der Zwei-Millionen-Euro-Zuschuss für die Neugründung des Moordeicher Unternehmens Harries-Mühle als Harries Schälmühlenwerk in Groß Ippener (Samtgemeinde Harpstedt) kommt wohlmöglich noch einmal auf den Prüfstand.

Wie das niedersächsische Wirtschaftsministerium in einem Gespräch mit dieser Zeitung mitteilte, werde es die Nbank bitten, noch einmal ein Auge auf den Förderantrag zu werfen. Formal hat die Firma die Mindestvoraussetzungen für den Zuschuss erfüllt, erklärt Stefan Wittke, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Wirtschaftsministerium: „Es wird ein neues Unternehmen gegründet, das sich in einem Fördergebiet befindet, und es schafft mindestens einen Arbeitsplatz.“

Geschäftsführer des neuen Betriebs mit 20 Arbeitsplätzen ist Florian Harries, zurzeit Prokurist der Harries-Mühle. Dass parallel das väterliche Unternehmen mit 27 Beschäftigten in Moordeich liquidiert wird, „betrachten wir als eine Auffälligkeit. Deshalb werden wir die NBank bitten, den Fall noch einmal zu prüfen.“ Ziel des Kreditinstituts ist es nach eigener Auskunft, die ihm übertragenen Fördermittel fair und verantwortungsvoll für niedersächsische Unternehmen einzusetzen.

Das Geld stammt aus der sogenannten Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die von Bund und Europäischer Union aufgelegte sowie vom Wirtschaftsministerium verteilte Förderung ist auf ausgewählte, strukturschwache Regionen beschränkt. Regionen wie der Landkreis Oldenburg, in dem der neue Harries-Standort Groß Ippener liegt.

Dort investiert das Unternehmen rund zehn Millionen Euro in sein neues Werk und erhält dafür den maximalen Zuschuss von 20 Prozent, also zwei Millionen Euro. „Das Geld fließt sukzessive, je nach Baufortschritt“, erklärt Wittke. „Das soll verhindern, dass ein Unternehmen Millionen von Euro abgreift und gar nicht baut.“

Dem Landkreis Diepholz gehe es „nicht so schlecht, dass wir solche Fördergelder generieren können“, sagt Stuhrs Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier. Mit Bedauern quittiert er den Wegzug der Harries-Mühle: „Jedes Unternehmen, das geht, ist eines zu viel.“ Doch die Fläche am jetzigen Standort sei zu klein und zu eng, um dort wachsen zu können. „Wir haben Harries ein konkretes Grundstück angeboten, aber es wurde nicht für gut befunden. Das ist die Entscheidung des Unternehmens“, sagt der Wirtschaftsförderer. Ein optimaler Betrieb mit nachhaltiger Zukunft sei am vorgeschlagenen Standort nicht zu gewährleisten.

Hinzu kommt laut Wimmelmeier, dass die Harries-Mühle ein „klassischer Industriebetrieb ist, der drei Schichten fährt. Das bedeutet Verkehre rund um die Uhr und somit eine hohe Anforderung an die Fläche, auch in einem Gewerbegebiet.“

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