AUS DEM GERICHT Trio wegen Nötigung und Körperverletzung angeklagt

Nasenbeinbruch nach Faustschlag

Brinkum – Mit Nachdruck, und zwar in Form eines heftigen Faustschlages und unter der Mitnahme eines Handys und eines Tablets, versuchte ein Trio (29, 25 und 24 Jahre) aus dem Raum Bremen 150 Euro bei einem Brinkumer einzutreiben. Als Folge des Faustschlags erlitt der Brinkumer einen Nasenbeinbruch.

Jetzt hatten sich die jungen Männer vor Strafrichter Christoph Kellermann zu verantworten. Alle drei wegen gemeinschaftlicher Nötigung und einer der Angeklagten wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Bevor die Beweisaufnahme losging, gab es zwischen den Anwälten der Angeklagten, der Staatsanwältin und dem Strafrichter ein Rechtsgespräch mit dem Ziel, sich über das Strafmaß zu einigen. Das Ergebnis des Gesprächs war, dass gegen den bisher unbestraften Faustschläger das Strafverfahren gegen Zahlung von 1 000 Euro Schmerzensgeld eingestellt wurde. Gegen einen der beiden Mitangeklagten stand eine Geldstrafe im Raum, während für den Ältesten des Trios wegen seiner Vorstrafen eine Freiheitsstrafe mit Bewährung angestrebt wurde.

Der Strafrichter machte klar, dass diese Einigung nur für den Fall von glaubhaften Geständnissen zum Tragen kommen könne. Zu den Anklagevorwürfen räumte einer des Trios ein, am Tattag, im Januar vorigen Jahres, den Brinkumer mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Der Grund: Er wollte, wie er sagte, 150 Euro zurückhaben, die dem Brinkumer geliehen worden seien. Zur Unterstützung waren die beiden Mitangeklagten an jenem Abend dabei.

Als der Brinkumer wohl nicht zahlen konnte, wurden Handy und Tablet als Pfand genommen. Tage später rief einer der Drei nochmals bei dem angeblichen Schuldner in Brinkum an und soll die Geldzahlung angemahnt haben. Auch dieser Anruf sei strafrechtlich als Nötigung zu werten.

Die drei jungen Männer machten zum Tatgeschehen Angaben. So konnte auf die Zeugenvernehmung, unter anderem des Geschädigten, verzichtet werden. Als erster verließ der „Faustschläger“ den Gerichtssaal. Gegen ihn wurde das Strafverfahren eingestellt. Ihm wurde aufgegeben, dem Opfer ratenweise 1 000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. „Der Schlag war nicht in Ordnung“, räumte der Mann ein. Gegen die beiden Mitangeklagten war der Fall schon nicht mehr so einfach. Bereits im Rechtsgespräch hatte die Staatsanwältin abgelehnt, bei dem Älteren die Tat mit einer Geldstrafe zu ahnden. Grund: seine Einträge im Strafregister. Zudem soll er noch unter Bewährung stehen.

Das Trio und der Brinkumer kennen sich. Es habe Unstimmigkeiten zwischen ihnen gegeben. Die Staatsanwältin beantragte gegen den Älteren eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Gegen den Mitangeklagten, ebenfalls vorbestraft, beantragte sie 700 Euro Geldstrafe.

Seitens der Verteidiger wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass der Brinkumer die damals mitgenommenen Gegenstände zurückbekommen haben soll. Strafrichter Christoph Kellermann verurteilte den Älteren zu sechs Monaten Gefängnis mit Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von 500 Euro, die er an den Jugendhilfeverein Kontakt zahlen soll. Der Mitangeklagte bekam eine Geldstrafe von 700 Euro. Beiden Verurteilten machte Strafrichter Kellermann angesichts ihrer Vorstrafen klar: „Sie bewegen sich beide auf sehr dünnem Eis.“

Von Dieter Niederheide

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