Den Nadel- zum Mischwald machen

Stuhrer Firma möchte Verkauf von Türen an Baumpflanzungen knüpfen

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Kooperation in Sachen Nachhaltigkeit: Unternehmer Jens Schriefer (v.l.), Stuhrs Umweltbeauftragter Marc Plitzko und Revierförster Heinz-Dieter Tegtmeier mit kleinen Buchen, wie sie in großer Zahl in den Waldgebieten Warwer Sand und Bradenholz gepflanzt werden sollen.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Jens Schriefer hat sich auch nach seiner Zeit als Grünen-Ratsherr der Nachhaltigkeit verschrieben. Der Chef der Firma „Fenster & Türen Welt“ möchte in diesem Jahr für jede verkaufte Tür einen Baum spenden.

Ihm nimmt man es ab, wenn er sagt: „Wir haben nur eine Welt, und es ist an der Zeit, auch im Kleinsten aktiv zu werden.“ Zielsetzung sind laut Schriefer 250 Bäume. 150 bis 200 Exemplare hält er „auf jeden Fall“ für realistisch.

Ursprünglich wollte das Unternehmen größere Bäume mit einem Stückwert von 25 bis 30 Euro pflanzen. Jetzt sollen es deutlich kleinere Exemplare werden. Grund: In Stuhr sind die Kompensationsflächen rar, außerdem könnten die Waldgebiete Warwer Sand und Bradenholz eine Aufforstung vertragen. Dafür eignen sich laut Revierförster Heinz-Dieter Tegtmeier eher Bäume mit kleinen Wurzeln. „Wir halten unsere Kalkulation aber aufrecht und kaufen einfach mehr Bäume“, sagt Schriefer. Die Firma werde deshalb nicht weniger Geld ausgeben.

Die Idee zu der Aktion hatte seine Pressesprecherin Anne Koschade, bei der Umsetzung ist neben Tegtmeier auch der Stuhrer Umweltbeauftragte Marc Plitzko involviert. Der findet es „begrüßenswert, wenn sich Firmen für die Umwelt engagieren“.

Flächen für Aufforstung schwer zu finden

Nach Auskunft Tegtmeiers gestaltet es sich schwierig, neue Flächen für eine Aufforstung zu finden. „Häufig geht es um die Aufwertung ökologischer Flächen im Bestand.“ Der Warwer Sand und das Bradenholz sind solche Flächen, die sich für eine Aufforstung anbieten. 

Grund: Die dort vorhandenen Nadelhölzer wie Kiefern und Fichten sind laut Tegtmeier eigentlich Bergbaumarten. Bei Stürmen verfügen sie auf hiesigen Böden nicht über die nötige Stabilität. „Wenn man durch das Anpflanzen von Laubbäumen aus einem Nadel- einen Mischwald macht, erhält man einen Wald, der über lange Zeit ökologisch stabliler ist.“

Den Fichten habe zudem der Borkenkäfer im vergangenen Jahr zugesetzt. „Das war schon extrem“, sagt Tegtmeier. Er spricht von einer „nie gekannten Massenvermehrung“ des Insekts aufgrund der langen Dürrephase. „Vier Generationen zwischen April und Oktober hat es noch nicht gegeben.“

Hauptsächlich Buchen im Einsatz

„Die für Norddeutschland untypischen Nadelwälder muss man vor dem Hintergrund der früheren Holznot sehen“, erklärt Plitzko auf Nachfrage. „Fichten zum Beispiel wachsen schnell und liefern gutes Holz.“ Die Kiefern in der Steller Heide wiederum sollten zur Befestigung der Dünen beitragen.

Für die Aufforstung kommen Buche, Linde, Ahorn und Hainbuche in Frage, da sie im Halbschatten von Kiefern und Fichten gut wachsen. „Eichen würde man nur für Freiflächen nehmen“, sagt Revierförster Tegtmeier. In Stuhr sollen hauptsächlich Buchen zum Einsatz kommen. Buchenmischwälder stellten die für Nordwestdeutschland normale Waldvegetation dar. Pflanzzeitraum wäre das Jahr 2020.

Geht es nach Schriefer, bleibt die Aktion nicht aufs Jahr 2019 begrenzt. „Das wäre konträr zum Thema Nachhaltigkeit“, sagt er. Vielmehr könnte sich die Idee zu einer Institution entwickeln. „Auch dahingehend, dass vielleicht der eine oder andere Privatmensch Bäume hinzugibt.“

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