Nach zwei schweren Unfällen auf B439: Polizei und Feuerwehr resümieren

„Kein Gefahrenpunkt“

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Die B439 in Heiligenrode ist eine viel befahrene Strecke. Die Polizei will in diesem Bereich künftig häufiger präsent sein.

Heiligenrode - Von Katrin Köster. Vier Verletzte und ein Toter binnen einer Woche. Eine traurige Bilanz der vergangenen Tage auf der Heiligenroder Straße (B439). Als Gefahrenschwerpunkt betrachten Vertreter von Polizei und Rettungskräften die teils unübersichtliche Strecke indes nicht.

Werner Bohlmann wohnt in der Nachbarschaft und bemängelt, dass viele Fahrer Stoppschilder und Tempolimits ignorieren würden. Bereits im September 2014 hatte die Gemeinde beispielsweise an der Kreuzung Neukruger Straße/Zollstraße Schwellen aus Granit auf der Fahrbahn befestigt, damit Autofahrer die Geschwindigkeit reduzieren und Unfälle vermieden werden können.

Wann gilt ein Ort als Unfallschwerpunkt? „Dafür müssen sich mindestens drei Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden innerhalb von zwei Kilometern und in einem Zeitraum von drei Jahren ereignen“, erklärt Polizeipressesprecher Arno Zumbach. Dies legen Polizei und Kreisverwaltung gemeinsam fest. Gemäß dieser Vorgaben handelt es sich bei der B439 also trotz der beiden schweren Unfälle am Sonntag, 31. Januar und am Freitag, 5. Februar nicht um einen Gefahrenschwerpunkt.

„In den letzten fünf Jahren hatten wir dort nur zwei schwere Unfälle“, sagt er. Und das, obwohl die Straße sehr eng und durchgängig mit einer Baumallee bewachsen sei. „Man muss auch immer schauen, wie solche Unfälle zustande kommen“, betont Johann-Dieter Oldenburg, Leiter des Weyher Polizeikommissariates. „In einem Fall hat der Verursacher in einer unübersichtlichen Kurve überholt. Im anderen Fall hat eine Fahrerin nicht aufgepasst und ein Fahrzeug übersehen“, fasst er zusammen. Gerade im letzteren Fall seien leider mehrere unglückliche Umstände zusammengekommen, betont er. Oldenburg wehrt sich deshalb ebenfalls dagegen, die Strecke aufgrund der beiden Unfälle zum Gefahrenschwerpunkt zu deklarieren. Auch Zumbach stößt in dieses Horn: „Uns liegen aktuelle Messungen der Straßenbauverwaltung vor, wonach im Schnitt an dieser Stelle 64 Kilometer pro Stunde gefahren werden anstelle der erlaubten 70.“ Der Pressesprecher ist überzeugt, dass sich die meisten Fahrer an die Verkehrsregeln und Tempovorgaben halten.

Unfall mit vier Verletzten bei Heiligenrode

Der Eindruck, dass sich dort schwere Unfälle häuften, täuscht in seinen Augen. „Denn man nimmt ja auch die kleineren Unfälle oder die Wildunfälle wahr, die entlang der Bundesstraße geschehen“, so Zumbach. Das summiere sich dann.

Dem stimmt Heiligenrodes Ortsbrandmeister Sven Lüßen zu. Der Brandschützer war bei den Unfällen im Einsatz und ist seit 2008 in seinem Amt. „Wir hatten dort jahrelang kein schweres Unglück“, sagt er. „Entlang der Bundesstraße gab es 2015 zwei Einsätze, einen Pkw-Brand und einen umgestürzten Baum“, so Lüßen.

Fahrer stirbt nach Unfall in Heiligenrode 

Verkehrsberuhigende Baumaßnahmen entlang der Heiligenroder Straße sind laut Zumbach vorerst nicht geplant. Die Beamten haben den Bereich aber grundsätzlich im Auge, sagen der Sprecher und Oldenburg. Zumbach schließt auch nicht aus, dass sich da noch mehr tut. „Unsere Verkehrssicherheitsberater besprechen sich regelmäßig mit den Kommunen“, erläutert er. „Da kommen die beiden Unfälle in jedem Fall auf den Tisch“, bestätigt Oldenburg mit Blick auf die anstehende Tagung der Verkehrsunfallkommission im März.

Korrektur: In einer früheren Fassung dieses Artikels war die Rede von zwei Toten. Tatsächlich wurden bei dem ersten Unfall am Sonntagabend vier Menschen zum Teil schwer beziehungsweise lebensgefährlich verletzt. Der Unfall am Freitag endete für den Fahrer tödlich.

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