Nach der Trauung in die Nachtschicht

Ehepaar Penning feiert Diamanthochzeit

+
Stolze Leistung: Gisela und Werner Penning sind inzwischen seit 60 Jahren ein Paar.

Fahrenhorst - Wenn Werner und Gisela Penning am Mittwoch das Fest ihrer Diamanthochzeit feiern, dann braucht keiner der Gäste auf die Uhr zu schauen. Das war vor 60 Jahren noch ganz anders, als die Beiden am 1. August 1958 in Mölln am Niederrhein standesamtlich getraut wurden. Mit den Worten „Ich muss zur Nachtschicht“ verabschiedete sich Werner Penning in der Hochzeitsnacht von seiner Gisela.

Dass ihre kirchliche Trauung erst im Dezember des gleichen Jahres erfolgte, erinnert auch daran, dass damals die Uhren anders gingen: Werner Penning hatte zwar die Volksschule beendet, aber war noch nicht konfirmiert, als er 1948 einen Ausbildungsplatz auf einem Bauernhof antreten musste. „Damals war man froh, wenn es überhaupt Arbeit gab“, berichtete er. Aber sein Lehrherr ließ ihn weder zur Berufsschule noch zum Konfirmandenunterricht gehen. Dass wurde dem jungen Paar zum Verhängnis: „Ohne Konfirmation wollte der Pastor uns nicht trauen.“ Also holte Werner Penning zunächst den Konfirmandenunterricht nach.

Als dann 1992 im Ruhrgebiet Bergleute angeworben wurden, zog Werner Penning nach Walsum, wo er unter Tage arbeitete und sich zum „Diesellokomotivfahrer unter Tage“ ausbilden ließ.

1956 traf er dort seine Frau Gisela, die aus Northeim am Harz stammte und in Hamborn als Schwesterschülerin arbeitete.

Als er 1961 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr unter Tage arbeiten durfte, arbeitete Werner Penning zunächst in einer Gärtnerei in Kevelaer, wo seine Gisela im Krankenhaus einen Arbeitsplatz fand. Später wechselte der junge Familienvater in einem Hoch- und Tiefbaubetrieb, arbeitete danach bei Krupp in Essen und zuletzt bei der AG Weser in Bremen.

Sie haben drei Kinder, das erste Kind verstarb allerdings noch als Säugling. Der Sohn wohnt in Bremen, und Tochter Gisela hat ihre Wohnung im Haus der Eltern in Fahrenhorst.

Gisela Penning war Beiköchin bei Airbus

Ihr gemeinsamer Sehnsuchtsort war immer die Nordsee. Dort verbrachten sie häufig ihren Urlaub und schauten sich nach einer geeigneten Wohnung um, die sie zunächst bei Harpstedt fanden, doch als sich ihnen 1980 die Chance bot, in Fahrenhorst ein seit zwei Jahren leerstehendes Haus zu erwerben, kauften sie das Eigenheim, das sie auch jetzt noch bewohnen. Um die Finanzierung abzusichern, war Gisela Penning bis zu ihrer Pensionierung als Beiköchin bei Airbus tätig.

Als Rentner unternahmen sie Reisen nach Lanzarote, ab 1981 „eroberten“ sie nach und nach die ehemalige DDR. Aus gesundheitlichen Gründen bestreiten sie jetzt keine langen Reisen mehr. „Jetzt verbringen wir unsere Freizeit zusammen mit Tom in unserem Bad Meingarten“, lacht Werner Penning, denn als Rentner erfüllten sie sich einen lange gehegten Traum: Sie legten sich wieder einen Hund zu. 

bt

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Maas ruft nach Auschwitz-Besuch zu mehr Zivilcourage auf

Maas ruft nach Auschwitz-Besuch zu mehr Zivilcourage auf

Verein „Rumänische Findelhunde“ feiert Sommerfest in Daverden 

Verein „Rumänische Findelhunde“ feiert Sommerfest in Daverden 

„Tag der offenen Tür“ im Industriegebiet Nord 

„Tag der offenen Tür“ im Industriegebiet Nord 

Freudentränen und Geschenke: Koreaner feiern Wiedersehen

Freudentränen und Geschenke: Koreaner feiern Wiedersehen

Meistgelesene Artikel

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

Gourmetfestival-Premiere: „Hammer, Hammer, Hammer!“

Gourmetfestival-Premiere: „Hammer, Hammer, Hammer!“

Drei tolle Tage in Sulingen

Drei tolle Tage in Sulingen

Bürgermeister schickt sich selbst auf die Strecke

Bürgermeister schickt sich selbst auf die Strecke

Kommentare