476 Quadratmeter für die Sicherheit

Nach neuesten Standards gebaute Rettungswache in Stuhrbaum offiziell eingeweiht

Jede Sekunde zählt: Der Rettungsdienst musste während der Feierstunde am Dienstagabend zu einem Einsatz aufbrechen.
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Jede Sekunde zählt: Der Rettungsdienst musste während der Feierstunde am Dienstagabend zu einem Einsatz aufbrechen.

Nach einem Jahr Bauzeit wurde Ende Juli die neue Rettungswache in Stuhr in Betrieb genommen, Dienstagabend erfolgte die offizielle Einweihung des Gebäudes unter den Augen von Politik und Verwaltung. Dabei orientiert sich der Neubau an den neuesten Standards des Rettungswesens.

Stuhr – „Jeder weiß, wie erlösend es ist, wenn man als Ersthelfer das Alarmsignal des Rettungswagens hört!“ Stuhrs Gemeindebürgermeister Stephan Korte weiß um die Wichtigkeit einer schnellen medizinischen Versorgung im Notfall. Als er diesen Satz gesagt hat, befand er sich praktischerweise in der nagelneuen Rettungswache in Stuhrbaum. Die soll in Zukunft dafür sorgen, dass die Helfer schnell und zuverlässig tätig werden können und wurde am Dienstagabend offiziell eingeweiht.

Nachhaltig und begrünt

Besetzt ist die neue Wache bereits seit der Nachtschicht vom 28. Juli. Seitdem befinden sich rund um die Uhr bis zu sechs Hauptamtliche im Schichtbetrieb. Der vielleicht größte Vorteil der neuen Fahrzeughalle: Sie bietet Stellplatz für drei Rettungsfahrzeuge, darunter ein Ersatzfahrzeug. Doch auch an der Ausstattung wurde nicht gespart, wie die Verantwortlichen bei der Feierstunde mehrfach durchblicken ließen.

So betonte Architekt Jürgen Schlake, dass das Objekt „nach neuesten Standards gebaut“ worden sei. Er verdeutlichte dies etwa an den vier Ruheräumen, in denen die Beschäftigten sich ausruhen und schlafen legen können. Aufgrund der Nähe der Wache zur A 1 seien dort spezielle Schallschutzfenster eingebaut worden, die den Verkehrlärm draußen halten sollen. Auch habe man bei den verwendeten Baustoffen überall auf Nachhaltigkeit geachtet. Das sei zwar teurer, „aber die Zeit wird zeigen, dass es sich lohnt“, sagte Schlake, der noch ein Geschenk mitgebracht hatte und an Klaus Speckmann überreichte: einen Apfelbaum. Der soll bald als erster Baum auf dem Grundstück eingepflanzt werden.

Etwa 50 Gäste waren bei der Einweihung dabei.

Der beschenkte Klaus Speckmann, Geschäftsführer des Rettungsdienstes im Landkreis Diepholz, führte weitere Besonderheiten des Neubaus ins Feld, etwa den Hochwasserschutz: Die nur wenige Meter vom Stuhrgraben entfernt liegende Wache befindet sich im Gefährdungsbereich eines statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Hochwasserereignisses. Sollte das tatsächlich einmal eintreffen, so würden ein Rückhaltebecken, eine Mulde für Oberflächenwasser und weitere Entwässerungsmaßnahmen dafür sorgen, dass die Wache trocken bleibt.

„Beste Bedingungen, um helfen zu können“, biete das funktionale Gebäude dem Rettungsdienst, so Speckmann. Auch eine Erweiterung auf einen vierten Fahrzeugstellplatz sei möglich, ließ Speckmann durchblicken. Doch eine Situation wie in Drentwede, wo bereits wenige Jahre nach Eröffnung der Rettungswache angebaut werden musste, habe man bei der Planung vermeiden wollen.

Landrat Cord Bockhop wurde er von den 50 Gästen warm empfangen und schlug in seinem Redebeitrag sogleich eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Anfang des Jahrtausends habe er sich der Verbesserung des Rettungsdienstes angenommen. In der Gegenwart sei die neue Wache ein weiterer Schritt, der seit damals bereits erheblich verbesserten Situation. Und auch in der Zukunft wolle er sich einsetzen: „Es ist gut, dass es einen Landkreis gibt, der für sich eine eigene medizinische Versorgung aufbaut“, betonte er. Deshalb sei es „wichtig, was wir machen und dass wir die richtigen Entscheidungen treffen, um richtig aufgestellt zu sein.“

Landrat Cord Bockhop hält den Neubau für wichtig.

Mit 476 Quadratmeter richtig groß ist die Rettungswache, die in einen Arbeits- und einen Verwaltungsbereich aufgeteilt ist. Der Arbeitsbereich beinhaltet neben der Fahrzeughalle auch die Umkleide- und Duschräume sowie Lagerräume für Medikamente und unterschiedliche Gebrauchsgegenstände. Im Verwaltungsbereich befinden sich die Ruheräume sowie ein Schulungsraum – in Zukunft sollen in Stuhrbaum Aus- und Fortbildungen erfolgen. Im Wacheraum werden die Einsätze koordiniert und Buch geführt.

Doch die wichtigste Erkenntnis des Eröffnungstages lieferte Klaus Speckmann, der während seiner Rede von einer Alarmierung für die anwesende Tagschicht unterbrochen wurde, die sofort zum Rettungsfahrzeug stürmte und losfuhr. „Die beste Rettungswache nützt nichts“, sagte er, „wenn man kein gutes Team hat.“

Prall gefüllt: der Medizinschrank.

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