Nabu reinigt mehr als 70 Behausungen

Winterschliff für Nistkästen in Heiligenrode

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In bis zu acht Metern Höhe kümmert sich der Nabu, hier Gero Niemann, um die Nistkästen.

Stuhr - Ein Hausputz der besonderen Art stand in diesen Tagen für einige Mitglieder der Ortsgruppe Stuhr des Naturschutzbunds (Nabu) auf dem Programm. Mit langen Leitern ausgerüstet, reinigten die Aktiven die im Heiligenroder Wald aufgehängten, grünen Nistkästen. 330 davon gibt es im gesamten Stuhrer Gebiet, die alle akribisch auf einem Lageplan verzeichnet sind. Lore Friedrichs hat die Bestandsaufnahme übernommen.

„Das sieht aus wie gefilzt, und da ist noch ein Ei drin“, hieß es beispielsweise. Von welchem Vogel das winzige, mit zarten Pünktchen versehene Ei stammen könnte, war nicht eindeutig zu klären. „Keine Belegung“, stellten die Mitglieder für viele Fledermauskästen fest, aber zumindest hatten es sich einige Ohrenkneifer darin gemütlich gemacht.

Beim Besteigen der Leiter mussten die Einsatzkräfte schwindelfrei sein, bis zu acht Meter ging es in die Höhe. Davon unbeeindruckt kletterte Almut Koenig die Sprossen hoch. Als „junger Spund“ drückte sie das Durchschnittsalter der Gruppe gewaltig nach unten. Sie war erstmals bei einer solchen Aktion dabei und sofort eine große Hilfe für den erfahrenen Kletterer Gero Niemann.

„Wir werden alle nicht jünger“, seufzte Wanda Rüter über den fehlenden Nachwuchs. Auch sie macht seit vielen Jahren bei der Säuberungsaktion mit und übernahm diesmal die Aufgabe, alle Bäume mit Nisthilfen für die Reinigungsgruppe zu markieren.

Rote Bändchen hingen aber auch an einigen bislang nicht bestückten Baumriesen. Das soll sich bald ändern, denn in Heiligenrode soll der Buchen- zugunsten des Eichenbestands reduziert werden, einige Unterkünfte müssten somit umsiedeln.

„Die Kästen müssen nach der Brutzeit und vor dem Winter gereinigt werden“, weiß Rita Wolff, Sprecherin der Arbeitsgruppe, denn viele Vögel benutzen sie als schützendes Schlafquartier.

Klaus Torns, noch ganz frischer neuer Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe, hatte seinen Werkzeugkoffer mitgebracht. Immer wieder müssen Kästen repariert werden. Nicht nur das Wetter, auch so mancher Angriff spitzer Schnäbel setzt den Unterkünften zu. „Alles im Griff“, befand schließlich die Gruppe, zu der auch Ewald Horst als früherer Vorsitzender gehörte.

Auf dem alten Sportplatz in Heiligenrode öffnete Torns zur Mittagszeit den Kofferraum seines Autos, Kaffee und belegte Brötchen kamen zum Vorschein. Zur Musik von Louis Armstrong freute sich die Mannschaft darüber, mit 72 kontrollierten Kästen an einem Morgen einen neuen Rekord aufgestellt zu haben. Sobald das Wetter wieder mitmacht, sollen auch die anderen Behausungen für Fledermaus, Hornissen und Vögel den Winterschliff erhalten.

ak

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