Ressourcenschonend konsumieren: Die faire Woche startet am Donnerstg in Stuhr

Muss es wirklich immer die neueste Technik sein?

Annegret Merke will ausgediente Handys loswerden.
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Annegret Merke will ausgediente Handys loswerden.

Stuhr – Viele Menschen wollen immer die neueste Technik, besonders in Form von Handys. Handel und Produzenten reagieren. Jedes Jahr eine neue iPhone-Generation, jedes Fahr ein neues Samsung-Smartphone. Dass für die Produktion Arbeiter in Afrika in Stollen kriechen, wo zum Teil 45 Grad herrschen, haben viele Konsumenten nicht auf dem Schirm. Die Gruppe Stuhr-Fair will im Rahmen der fairen Woche, die am Donnerstag beginnt, auf genau dieses Problem aufmerksam machen.

Annegret Ciesinski und Annegret Merke meinen, dass jeder einen Beitrag zum fairen Wirtschaften tun kann. Es fängt beim achtsamen Einkaufen an und reicht bis hin zum Organisieren eigener Events, die sich zum Beispiel mit fairer Kleidung befassen. „Man muss einfach ein Interesse dafür haben“, meint Annegret Ciesinski.

Eine faire Kleider-Ausstellung war auch eine Idee, die das faire Duo schon vor Beginn der Corona-Pandemie realisieren wollte. Doch die ist dann geplatzt. Sie hoffen darauf, die Ausstellung irgendwann nachholen zu können. Nun wollen sie aber erst einmal auf nachhaltige Smartphones, Technik und den Umgang damit hinweisen.

Sie denken dabei sowohl an den Kauf als auch den Verkauf von gebrauchten Handys, wenn man sie so lange wie möglich verwendet hat. Auch wenn es keiner ausspricht, munkelt man, dass technische Geräte häufig extra auf eine Funktionszeit von etwa zwei Jahren ausgelegt sind. Stuhr-Fair fordert, dass Hersteller für mindestens sieben Jahre Ersatzteile bevorraten, Updates und Reparaturleistungen erbringen sollen. Hinzu kommt der Wunsch, Lieferketten transparent zu gestalten und zu kontrollieren.

Laut Deutscher Umwelthilfe liegen in den Schubladen der Bundesrepublik rund 200 Millionen Mobiltelefone, die ausgedient haben und vor sich hin vegetieren. Nach Hochrechnungen des Umweltbundesamtes seien das etwa 30 Tonnen Silber, knapp drei Tonnen Gold und 1 100 Tonnen Kupfer. Das sind Rohstoffe, die ein zweites Mal verwendet werden können.

Um diese verwertbaren Rohstoffe zu nutzen, hat der Nabu zwei Pappboxen ins Leben gerufen, wo gebrauchte Smartphones abgegeben werden können. Diese stehen – nicht nur während der fairen Woche – im Baubetriebshof der Gemeinde sowie in einem Telefon-Shop an der Bremer Straße. Annegret Merke präsentiert ihren Handy-Altbestand. Fünf Stück hat sie aus ihren Schubladen gefischt. Die Bandbreite reicht vom Nokia-Backsteinhandy bis zu einem neueren Smartphone, das ihr bedauerlicherweise ins Wasser gefallen ist. Es funktioniert also nicht mehr. Sie schmeißt die Elektroteile in die Sammelbox. Um Datenklau müsse man sich keine Sorgen machen: „Der Nabu löscht alle Daten vom Handy“, erklärt sie. Aus Datenschutzgründen würde die Gemeinde keine Sammelbox aufstellen wollen.

Annegret Merke weist darauf hin, dass auch einige Mobilfunkanbieter alte Smartphones annehmen. Sie verwerten wertvolle Bestandteile wie Kupfer, Gold oder Silber ressourcenschonend weiter. 10 bis 15 Prozent aller gesammelten Elektrogeräte sollen nach Löschung aller Daten wiederverwendet werden, und müssen somit nicht komplett im Restmüll landen, in dem sie übrigens gar nicht entsorgt werden dürfen. Das müsse fachgerecht auf einem Recyclinghof passieren.

In einigen Großstädten haben Elektronikfachgeschäfte sogar eine Sammelstelle für ausgediente Smartphones eingerichtet, die den Wert ermitteln und einen entsprechenden Gutschein für den ehemaligen Besitzer ausstellen. So wird nachhaltiges Handeln mit ein wenig Glück sogar ein lukratives Geschäft für Konsumenten.

Von Lisa-marie Rumann

Nachhaltig leben geht einfach: Altes Handy in die Sammelbox stecken und fertig.

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