Musikerpaar spielt im Rathaus

Heitere Stücke zum nahenden Frühling

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Benjamin Stiehl und Manami Ishitani-Stiehl spielten am Freitag im Rathaus vor kleinem Publikum.

Stuhr - Von Angelika Kratz. Trotz anhaltender Frostlage singen in der Natur bereits eifrig die Vögel. Bestens passte dazu am Freitagabend das Konzert für Violoncello und Klavier im Rathaus mit Benjamin Stiehl und Manami Ishitani-Stiehl. Das Musikerehepaar hatte – passend zum kommenden Frühling – heitere Stücke von Robert Schumann (1810 bis 1856), Franz Schubert (1797 bis 1828) und Johannes Brahms (1833 bis 1897) mitgebracht.

Wortlos, aber mit einem Lächeln begann der Konzertgenuss mit „Fünf Stücken im Volkston für Klavier und Violoncello op 102“. Robert Schumann schrieb diesen Zyklus im Jahr 1849 ganz im Sinne des damaligen Zeitgeistes. Der forderte verständliche Kunst mit einer damit verbundenen Schlichtheit des Ausdrucks. „Mit Humor“, „langsam“, nicht schnell, mit viel Ton zu spielen“, „nicht zu rasch“ und „stark und markiert“ sind die einzelnen Zyklen bezeichnet. Die eher an die technische Ausführung erinnernden Überschriften konnte der Zuhörer schnell zu den Akten legen. Das kleine, aber fachkundige Publikum tauchte in seine eigene Fantasiewelt ein. Die virtuose Spielweise von Manami Ishitani-Stiehl, die konzentriert auf die Klaviertasten schaute, und das oft schelmische Lächeln ihres Ehemannes Benjamin Stiehl am Violoncello ließ für die Zuhörerschaft alle Möglichkeiten offen, den Gedanken nachzuhängen.

Als zweiter Programmpunkt folgte Franz Schubert mit der Sonate für Arpeggione und Klavier a-moll D. 821. Im Jahr 1824 schrieb er dieses Stück für ein heute längst vergessenes Instrument. In Wien wurde seinerzeit die „Arpeggione“ auch Bogen-Violoncell genannt, denn sie hatte sechs Saiten in Gitarrenstimmung, wurde aber mit einem Bogen gestrichen. Schuberts berühmter Sonate ist somit ihr Andenken zu verdanken. Versöhnlich und zum Träumen waren das Allegro moderato, das Adagio und abschließende Allegretto.

Nach der Pause faszinierte die Klassikfans Johannes Brahms mit seiner 1886 geschriebenen Sonate für Klavier und Violoncell F-dur Nr. 2 op. 99. Es wurde für den seinerzeit großartigsten Cellisten Robert Hausmann komponiert und gilt noch immer als Glücksmoment für ein Cello. Wunderbar zeitlos auch diese Musik, die einfach gute Laune machte.

Benjamin Stiehl begann im Kindesalter mit dem Cellospiel, studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und hat seit 2004 ein Engagement bei den Bremer Philharmonikern. Seine Ehefrau Manami Ishitani-Stiehl begann bereits mit fünf Jahren mit dem Klavierspiel. Nach ihrem Studium in Oita/Japan machte sie ihr Diplom an der Hochschule für Künste in Bremen. Ein Aufbaustudium mit Konzertexamen folgte in Magdeburg. Bundesweit tritt sie als Solistin und Kammermusikerin auf und ist zudem regelmäßig in der Kammermusikreihe der Bremer Philharmoniker zu erleben.

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