„Musikfreunde der Gemeinschaft Stuhr“ auf dem Gut

„Feuerwerk der Blasmusik“ in der Varreler Gutsscheune

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Gemeinsam oder im Wechsel unterhalten die„Musikfreunde der Gemeinschaft Stuhr“ und die „Werkkapelle Spießhofer & Braun“ ihr Publikum in der Varreler Gutsscheune.

Varrel - Von Angelika Kratz. Wenn zünftige Blasmusik auf die eher ruhigen Vertreter Norddeutschlands trifft, dann verwandelt sich dieser Menschenschlag. Sie zeigen ihre verborgene Leidenschaft für das Schunkeln, Klatschen und Mitsingen. Dazu brauchte es am Samstagabend beim „Feuerwerk der Blasmusik“ in der Varreler Gutsscheune nicht lange.

Der Auftritt der „Musikfreunde der Gemeinschaft Stuhr“ und ihrer Freunde von der „Werkkapelle Spießhofer & Braun“ – sie war zum zweiten Mal aus Heubach am Rande der Schwäbischen Alb gekommen – entfaltete seine Wirkung bereits von der ersten Minute an.

Schon beim gemeinsamen Auftakt zeigte das Publikum eine ungeheure Freude am Mitklatschen. Vergessen war der Starkregen draußen vor der Scheunentür, der leider so einige potenziellen Gäste davon abgehalten hatte, sich auf den Weg nach Varrel zu machen – hinsichtlich der Straßenverhältnisse durchaus verständlich.

Wer dennoch dem Angriff von oben getrotzt hatte, sollte sein Kommen nicht bereuen. Für das gut dreistündige Feuerwerk wurde kein Eintritt erhoben, und als erstaunlich niedrig erwiesen sich die Preise auf der Getränkekarte.

Große Bandbreite von Musik

„Ein Bier für zwei Euro und ein Wasser für einen Euro – wo gibt es denn so was heutzutage?“, dachte sich so mancher und orderte bei dem netten Servicepersonal gerne noch einmal nach.

Freundesrunden hatten rechtzeitig die besten Plätze mit dem richtigen Blick auf die Bühne in Beschlag genommen. Die Tische waren liebevoll mit teilweise echter Herbstdeko aus Erika, Kastanien und riesigen Weinblättern dekoriert sowie mit Decken und Kerzen eingedeckt.

Der letzte Septembertag erlebte unter den alten Balken der Gutsscheune vorgezogenes Oktobermarkt-Flair. Der Deutschmeisterregimentsmarsch durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Gemeinsam oder im Wechsel zeigten die beiden Blasorchester eine große Bandbreite von Musik – zwischen Märschen, die besonders den „alten Herren“ im Publikum gefielen, und sehr frischen Klängen aus der heutigen Zeit. Mit viel Spielfreude und Können präsentierten die Akteure ein buntes Programm für sicherlich fast jeden Geschmack. Sie machten böhmische Träume wahr und schenkten ihren Zuhörern rote Rosen, zumindest musikalisch.

Euphorischer Applaus für fünf Posaunisten

Zu einem Höhepunkt entwickelte sich der Einsatz der fünf Posaunen der krachledernden Jungs aus Heubach, den die Besucher mit einem euphorischen Applaus quittierten. Erstaunlich, was die Musiker mit großen Instrumenten und perfekter Choreografie zustande brachten, sehr zur Gaudi des Publikums.

Doch die Heubacher überzeugen nicht nur damit, sondern überraschten auch als Chor. Da die Stuhrer Musikfreunde stimmlich mithalten konnten, erlebte die Bühne in Varrel eine bisher bestimmt selten dagewesene Mischung aus Blasmusik, Gesang und reichlich Spaß. Die Schunkelfraktion in der Mitte der Gutscheune kam gewaltig in Fahrt – sicherlich auch, weil der Mackenstedter Hofschnaps nur mit 1,50 Euro zu Buche schlug.

Das erste Zusammentreffen der Heubacher und der Stuhrer war im Jahr 2014 über die Bühne gegangen. Auslöser war eine Urlaubsreise des musikalischen Leiters der Musikfreunde, Wilfried Jürgen, in die Schwäbische Alb. Das nunmehr dritte gemeinsame Konzert zeugt davon, dass aus dieser Urlaubsbekanntschaft eine fruchtbare Freundschaft geworden ist. Für den gelungenen Auftritt bei Schietwetter belohnten sich die Gruppen am Sonntag mit einem Ausflug bei freundlichem Himmel nach Hamburg. „Fortsetzung folgt“, versprachen die Musiker, und darauf freut sich die Stuhrer Fangemeinde bereits jetzt.

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