Bremer Kaffeehaus-Orchester zu Gast in Gutsscheune Varrel

Musikalische Frühlingsgefühle

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Die Herren in Frack und Lackschuhen haben wieder einmal überzeugt: Das Bremer Kaffeehaus-Orchester unterhielt seine Gäste mit frühligsfrischer Musik in der Varreler Gutsscheune.

Varrel - Von Rainer Jysch. Unter dem Motto „Frisch aufgeblüht“ servierte das Bremer Kaffeehaus-Orchester am Sonntagnachmittag in der Varreler Gutsscheune den Auftakt einer Reihe von Frühlingskonzerten. Aus ihrem Notenkoffer zauberten die Musiker vor allem bekannte Melodien, die sie den zahlreichen Besuchern zu Gehör brachten. Acht der 16 präsentierten Musikstücke waren neu ins Repertoire aufgenommen worden, was insbesondere die Stammhörer unter den Gästen erfreute.

Wie stets bei ihren Darbietungen, waren die fünf Künstler in Frack und Lackschuhen gekleidet und gaben ihrem Auftritt so einen festlichen Anstrich. Passend zum Motto begann das Konzert mit dem „Frühlingsstimmen-Walzer“ von Johann Strauß. „Auch wenn sich der Frühling noch nicht so anfühlt“, sagte Moderator Klaus Fischer, „passt dieses Stück doch ganz gut, auch witterungsunabhängig.“

Mit dem zweiten Lied „Something“ aus der Feder von Beatles-Mitglied George Harrison lieferten die Instrumentalisten ein gutes Beispiel für die vielen Songs ab, die sie von den „Pilzköpfen“ in ihrem umfangreichen Repertoire haben. „Die Kompositionen der Beatles eignen sich ausgezeichnet für unseren Instrumentensatz“, meinte Fischer am Rande des Konzertes, „die Lieder haben Schatten und Tiefe.“

Der vom Kaffeehaus-Orchester selbst arrangierte Beatles-Song besticht durch eine raffinierte Instrumentierung und weitgehende Anlehnung an das Original. Komponist George Harrison hätte an der Bremer Kaffeehaus-Version sicher seine Freude gehabt.

Schon seit dem Frühjahr 1990 existiert das Quintett in unveränderter Besetzung: Klaus Fischer (Flöte, Klarinette, Saxofon), Constantin Dorsch (Violine), Anselm Hauke (Kontrabass), Gero John (Violoncello) und Johannes Grundhoff (Klavier). Insgesamt 14 Alben hat das Ensemble in dieser Zeit veröffentlicht, zuletzt „Black Coffee“ in 2015. Das neu entwickelte Frühlingskonzert setzt sich aus einem bunten Mix unterschiedlicher Genres zusammen: Neben Beat, Walzer, Klassik und Musical-Songs ging es bei „I let a song go out of my heart“ von Duke Ellington zudem jazzig zu. Mit einer interessanten Geschichte stellte Klaus Fischer auch die einfühlsame Filmmusik des Großmeisters Ennio Morricone vor, der diese zum 1988 veröffentlichten Film „Cinema Paradiso“ geschrieben hatte.

Auch im zweiten Teil des Konzertes glänzte das Orchester mit einem abwechslungsreichen Programm. „La donna è mobile“ von Giuseppe Verdi, Gerschwins „Three Preludes“, die „Toccata in d-moll“ von Johann Sebastian Bach und wieder Stücke der Beatles „Come Together“ vom Album „Abbey Road“ und „All you need is love“ von 1967.

Moderator Klaus Fischer verstand es ausgezeichnet, das Publikum auf die Musikstücke mit wahren und nicht ganz so glaubhaften Geschichten einzustimmen. Zur Freude seiner Zuhörer würzte er dabei seine charmant-witzigen Erzählungen mit einer zum Thema „Frühlingsgefühle“ passenden Prise Erotik.

Das begeisterte Publikum erklatschte sich zwei Zugaben, die das Orchester mit dem flotten „Säbeltanz“ von Aram Chatschaturjan und einem Song namens „Irish Coffee“ von ihrer jüngsten CD lieferte.

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