Bitte um Hinweise auf Täter

Illegale Deponien: Müllprobleme in Stuhr häufen sich

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Bei weitem nicht nur leere Coladosen: Teilweise wurden ganze Lkw-Ladungen Bauschutt entsorgt.

Stuhr - Von Luka Spahr. Es zeuge schon von einer gewissen „Dreistigkeit“, was sich derzeit im Raum Stuhr ereignet, empört sich Gemeinde-Mitarbeiterin Sigrid Hägedorn. Der Fachdienstleiterin im Bereich Öffentliche Ordnung geht es um zahlreiche Probleme, die sich in der umliegenden Natur in letzter Zeit angehäuft hätten. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Mal seien es nur kleine Ansammlungen, mal werde gefühlt eine ganze Lkw-Ladung abgekippt. Die Rede ist von illegaler Abfallentsorgung.

Bereits Anfang November hatte der Groß Mackenstedter Janosch Nolte Alarm bei den Behörden geschlagen, als er kiloweise Müll aus einem fast ausgetrockneten Tümpel in der Steller Heide gezogen hat (wir berichteten). Jetzt appelliert auch Fachdienstleiterin Hägedorn gemeinsam mit dem Stuhrer Umweltbeauftragten Marc Plitzko noch einmal an die Bevölkerung und ganz besonders an die Umweltsünder.

Dass Mareike Gebenus vom Team Abfall- und Bodenschutz des Landkreises Diepholz vor einem Monat vermeldete, dass die Anzahl der Delikte in diesem Bereich abgenommen habe, liegt schlicht daran, dass nicht alle Meldungen auf illegale Deponien beim Landkreis ankommen. Kleinere Halden würden häufig auf lokaler Ebene beseitigt und geahndet, stellt Gebenus auf Rückfrage klar.

Hohe Strafen möglich

Auch bei kleineren Abfalldeponien gilt jedoch, dass es sich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat handelt, unterstreicht Marc Plitzko. Der Bußgeldkatalog sehe je nach abgeladener Menge Strafen von 250 bis zu 10.000 Euro vor. Kosten, die im Normalfall der Straftäter zahlen muss. Kann die Behörde oder Polizei den Verursacher jedoch nicht ermitteln, fallen die Kosten für die Beseitigung auf den Steuerzahler zurück, so Hägedorn und Plitzko.

Daher rufen sie die Stuhrer Bürger dazu auf, bei der Eindämmung der zunehmenden illegalen Abfallentsorgung mitzuhelfen. Eine Meldung bei Polizei, Gemeinde oder direkt beim zuständigen Abfallentsorger habe „nichts mit denunzieren zu tun“, so Hägedorn. Ganz im Gegenteil: Nicht nur die Natur, auch die Gemeinde werde durch die Meldung der Deponien unterstützt.

Der Abfall reiche dabei von kleinen Verpackungen, bis hin zu Bauschutt oder ganzen Möbeln. „Das ist kein Müll, den man mal eben mit der Tüte wegbringt“, ist Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen verärgert.

Ursachen für illegalen Deponien unklar

Und es wird mehr und mehr. Die Mitarbeiter der Gemeinde beklagen, dass sie gegen die aktuelle Müllschwemme kaum mehr ankommen. Unter anderem wohl auch, weil die Ursachen für die illegale Abfallentsorgung weitestgehend unklar sind. Oft sei es wohl Bequemlichkeit, wie bei einfachem Sperrmüll, für dessen kostenlose Entsorgung eigentlich nur eine Karte ausgefüllt werden muss, vermutet Hägedorn. Bei der Entsorgung von Sondermüll kämen sicher auch noch einmal finanzielle Aspekte hinzu.

An mangelnden Entsorgungsstellen dürfte es aber wohl kaum liegen, sind sich die beiden Gemeindemitarbeiter einig. Immerhin liege der Wertstoffhof der AWG in Melchiorshausen in unmittelbarer Nähe. „Das ist für Stuhrer gut erreichbar“, resümiert Plitzko.

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