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Kachelscherben für Kinderrechte

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Von: Rainer Jysch

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Zehn kugelförmige Mosaike entstehen im Werkraum der Grundschule Brinkum. Die Drittklässler werden bei der Bastelarbeit von Evita Emersleben (KuSS) und vom Künstler Rodi Khalil aus Bremen unterstützt.
Zehn kugelförmige Mosaike entstehen im Werkraum der Grundschule Brinkum. Die Drittklässler werden bei der Bastelarbeit von Evita Emersleben (KuSS) und vom Künstler Rodi Khalil aus Bremen unterstützt. © Rainer Jysch

Mosaik-Projekt an der Grundschule Brinkum in Kooperation mit der Kunstschule Stuhr

Brinkum – Zum Jahresschluss hat sich die Kunstschule Stuhr (KuSS) etwas Großes vorgenommen – so heißt es in einer Mitteilung der KuSS. Zwei Wochen lang, vom 6. bis 16. Dezember, hatten alle Drittklässler der Grundschule in Brinkum zusammen mit dem Bremer Künstler Rodi Khalil (46) an Mosaikskulpturen zum Thema Kinderrechte gearbeitet.

Unterstützung fand Khalil bei der freischaffenden Künstlerin und Kunsttherapeutin Evita Emersleben von der Kunstschule Stuhr. Am Freitag wurden die Arbeiten im Werkraum der Schule von den Beteiligten vorgestellt.

Die Aktion wird vom Land Niedersachsen ermöglicht und läuft unter dem Motto „Kinder haben Rechte“. Das Projekt geht auf eine Idee der Kunstschule Wedemark zurück, die seit 2008 in Zusammenarbeit mit Künstlern und Schulklassen die „Straße der Kinderrechte“ organisiert. Mittlerweile konnten Skulpturen und Objekte an 31 Standorten in der Region Hannover realisiert werden.

Vier Kugeln, größer als ein Fußball, sind von den Brinkumer Kindern schon vollständig mit bunten Kachelscherben beklebt worden. Weitere sechs Kugeln liegen auf den Tischen im Werkraum der Grundschule Brinkum und werden noch bearbeitet.

15 Kinder der Klasse 3a waren mit Klassenlehrerin Cornelia Glander eifrig dabei, auf den kugelförmigen Rohlingen aus Beton bunte Scherben mit wetterfestem Fliesenkleber anzubringen. Ihrer Kreativität konnten sie dabei freien Lauf lassen. Die Kugeln werden später noch verfugt und dann auf dem Schulgelände dekorativ platziert.

Eine weitere, sehr viel größere Kugel befindet sich noch im Atelier von Rodi Khalil. Auch sie soll später zusammen mit hohen Mosaik-Stelen im Zentrum von Brinkum aufgestellt werden. Einen konkreten Standort gibt es noch nicht. „Wir sind da noch mit der Gemeinde im Gespräch“, sagt Khalil. Ein Schild mit den Namen der beteiligten Kinder wird an Ort und Stelle auf die Aktion hinweisen. Im Frühjahr soll es soweit sein, so der Plan.

„Es geht um Kinderrechte und wir wollen alle Kinder zusammenbringen, so wie auf einem Mosaik“, erklärt der 46-jährige Künstler. „Die unterschiedlichen Farben symbolisieren die Kinder aus unterschiedlichen Kulturen. Die Verfugung ist die Verbindung zwischen den Kindern auf der Kugel, die die Welt darstellen soll.“

Geboren in Syriens Hauptstadt Damaskus, lebt und arbeitet Rodi Khalil seit 20 Jahren in Deutschland. In Damaskus hatte er Kunst studiert und ist inzwischen seit 27 Jahren als Künstler tätig. Seit 17 Jahren beschäftigt er sich mit Mosaiken.

„Die Schwierigkeit besteht darin, dass man eine passende freie Stelle für das kleine Kachelbruchstück findet“, erklärt Lina (8) aus der Klasse 3 a. „Schön, dass die Kugel so kunterbunt wird“, freut sich Jolie („fast 9“) über das Ergebnis ihrer Arbeit.

Die von jedem Kind erstellten Mosaike können von den Schülern mit nachhause genommen werden und dienen vielleicht als schönes Weihnachtsgeschenk in der Familie.

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