Anwohner wollen wieder mehr Ruhe und haben konkrete Vorschläge

Moordeicher gründen Initiative gegen Lärm

Die Anwohner sind durch den Schülerverkehr schon genug gebeutelt, sagt die neu gegründete Bürgerinitiative und regt unter anderem ein Einbahnstraßensystem vor. - Foto: as

Moordeich - Auf den Straßen der knapp 33.000 Einwohner zählenden Gemeinde sind jeden Tag, verteilt über 24 Stunden, deutlich mehr als 200.000 motorisierte Fahrzeuge in Bewegung. Vor allem gegen diesen „hausgemachten“ Krach soll ein „Lärmaktionsplan“ helfen.

An dem arbeiten auf Druck der EU zurzeit alle Kommunen in Europa – auch Stuhr. Rund 100 Anwohner der Danziger Straße, Am Hexendeich, Neuer Weg, Masurenstraße und angrenzende Gebiete wollen mehr. Sie fordern von Politik und Verwaltung sofortiges Handeln und haben dafür eine Initiative gegründet. Der Titel ist „BürgerMoordeichGegenLärm“.

Allein auf den mehr als zehn Autobahnkilometern (A1/A28) sollen es bis zu 150.000 Fahrzeuge sein – mit einem Schwerlastanteil von etwa 20 Prozent. Das macht Krach, bringt CO2 und Feinstaub.

Zunächst will die Initiative Vorschläge zusammentragen. Es gehe darum, die zunehmende Belastung nicht nur einzudämmen. Die Anwohner wollen mehr Ruhe. Einfach ein „Weiter so“, bekräftigt Gosa Gliwa, könne es nicht geben. Sie wohnt an der Danziger Straße und ist eine der Sprecherinnen der Gruppe.

Zahlreiche Anwohner, Neubürger und Alteingesessene stimmen ihr zu. Die Situation werde immer unerträglicher, die Fahrzeuge immer mehr, die Fahrten immer schneller und die Autos und Motorräder immer lauter.

Der Neue Weg und die Danziger Straße hätten sich zu einem viel genutzten „überörtlichen Gemeindeverbindungsweg“ entwickelt, so ein ein in Gesprächen mit Anwohnern oft gehörter Vorwurf. Mit den während der vergangenen Jahre geschaffenen neuen Wohngebieten „Im Ring“, „Handwerkerviertel“ und „Zu den Gehöften“ sei die Belastung extrem angestiegen. Zorn herrscht zudem über die hohe Zahl ganz offensichtlich unnötiger „Hin- und Herfahrten“ der immer selben Autos, erkennbar mutwillig und aus Spaß, teilt die Initiative mit. Das Quartier sei durch den Schul-, Sport- und Busbetrieb ohnehin schon über Gebühr beansprucht, heißt es weiter.

Erste Vorschläge: Das Befahren der Straßen für zum Beispiel reine Spaßfahrer mit Hilfe von baulichen Veränderungen, Schikanen, Verkehrsführungen und Kontrollen unattraktiv zu gestalten. Eine drastische Einschränkung der privat organisierten Schülertransporte auf das wirklich Notwendige reduzieren.

Weitere Details aus den bisher zusammengetragenen Anregungen: Eventuell für das ganze Quartier ein Einbahnstraßensystem zur besseren Verteilung der Lasten einrichten. Oder andernfalls eine sofortige Öffnung der Straßen im „Handwerkerviertel“ und der Straße „Am alten Rathaus“ in alle Richtungen befahrbar machen. Außerdem regen die Anwohner ein Abhängen der Danziger Straße vom Hexendeich mit einer Verlegung der Buslinie 55 an. Diese Vorschläge soll die Gemeinde jetzt bekommen.

Die Gruppe spricht sich für mehr Augenmerk auf die Steigerung der Wohn-und Lebensqualität der dort schon lebenden Menschen aus. Der Lärmaktionsplan sei nichts weiter als eine Absichtserklärung, fürchten sie, wenn er denn mal beschlossen sein wird. - sb/as

Mehr zum Thema:

Debatte über Brexit-Gesetz im britischen Oberhaus

Debatte über Brexit-Gesetz im britischen Oberhaus

eCommerce verändert den Designmarkt für Möbel

eCommerce verändert den Designmarkt für Möbel

Wie werde ich Florist/in?

Wie werde ich Florist/in?

Tag des Ehrenamtes in Kirchlinteln

Tag des Ehrenamtes in Kirchlinteln

Meistgelesene Artikel

Jagd auf Punkte, Judokas und Chorgesang

Jagd auf Punkte, Judokas und Chorgesang

Tänzchen mit weißen Handschuhen

Tänzchen mit weißen Handschuhen

Lauter Knall schreckt Bewohner auf

Lauter Knall schreckt Bewohner auf

Buswartehäuschen und Autoscheiben in Weyhe zerstört

Buswartehäuschen und Autoscheiben in Weyhe zerstört

Kommentare