Wilhelm Fritscher engagiert sich seit Jahren für die Kirchengemeinde St. Paulus

Mehr als gute Nachbarschaft

+
Wilhelm Fritscher hat den Stuhrer Wolf erhalten.

Moordeich - Von Katharina Schmidt. Wilhelm Fritscher aus Moordeich war ohne große Hoffnungen zur Verleihung des Stuhrer Wolfs gekommen. Klar, er war nominiert – aber neben ihm immerhin noch 32 weitere Ehrenamtliche. Doch dann fing Laudatorin Eva Gidion an, von einem Zugezogenen zu reden, der ein fester Bestandteil der Kirchengemeinde geworden ist. Jemanden, dem Gemeinschaft und die Ökumene am Herzen liegen. „Mensch, damit könnte ich gemeint sein“, schoss es Fritscher durch den Kopf. Mit dieser Vermutung lag er richtig.

Die Jury zeichnete den 76-Jährigen für sein Engagement in der katholischen Kirchengemeinde St. Paulus mit der wolfförmigen Anstecknadel aus. Er war 32 Jahre lang Vorsitzender des Pfarreirats.

Die Verleihung im Rathaus liegt mittlerweile etwas mehr als zwei Wochen zurück. Fritscher lächelt, wenn er an die Veranstaltung denkt. „Ich habe mich sehr über die Auszeichnung gefreut“, sagt er. Es sei schön, dass die Jury in diesem Jahr jemanden aus den Reihen St.-Paulus-Gemeinde bedacht habe.

Geboren ist Wilhelm Fritscher im Sudetenland. 1946 ist er nach Hessen ausgesiedelt worden, zwei Jahrzehnte später zog es ihn nach Bremen. In der Hansestadt arbeite er bei den Vereinigten Flugtechnischen Werken, einem Luft- und Raumfahrtunternehmen. Nach ein paar Jahren wechselte er zu Klöckner-Stahl in die Prozessdatenverarbeitung.

Gemeinde auf vielfältige Art und Weise unterstützt

Ein regelmäßiger Kirchengänger war er in all den Jahren nicht. Das änderte sich, als er 1976 in Moordeich in unmittelbarer Nähe der St.- Paulus-Kirche ein Haus baute. Der Gründer der katholischen Gemeinde in Moordeich, Kaplan Helmut Middendorf, war sein Nachbar. „Und als Nachbar geht man natürlich auch zur Kirche“, erzählt Fritscher. Wenn er heute nicht beim Gottesdienst ist, fällt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Frage: „Wo ist Willi?“

Kein Wunder, denn in den vergangenen Jahrzehnten saß Fritscher nicht nur oft auf der Kirchenbank, sondern hat die Gemeinde auf vielfältige Art und Weise unterstützt. 1981 wurde er Mitglied des Pfarrgemeinderats (heute Pfarreirat). 1985 übernahm er dessen Vorsitz. Auf den Rückhalt seiner Familie konnte er dabei zählen. Im vergangenen Jahr trat Fritscher zurück, um das Feld Jüngeren zu überlassen. Der Pfarreirat berät und fasst Beschlüsse. Außerdem unterstützen die Mitglieder den Pfarrer.

„Fast ganz Europa abgegrast“

„Ich hab das gern gemacht“, sagt Fritscher über seine Amtszeit. „Was uns sehr gequält hat, waren undichte Kirchendächer.“ Dieses Problem gehört der Vergangenheit an. Aktuell ist hingegen der Anbau des Kindergartens. Fritscher arbeitet im Bauausschuss für dieses Vorhaben mit. Auch sonst ist er in der Gemeinde noch aktiv, auch wenn er offiziell kein Amt mehr bekleidet. Er ist Lektor, fährt ältere Menschen zum Gottesdienst, singt im Kirchenchor, beteiligt sich an Monatsaktionen und ist Teil des Männerclubs (im Sommer spielt dieser Boccia, im Winter Dart).

Darüber hinaus organisiert Fritscher – im Übrigen auch Vater von zwei Töchtern und Mitglied der Tennissparte des TSV Woltmershausen – seit 1990 im Namen der Kirche Reisen. „Mittlerweile haben wir fast ganz Europa abgegrast“, sagt er. 2017 ging es nach Südtirol, dieses Jahr steuert der Bus Slowenien an.

Die Reisegruppe ist stets ökumenisch. Das Zusammenwirken verschiedener Konfessionen ist Fritscher wichtig. „Katholisch und evangelisch, das kann man heute nicht mehr trennen wie früher.“ Für ihn zählt in erster Linie eines: „Es gibt einen Jesus.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Wir sind die Generation Sandwich, na und?

Wir sind die Generation Sandwich, na und?

Weihnachtsgeschenke gekonnt loswerden

Weihnachtsgeschenke gekonnt loswerden

New-York: Das bietet der Reichen-Rummel Hudson Yards

New-York: Das bietet der Reichen-Rummel Hudson Yards

Fixe Ideen fix festhalten

Fixe Ideen fix festhalten

Meistgelesene Artikel

Seltener Kartoffelkrebs in Barnstorf: Sporen geraten in Kanalisation

Seltener Kartoffelkrebs in Barnstorf: Sporen geraten in Kanalisation

Polizei stoppt Auto wegen kaputtem Bremslicht - am Ende gibt es zwei Strafverfahren

Polizei stoppt Auto wegen kaputtem Bremslicht - am Ende gibt es zwei Strafverfahren

Gleichstellung im Landkreis Diepholz: In der Politik ist noch Luft nach oben

Gleichstellung im Landkreis Diepholz: In der Politik ist noch Luft nach oben

Wagenfelder Motive auf Einkaufsbeuteln

Wagenfelder Motive auf Einkaufsbeuteln

Kommentare