Ein Mal pro Monat lädt die Behindertendicso in Heiligenrode ein

Auf besonderen Wunsch gibt es auch die Toten Hosen

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Zur Behindertendisco in der Begegnungsstätte „Unser Haus“ kommen regelmäßig 30 bis 40 Besucher.

Heiligenrode - Die Besucher kommen vom Albertushof in Delmenhorst und von der Heiligenroder Wohnheimat. Meistens sind es 30 bis 40 Menschen mit Handicap, die bei der Behindertendisco in der Begegnungsstätte „Unser Haus“ an der Heiligenroder Straße 33 feiern. Seit 2004 wird an jedem zweiten Sonnabend im Monat die Disco-Kugel angeschaltet, und die Musik wummert aus den Boxen.

Die Idee einer Disco für geistig behinderte Menschen, denen ein wunderbares Gespür für Musik und Rhythmus nachgesagt wird, geht auf den verstorbenen Emil Pracht zurück. Der Mitinitiator der Behindertenwohnheimat und der Begegnungsstätte „Unser Haus“ fand bei Lore Rönz offene Ohren. Sie war seinerzeit als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Wohnheimat. Sohn Malte hatte sich im Bremer Martinsclub als Zivildienstleistender verpflichtet und war vom dortigen Konzept der Freizeitgestaltung überzeugt. Die Ideen aus der Familie Rönz und die Gedanken von Emil Pracht fielen auf einen äußerst fruchtbaren Boden. Am 10. Januar 2004 gingen die Lichter zur Premiere der „Party Time“ an und leuchten bis zum heutigen Tag als Erfolgsgeschichte.

Mittlerweile haben sich Lore Rönz und Ehemann Frank, der als DJ und Taxifahrer für die Gäste eine feste Größe gewesen war, von der Organisation der Behindertendisco zurückgezogen. Nun hält Feodor Wiese vom Behindertenbeirat alle Fäden in der Hand. Er war ebenfalls von Anfang an aktiv und kümmerte sich um den Getränkestand.

Unterstützung bekommt er aus der eigenen Familie von Tochter Martina. Die ist seit zwei Jahren für die Musik zuständig und hat sich voller Elan in das neue Metier als ehrenamtliche Helferin reingekniet. Ihr DJ-Vorgänger Frank Rönz hatte ihr großzügig seine bunte Mischung tanzbarer Songs überlassen. Darüber hinaus kauft Martina Wiese oft Musik dazu. Für 15 Euro aus der eigenen Tasche ließen sich so manche Wünsche der Discobesucher erfüllen. „Auf besonderen Wunsch gibt es auch schon mal die Toten Hosen“, sagt sie. Aber hauptsächlich gelte es, den allgemeinen Geschmack der Gäste zu treffen.

Beim Abhol- und Bringdienst ist Feodor Wieses Schwiegersohn Otto fest eingeplant. Die Heiligenroder Gäste, die zu Fuß gekommen sind, begleitet Martina Wiese nach der Party nach Hause. Die Pflegekräfte aus den Heimen können dies wegen ihrer Aufsichtspflicht vor Ort nicht übernehmen.

Besonders angesagt sei momentan die aufgepeppte Volksmusik, berichtet Martina Wiese. Einige der Gäste tanzen von Anfang an voller Begeisterung mit, andere brauchen erst ein wenig Animation. Die übernimmt, wann immer sie Zeit hat, Feodor Wieses Ehefrau. „Wir suchen junge Impulsgeber, die sich ehrenamtlich einmal im Monat mit einbringen möchten“, wirbt Wiese für den guten Zweck. Nicht alle der behinderten Gäste kämen sofort auf Touren und bräuchten eben ein wenig Anschub. Wer Lust hat, in lockerer Disco-Atmosphäre zwischen 19.30 bis 22 Uhr mitzumachen, sollte sich bei Feodor Wiese, Ruf 04206/9346, melden.

•Vor der obligatorischen Sommerpause der Behinderten-Disco gibt es noch einen Höhepunkt: Für den 11. Juli, 19.30 Uhr, lädt das Organisationsteam zur Abschlussparty mit Grillen ein. „Wie zur jährlichen Karnevalsfete wird der Andrang wieder groß sein“, sagt Feodor Wiese.

Die nächste Disco für Menschen mit Behinderung geht am Sonnabend, 4. Juli, über die Bühne. Beginn der Veranstaltung ist um 19.30 Uhr.

ak

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