Mode als Fassade

Stipendiatin Maria Visser verlässt die Künstlerstätte Heiligenrode

Stipendiatin Maria Visser.
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Die Stipendiatin Maria Visser beendet ihre Zeit in der Künstlerstätte Heiligenrode mit einer Ausstellung.

Mode, Design und nun auch Architektur: Maria Visser erweitert ihre Tätigkeiten in der Bildenden Kunst. Bevor die Stipendiatin die Künstlerstätte Heiligenrode jedoch wieder verlässt, veranstaltet sie noch eine Abschlusspräsentation an diesem Wochenende mit Videomodels, die ihre neue Kollektion zeigen. Der Eintritt ist frei.

Heiligenrode – Maria Visser beendet ihre kreative Zeit in Heiligenrode. Und zwar mit einer Abschlusspräsentation in der Künstlerstätte. Es gibt allerdings keine Eröffnung, keine Begrüßung und auch keine Einführung im üblichen Format. Stattdessen gibt es nach Worten von Andrea Mehlhop von der Gemeinde Stuhr pandemiebedingt am Samstag ab 15 Uhr ein „Soft Opening“ unter Beachtung der bekannten 3G-Regel.

Bis 18 Uhr steht die Künstlerin für einen Austausch über ihre Arbeit, die sich zwischen Performance, Skulptur und Publikationstätigkeit bewegt, zur Verfügung.

Die Performance – ursprünglich gedacht als Vorführung von Mode durch Models – ist in diesem Rahmen auch nicht möglich. Maria Visser hat sich ersatzweise für eine Video-Präsentation unter dem Titel „Cruise Shows“ entschieden. Das Video ist als Bestandteil der Ausstellung zu sehen.

In Heiligenrode erweiterte Visser ihr freischaffendes Spektrum der bildenden Kunst, bestehend aus Mode und Design, erstmals um die Architektur. In einem Gebäudemodell in Wabenstruktur hat sie miniaturisierte Objekte ihrer bisherigen Ausstellungen untergebracht. Darunter auch schon die Objekte ihrer aktuellen Präsentation. „Das Haus ist nach und nach entstanden. Es ist durchgängig und wird sich auch künftig noch weiter verändern. In den Waben speichert der Raum die Zeit“, erläutert sie. In der Videopräsentation führen die Models die neue Mode- und Schmuckkollektion von Maria Visser in diesem Gebäudemodell vor.

Der sonst übliche Katalog fällt auch etwas anders aus. In Fortsetzung ihrer Magazinreihe „Chic“, in Bildsprache und im Format angelehnt an das weltberühmte VOGUE-Magazin, erscheint ein dritter Band. Dieser nimmt das Motto der Ausstellung „Future in Store“ auf. Als spannend an dieser Formulierung wird im Einladungsflyer der Widerspruch zwischen dem Begriff Zukunft „future“ und dem Ausdruck etwas „in store“, also auf Lager zu haben, bezeichnet. Mit „Future in Store“ bezeichnet Maria Visser bereitliegende Schablonen von Zukunft, aus denen ausgewählt werden kann.

Andrea Mehlhop zeigt sich erfreut, dass das neue Magazin bereits vorliegt und am heutigen Eröffnungstag für 10 Euro direkt vor Ort erworben werden kann. Später liegt der Preis für das Magazin bei 15 Euro.

In diesem Magazin treten die Menschen in den Hintergrund. Maria Visser beschreibt die Mode als Fassade. Ihre Kleidung ist nicht alltagstauglich. Dafür setzt sie sich mit dem Spannungsfeld zwischen Kleidung als zweiter und Architektur als dritter Haut des Menschen auseinander. Sergey Harutoonian, Kurator des Kunstvereins Hannover, beschreibt in seiner schriftlich vorliegenden Einführung, dass das künstlerische Schaffen Maria Vissers „sich durch eine Vielschichtigkeit auszeichnet, die an der Schnittstelle zwischen Skulptur, Performance, Installation und Publikation operiert und darin scharfsinnig die Mechanismen der Modewelt offen legt, ohne dabei wertend zu sein. Ihre Eigeninterpretation bekannter modischer Ästhetik-Codes lässt sie mittels verschiedener Ausdrucksformen spielerisch miteinander verschmelzen und dringt damit zum Kern der Modewelt vor“.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung kann bis Sonntag, 3. Oktober, in der Künstlerstätte Heiligenrode besucht werden. Geöffnet ist die Künstlerstätte für die Ausstellung jeweils freitags und samstags von 15 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr, oder nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.

Künstlerisches Spektrum erweitert: Maria Visser nimmt zum ersten Mal Architektur in ihre Arbeiten auf.
„Future in Store“ ist der Titel der Abschlussausstellung. Design und Mode spielen eine Rolle.

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