Startschuss für Renovierung gefallen

Sanierung mit Verzögerung: Sporthallen in Stuhr-Brinkum sollen im Sommer 2023 fertig sein

Bauzäune in einer Sporthalle in Stuhr-Brinkum.
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Von der Dusche in Halle 1 müssen die Schüler zum Sport in die Halle 2 – ein ausgeklügeltes System.

Mit einer Verzögerung von mehr als zwei Jahren hat in Brinkum die Sanierung der KGS-Sporthallen begonnen. Den Auftakt machen die Umkleiden in Halle 2, in der vorerst der Sportbetrieb über die Bühne geht. Bis zum Ende dieser Bauphase müssen sich die Sportler in den Kabinen der Halle 1 umziehen. 

Brinkum – Lange hat es gedauert, bis die Sanierung der beiden KGS-Sporthallen überhaupt beginnen konnte. Jetzt kämen die Arbeiten aber zügig voran, berichtet Hayo Wilken vom Fachdienst Hochbau der Gemeinde Stuhr. Der Startschuss fiel im September mit der Erneuerung der Umkleiden in Halle 2. Nachdem die Räume entkernt waren, hat ein Rohbauunternehmen Schlitze für die neuen Abwasserleitungen in den Beton gezogen. Zurzeit sind eine Firma für Haustechnik sowie Dachdecker am Werk. Dach und Fassade werden energetisch auf den neuesten Stand gebracht.

Laut Wilken dürfte dieser Bauabschnitt im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen sein. Dann gehe es „rüber zur Halle 1“, die komplett saniert wird, beginnend mit den Umkleiden. Anschließend folgen Dach und Fassade, zum Schluss der Sportboden. Halle 1 soll zum Jahresende 2022 komplett fertig sein. Erst dann wird die Renovierung der Halle 2 wieder aufgenommen, die ebenfalls einen neuen Sportboden erhält.

Die Steuerung von Haustechnik und Digitalisierung erfolgt künftig aus der Schule heraus. Dafür werden bereits jetzt Leitungen verlegt. Im Sommer 2023 soll die gesamte Maßnahme beendet sein.

Entkernte Umkleiden in Halle 2: Rathausmitarbeiter Hayo Wilken begutachtet den Baufortschritt.

Die Sanierung der KGS-Hallen ist eine komplexe Angelegenheit, da der Sportbetrieb zumindest in einer Halle immer möglich sein muss. Aktuell steht dafür Halle 2 zur Verfügung, während die Schüler die Duschen in Halle 1 nutzen müssen. Dort dürfen sie aber keinen Sport treiben, da die Halle nach einer Begehung mit dem Gemeindeunfallversicherungsverband seit November 2019 geschlossen ist. Der Verband hatte gravierende Mängel festgestellt. Heißt: In Halle 1 ist Sport erst wieder nach der kompletten Sanierung des Gebäudes Ende 2022 möglich.

Zusätzliche Kapazitäten bietet die Sporthalle des FTSV Jahn Brinkum am Birkenweg, die eigens für die Sanierung gebaut wurde. Nach Fertigstellung der KGS-Hallen geht das Gebäude in den Besitz des Vereins über.

Bereits im vergangenen Jahr wollte die Gemeinde laut Wilken die Arbeiten für die Sanierung ausschreiben. „Doch der Brand hat alles über den Haufen geworfen“, sagt Wilken. Anfang Oktober 2020 hatte im Technikraum der Halle 2 eine Batterieanlage, die als Puffer für die Notstromversorgung diente, Feuer gefangen. Personen wurden zwar nicht verletzt. Neben dem Sportbetrieb war aber vorerst auch die Sanierung lahmgelegt.

„Wir ziehen das jetzt durch“

Eine Neuplanung wurde notwendig, denn eigentlich war zuerst die Halle 1 an der Reihe. Dazu wären allerdings die Umkleiden in Halle 2 notwendig gewesen, die durch die Rauchentwicklung arg in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Zuvor war der Baustart bereits durch eine zweifache Teilnahme der Kommune an Förderprogrammen in Verzug geraten. Stuhr ging jeweils leer aus.

Ursprünglich sollte sich die Renovierung der Sporthallen direkt an die energetische Sanierung der KGS anschließen. Die war Anfang 2019 feierlich abgeschlossen worden. Knapp zweieinhalb Jahre sind also insgesamt ins Land gezogen, bis im September die Abbruchfirma in den Umkleiden der Halle 2 loslegen konnte. „Wir ziehen das jetzt durch“, gibt Bürgermeister Stephan Korte die Parole für die kommenden fast zwei Jahre aus.

Laut Wilken ist die Halle 1 „jetzt wirklich fällig“. Er nennt Warmwasserausfälle, Rohrbrüche und Wassereinfall durch das Dach als Beispiele. „Teilweise mussten wir das Wasser sogar schon abstellen. Die Halle meldet sich“, sagt Wilken. Dies gelte auch für Halle 2. Beide Umkleiden erhielten ein neues Rohrsystem für die Duschen.

Ein Grund für die Verzögerung der Sanierung: der Brand im Technikraum der Halle 2 im Oktober 2020.

Was die Ausschreibungen angeht, zieht Wilken eine zufriedenstellende Zwischenbilanz. Demnach wurden bislang Aufträge von über 4 Millionen Euro vergeben. 80 Prozent der Bausumme müsse europaweit ausgeschrieben werden, da die Vergaberichtlinien dies bei einer Gesamtsumme für die Gewerke von derzeit 5,35 Millionen Euro netto vorschreiben würden.

Trotz der europaweiten Ausschreibung hätten Unternehmen aus der Region profitiert, sagt Wilken. Die Dachdecker etwa kämen aus Weyhe, die Elektriker aus Stuhr, die Trockenbaufirma aus Harpstedt. „Manche Vergaben sind aber auch Richtung Papenburg und Wilhelmshaven gegangen.“

Noch liege das Projekt im Rahmen der Kostenschätzung und sei von Engpässen bei der Materialbeschaffung weitgehend verschont geblieben. Wilken: „Das merken wir hier und da zwar auch. Doch insgesamt sind wir noch in der glücklichen Lage, das Material zeitig zu bekommen.“

Von Andreas Hapke

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