Eine Melancholie, so hoffnungsvoll und treibend

Mirjana Uhde kehrt mit Wehmut nach Varrel zurück

Mirjana Uhde tritt am Sonntag des Stuhr Open Air auf.

Varrel - Von Andreas Hapke. Der Auftritt bei der Premiere des Stuhr Open Air auf Gut Varrel am letzten Wochenende im August dürfte für jeden Musiker etwas Außergewöhnliches sein. Das gilt in besonderer Weise für Mirjana Uhde.

Die Künstlerin kehrt zurück an den Ort, an dem bis vor zwei Jahren „A Heart for Stuhr“ über die Bühne gegangen war. Für dieses Festival hatte sie einst der inzwischen verstorbene Organisator Helmut Frank gebucht. „Das ist für mich allgegenwärtig“, sagt Mirjana Uhde. Frank habe sie immer gepusht. Sie spricht von einem „Déjà-vu mit einem kleinen Schuss Wehmut“.

Hoffnungsvolle Melancholie

Kühl und nüchtern könne sie ihr Konzert am Sonntag, 27. August, 12 Uhr, jedenfalls nicht betrachten. So sei sie nicht, so sei auch nicht ihre Musik. Diese bezeichnet die 33-Jährige gerne als melancholisch, doch das hauptsächlich deswegen, „damit die Leute nicht denken, sie erwartet Rock ‘n’ Roll“. Aus ihrer Sicht steht Melancholie nicht für Hoffnungslosigkeit oder Trauer. „Sie ist ist für mich hoffnungsvoll und treibend.“

In Varrel begleitet sich die Sängerin selbst am Klavier. Mit auf der Bühne steht Thomas Milowski, der Kontrabass und akustische Gitarre spielt. Seit fünf Jahren unterstützt er die gebürtige Stuhrerin. „Er ist ein guter Begleiter, hat musikalisch und zwischenmenschlich eine Meinung. Und er erdet mich manchmal“, sagt sie.

Mirjana Uhde hat schon mit sechs Jahren Klavierunterricht bei der Oma genossen. Ihr Handwerk aber lernte sie nach eigener Auskunft bei Eugen „Beppo“ Mayr in der Musical-AG der KGS Brinkum. „Das war eine harte Schule, über die ich erst Noten gelernt habe“, erinnert sie sich. Erste Gesangserfahrungen vor einem größeren Publikum hat sie im Rahmen eines Julia-Neigel-Konzerts im Rathaus Stuhr gesammelt. Auch dafür hatte Frank den Weg geebnet.

Uhdes Texte sind wie ihr Tagebuch

Seit zwei Jahren schreibt Mirjana Uhde ihre Songs selbst. Sie singe ausschließlich auf Deutsch, weil ohne die sprachliche Barriere mehr Nähe zum Publikum entstehe. 90 Prozent ihrer Texte seien autobiografisch, sagt Uhde. „Das ist wie Tagebuch schreiben. Eine Umsetzung von Dingen, die mich im Alltag und im zwischenmenschlichen Bereich beschäftigen.“ Sie habe sich trotz ihrer weniger kommerziellen Musik durchgesetzt und sei dankbar, dass die Menschen sie damit ernst nehmen.

Hauptberuflich ist Uhde als Tierarzthelferin für eine Tierkrankenversicherung tätig. Für die Zukunft wünscht sie sich, „mehr Musik zu machen und weniger zu arbeiten“. Sie möchte sich verbessern und dafür „viel, viel spielen“, um Praxis vor Publikum zu sammeln. Ihr Auftritt in Varrel bildet einen weiteren Schritt auf diesem Weg.

Eingebettet ist ihr Konzert zwischen den Auftritten des TS-Projekts und der Syringa Sisters. „Am Sonntag gibt es keinen Rock ‘n’ Roll, der Eintritt ist frei. Es ist der Tag mit dem melancholischeren wahrnehmungsträchtigeren Touch“, erklärt Organisator Karsten Schierenbeck.

Hätte sie sich einen anderen Zeitpunkt für ihre Vorstellung gewünscht? „Das ist mir egal“, sagt Mirjana Uhde. „Meine Leute kommen, wann immer ich auftrete.“ Wer sie schon vorher erleben möchte, kann dies am 20. Juli um 19 Uhr am Spielbudenplatz in Hamburg-St. Pauli tun. Ein weiterer Auftritt ist für den 16. September terminiert: ein Heimspiel in der Galerie 64 in Bremen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Erntefest in Neddenaverbergen 

Erntefest in Neddenaverbergen 

Trecker-Oldtimer-Treff in Vethem

Trecker-Oldtimer-Treff in Vethem

Schwarmer Familientriathlon

Schwarmer Familientriathlon

20 Jahre Gemüseabo in Dörverden 

20 Jahre Gemüseabo in Dörverden 

Meistgelesene Artikel

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

NDR berichtet live über Ballonfahrer

NDR berichtet live über Ballonfahrer

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

Ein Stück Kirchweyher Hofgeschichte verschwindet

Ein Stück Kirchweyher Hofgeschichte verschwindet

Kommentare