Gute Resonanz

An der Milchtankstelle selbst abzapfen: Mehrere Automaten stehen in Stuhr

Frische Milch direkt vom Bauern. Die ist dank Milchtankstellen in der Gemeinde Stuhr leicht erhältlich. Aber auch andere frische Lebensmittel sind in den Stuhrer Automaten zu finden.

Varrel – Sich selbst frische Milch abzapfen und zu Hause ein Glas davon genießen: Vor gut fünfeinhalb Jahren hat die Familie Mahlstedt auf ihrem gleichnamigen Hof an der Grünen Straße 6 in Varrel die erste Milchtankstelle in der Gemeinde Stuhr eröffnet. Um genau zu sein: im April 2015.

GemeindeStuhr
Bevölkerung33.200
BürgermeisterStephan Korte
Postleitzahl28816

Wie es dazu kam? Die Lage des Betriebes sei ausschlaggebend gewesen. „Und das Interesse daran, Naturprodukte zur Verfügung zu stellen und den Kunden zu zeigen, was das ist“, sagt Landwirt André Mahlstedt. Ein weiterer Grund war seine Meisterarbeit. Dafür habe er sich mit der Frage „Wie kriege ich eine bessere Wertschöpfung hin?“ beschäftigt. „Die Milchtankstelle war dafür ein super Einstieg.“

Den Anfang machten die Milchtankstelle sowie der Verkauf von Kartoffeln und Eiern – Letzteres lief auf Vertrauensbasis. „Das hat leider nicht so gut geklappt“, resümiert Mahlstedt. Daraufhin kam ein Warenautomat dazu, der sich vor dem Hof in einer kleinen Holzhütte in der Nähe der Milchtankstelle befindet. „So konnten wir unsere Palette erweitern.“

Varrel: Auch Honig, Wurst, Marmelade und Joguhrt aus dem Automaten

Neben Honig können sich Kunden Wurstwaren, Marmelade und Joghurt aus dem Automaten ziehen. „Der Joghurt kommt vom Cousin meines Vaters, aber es ist unsere Milch, die zu Joghurt gemacht wird.“ Neben 130 Kühen und etwa 180 Jungvieh hält er seit August vorigen Jahres 180 Hühner. Die Eier bietet er ebenfalls in dem Automaten zum Verkauf an. Damit die Tiere es auch schön haben, haben er, sein Vater und seine Mitarbeiter das Hühnermobil „Mahlstedt’s Hühnerhütte“ gebaut. Seit zwei Jahren verkauft Mahlstedt in dem Automaten eigenen Käse – „in Zusammenarbeit mit einer mobilen Käserei“. Und wo kann man ihn überall kaufen? „Hier, in ein paar Hofläden und beim Edeka in Moordeich“, listet er auf.

Frischer geht es nicht: André Mahlstedt hat auf dem gleichnamigen Hof in Varrel eine Milchtankstelle stehen. Seit mehr als fünfeinhalb Jahren können sich Kunden dort Rohmilch abzapfen. Hinter Mahlstedt befindet sich der Warenautomat.

Neben der Milchtankstelle auf dem Hof gibt es seit 2017 noch vier weitere Automaten: im Edeka-Markt in Moordeich, in zwei Kaufland-Märkten in Delmenhorst sowie in einem Kaufland-Markt in Bremen. Allerdings fließt nur aus dem Spender auf Mahlstedts Hof Rohmilch. Die Produkte in den Supermärkten sind pasteurisiert. Wieso? „Rohmilch darf man nur an dem Standort verkaufen, wo sie hergestellt wird“, erklärt der Landwirt. Und was genau ist Rohmilch? „Das Naturprodukt. Da wird nichts mit gemacht.“

Neben der Milchtankstelle steht auf einer Tafel eine genaue Anleitung für die Kunden. Sie können ihre eigenen Flaschen mitbringen oder, wenn sie gerade keine parat haben, Glasflaschen in der Holzhütte kaufen, die 80 Cent das Stück kosten. Wer einen Liter Milch abzapft, bezahlt einen Euro. „Das wird gut angenommen. Eigentlich ist hier immer was los“, so Mahlstedt. Vor allem in der Corona-Zeit, in der viele Menschen den Kontakt zu anderen meiden, bemerke er den Zulauf. An den Wochenenden kämen die meisten Personen vorbei. Darunter auch Spaziergänger oder Radfahrer. Die Milchtankstelle ist rund um die Uhr geöffnet.

„Fischer‘s Milcheck“ 24 Stunden am Tag geöffnet

Den Betrieb führt Mahlstedt zusammen mit seinem Vater Rolf. Unterstützung bekommen sie von einem Azubi, einer Teilzeitarbeitskraft sowie drei 450-Euro-Kräften. André Mahlstedts Frau und seine Mutter wirken ebenfalls mit. Heiko Fischer verkauft an der Kladdinger Straße 11 seit 2017 Rohmilch in „Fischer’s Milcheck“. Den Hof bewirtschaftet er zusammen mit seinen Eltern, zwei Angestellten sowie Aushilfskräften. 120 Milchkühe halten sie. Die Kunden können sich die Milch ebenfalls aus einem Automaten abfüllen – ein Liter kostet einen Euro. Zudem können sie sich in einem weiteren Automaten unter anderem Eier, Würstchen und Marmelade aus der Region kaufen. Das werde gut angenommen. „Das läuft ganz gut“, sagt Heiko Fischer. „Mit Corona sogar noch besser.“ Er begründet es damit, dass die Kunden nicht in einen vollen Supermarkt müssen. „Fischer’s Milcheck“ ist 24 Stunden am Tag geöffnet.

Milch selber abzapfen, das ist in der Gemeinde Stuhr an gleich mehreren Orten möglich.

Seit fünf Jahren gibt es eine Milchtankstelle auf dem Hof der Familie Evers an der Warwer Straße 20 in Warwe. 100 Milchkühe hält die Familie. „Das Angebot wird gut angekommen“, findet auch Cord Evers. Er bemerke ebenfalls, dass während der Corona-Zeit mehr Kunden zu ihm kommen. „Sie können hier bei uns draußen Abstand halten.“ Der Liter Rohmilch kostet in Warwe ebenfalls einen Euro. Neben Milch können sie in einem zweiten Automaten Eier, Glasflaschen, Honig und Käse bekommen. Die Produkte verkaufen Evers nur auf ihrem Hof.

Michtankstellen-Konkurrenz in Stuhr?

Sind die anderen Milchtankstellen keine Konkurrenz? „Das ist schon gut verteilt in der Gemeinde. Natürlich gibt es welche, die beim einen oder anderen kaufen, aber man kennt sich untereinander auch“, so Cord Evers.

Friederike Kastens betreibt zusammen mit ihrem Mann ihren Hof an der Harpstedter Straße 177 in Heiligenrode. Seit Oktober 2015 können sich Kunden Rohmilch aus ihrer „Milchbude“ abfüllen. Der Liter kostet auch dort einen Euro. Der Milch-Selbstbedienungsautomat fasse 100 Liter. Wie kam es zur Idee, Rohmilch zu verkaufen? Kastens berichtet: „Eigentlich wollten wir Eis machen. Wir waren bei Freunden in Frankfurt am Main, die machen Eis, und die haben uns geraten, für den Einstieg Milch zu verkaufen, um zu schauen, ob Kunden kommen.“ Neben der Rohmilch bieten sie regionale Produkte an. Glasflaschen können die Kunden für drei Euro das Stück kaufen. „Die kauft man einmal und kann sie immer wieder nutzen“, sagt Kastens. Pfand gebe es nicht. Die „Milchbude“ werde gut angenommen. Die Kunden können dort ebenfalls rund um die Uhr Milch bekommen. Neben 120 Kühen gibt es Hühner auf ihrem Hof.

Rubriklistenbild: © terrasi

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