Mendelssohn-Bartholdy und Schumann in Rot und Schwarz

NDR Radiophilharmonie und Carolin Widmann begeistern in Varrel

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Ganz in Rot gekleidet dirigiert Carolin Widmann, vom Platz der Ersten Geige die NDR Radiophilharmonie beim Konzert in der Gutsscheune in Varrel. 

Varrel - Von Angelika Kratz. „Raum“ lautet das Motto der 31. Niedersächsischen Musiktage, die mit mehr als 50 Konzerten an besonderen Spielstätten veranstaltet werden. Die Gutsscheune Varrel war am Donnerstagabend eine davon.

Ein hochkarätiges, einmaliges Konzert erwartete die Klassikfans, die für ein ausverkauftes Haus sorgten. Dabei gastierte die international gefeierte Geigerin Carolin Widmann mit der NDR Radiophilharmonie und einem fein komponierten Programm mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schuhmann und ihrem Bruder Jörg Widmann.

Zum überwiegenden Schwarz des Orchesters erstrahlte Carolin Widmann als Solistin, Dirigentin und Programmgestalterin ganz in Rot, passend zur Farbe der Veranstalter der Niedersächsischen Musiktage, der niedersächsischen Sparkassenstiftung. Auftakt des gut zweistündigen Konzertgenusses bildete Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847) mit der Streichersinfonie Nr. 9 c-moll. Widmann stellte sich als Dirigentin indes nicht ans Pult, sondern ergriff ihre aus dem Jahre 1782 stammende G.B. Guadagnini-Violine und nahm in vorderster Reihe Platz. Mit der ihr eigenen, mitunter temperamentvollen Körpersprache gab es ein wunderbares Verständnis zum Orchester.

Die „Schweizer-Sinfonie“ schrieb Medelssohn Bartholdy im Alter von 12 bis 14 Jahren und vertonte darin die Eindrücke einer Ferienreise mit seinen Eltern in die Schweiz. Es muss ein gelungener Aufenthalt gewesen sein, denn abwechslungsreich wie die Natur ist der Inhalt der vier Sätze.

„Völlig unerhörter, noch nie da gewesener Musik“

Eher selten zu hören ist Robert Schumanns (1810 bis 1856) Konzert für Violine und Orchester d-moll. Für Carolin Widmann gehört dieses Schumann-Stück mit „völlig unerhörter, noch nie da gewesener Musik“ zu einem der schönsten Violinkonzerte. Sie zeigte sich darin als großartige Solistin, die völlig mit der Geige und der Musik eins wurde und wahrlich Schwerstarbeit leistete. Diskret wurden die Schweißperlen abgewischt, und mit tosendem Applaus eines völlig begeisterten Publikums ging es entsprechend ausgepowert in die Pause.

Auch im zweiten Programmteil führten die NDR Radiophilharmonie mit ihren hochqualifizierten Musikern und ihre Leiterin Widmann die Freude des Publikums an einem außergewöhnlichen Konzertgenuss weiter. Mit einer eher kurzen, sehr heiteren Paraphrase, einer eigenen Komposition über Felix Mendesohn Bartholdys Hochzeitsmarsch, kam Bruder Jörg Widmann zu Gehör und zauberte so manches kleine Lächeln in die Gesichter.

Schwungvoll und mit vielen Dialogen zwischen Solovioline und dem Orchester ging es wieder Richtung Romantik zu Mendelssohn Bartholdy und dem Violinkonzert e-moll. Uraufgeführt wurde es im Jahre 1845 in Leipzig, der Stadt, in der Carolin Widmann an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy als Professorin für Geige lehrt.

Mit großem Applaus endete ein traumhaftes Konzert mit einer Ausnahmemusikerin und einem grandiosen Orchester.

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