Melanie Dekker tritt im Rathaus auf

Gute Laune zu mitreißender Musik

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Die Kanadierin Melanie Dekker, hier mit Saxofonist Steve Hilliam, fesselt das Stuhrer Publikum mit ihrer Musik und ihrer charismatischen Art.

Stuhr - Von Dagmar Voss. Einen Konzertabend voller mitreißender Musik haben die Zuhörer am Freitag im Ratssaal erlebt. Dafür sorgte Melanie Dekker mit ihren beiden Begleitern Steve Hilliam (Saxofon, Piano, Gesang) und Sven Rowoldt (Keyboard, Gesang). Die aus Holland stammende und im kanadischen Vancouver lebende Singer-Songwriterin unterhielt ihr Publikum nicht nur mit überzeugenden eigenen Kompositionen, sondern auch mit amüsanten Anekdoten – sei es über ihre Songs und deren Entstehung oder über Erlebnisse auf ihrer Europatournee.

„Gestern waren wir in Celle, da gab es keine Sitzplätze, und die Gäste hörten sogar von draußen durch die Fenster zu – bei strömendem Regen“, berichtete sie. Da hatten es die Stuhrer doch wesentlich komfortabler, sie konnten die Musik entspannt im Sitzen genießen.

Stilistisch hauptsächlich angesiedelt zwischen Pop und Folk, bediente sich die temperamentvolle Sängerin auch anderer gängiger Genres wie Country, Rock und Blues.

Vom ersten Moment an fesselte Melanie Dekker mit ihrer charismatisch offenen Art, die ihr einen guten Draht zum Publikum ermöglichte, mit ihrer außergewöhnlichen warm-rauhen Stimme und ihrem locker-perkussiven Gitarrenspiel. Dekkers Akustik-Pop klang mal sanft-melancholisch, dann wieder dynamisch-erfrischend und inspirierend. Ein bisschen erinnerte sie an eine gelungene Mischung von Jane Fonda und Tina Turner. Mitunter gab sie auch deutsche Wortsprengsel zum Besten.

Aus dem zukünftigen Album „Distant Star“ präsentierte die Livekünstlerin das Titelstück. Dazu erklärte sie, dass sie dabei versucht habe, das Gefühl während eines Films in Noten zu verpacken, der ihr Gänsehaut beschert habe. Nicht ganz einfach sei es gewesen, gab sie zu, zwei Stunden Film in drei Minuten Musik zu vertonen. Doch ihr gelang es durchaus, auch bei den Zuhörern ein bisschen Gänsehaut zu verursachen.

Noch mehr davon gab es bei ihrem ausdrucksstarken Liebeslied „Speechless“, das sie im zweiten Set zunächst solo am Flügel vortrug, bevor dann aus dem Hintergrund ein ergreifendes Saxofon erklang.

Auch das Piano-Solo von Steve Hilliam zeugte von meisterhafter Beherrschung seines Instruments.

Das Trio legte Sehnsüchte offen und bewegte die Herzen mit seinen packenden Songs wie dem „I said I“, in Kanada ein Nummer-eins-Hit.

Schon während ihres Studiums wuchs Melanie Dekker in den 1990er-Jahren zu einer erfolgreichen Livekünstlerin heran und machte sich in den folgenden Jahren im Westen Kanadas unter anderem auf Festivals einen Namen. Verdientermaßen, waren sich die Konzertgäste in Stuhr einig, und erklatschten sich noch eine Zugabe über den Schrottplatz der Gefühle, „Junkyard“. Ein Stück, das für einen nachdenklichen, aber zugleich beschwingten Heimweg sorgte.

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