Pa Kua in der Dorfschule Blocken

„Der einzige Wettkampf ist der gegen uns selbst“

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Rodolfo Oliva bei der Vorbereitung auf den Kurs „Kampfkunst“ in der Dorfschule Blocken.

Blocken - Von Andreas Hapke. Der im Flur der Dorfschule Blocken aushängende Kursplan macht auf einen bunten Mix aus körperlichen Betätigungen aufmerksam: Mittwochs läuft in einem der beiden große Säle unter anderem Tai Chi und Yoga, freitags Schwertkunst und Bogenschießen, samstags Akrobatik. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun, könnte man meinen. Doch dem ist nicht so. Alle aufgeführten Disziplinen sind Bestandteile von Pa Kua, in Blocken gelehrt von Meister Rodolfo Oliva.

Pa Kua ist gebündeltes altes Wissen, das immer in traditionell chinesischer Form unterrichtet wurde. Es reicht von Kampfkunst, Selbstverteidigung und alten Waffen bis hin zu den Heilkünsten wie Traditionelle Chinesische Medizin, Reflexologie und Energie-Wege. „Insgesamt sind es neun verschiedene Disziplinen“, sagt Oliva. Sieben davon lehrt er in Blocken. Seine Kurse seien für die ganze Familie geeignet – für Kinder ab fünf Jahren Teenager und Erwachsene jeder Altersgruppe. „Jeder kann sich aussuchen, was ihm am meisten gefällt. Die einen entscheiden sich für das Kämpfen, andere für Meditieren oder Massage. Um alles zu lernen, bräuchte man viel zu lange.“ Er selbst befinde sich dauerhaft in einem Lernprozess.

Das jeweilige Leistungsvermögen spiele in den Kursen keine Rolle. Er werde jeden Teilnehmer nach seinen individuellen Möglichkeiten fördern. Dies gelte auch für den Fall, dass jemand verletzt sei oder ein körperliches Handicap habe. Wer zum Beispiel beim Tai Chi, bei Pa Kua Kosmodynamik genannt, nicht lange stehen könne, setze sich halt zwischendurch auf einen Stuhl. „Im Mittelpunkt steht immer der Spaß in der Gruppe“, sagt Oliva. Dies gelte auch für die Kampfkunst, „die wir ganz entspannt üben. Wir sind ganz vorsichtig miteinander“.

Martial Arts vor 20 Jahren kennengelernt

Rodolfo Oliva hat Pa Kua über die dazugehörige Kampfkunst Martial Arts kennengelernt, 20 Jahre ist das inzwischen her. Damals hat der Meister, seit 1999 Träger des schwarzen Gurtes, noch in seinem Heimatland Argentinien gelebt, in Cordoba. Selbstverteidigung habe nicht im Vordergrund gestanden, dazu habe er die Kampfkunst nie benötigt. Auch in Brasilien, wo er zwischenzeitlich zehn Jahre verbracht hat, sei er nie Angriffen ausgesetzt gewesen. Er wisse zwar, dass er sich im Zweifel verteidigen könne. Seine Motivation aber sei eine andere, damals wie heute.

„Ich wollte etwas für mich tun, was nicht mit Wettkampf zu tun hat, keine Sportart also.“ Pa Kua verfolge einen anderen Ansatz. „Der einzige Wettkampf ist der gegen uns selbst, wie morgens beim Aufstehen“, sagt Oliva. Dies müsse jeder Lernende für sich selbst erfahren. Er schätze außerdem die chinesische Philosophie, die hinter den Übungen stehe, fügt der Meister hinzu.

Nur allzu gerne würde der 39-Jährige eine Pa-Kua-Schule in dieser Region eröffnen. Er suche noch nach einer geeigneten Immobilie. Zurzeit pendelt er zwischen Stuhr und England, wo seine Familie lebt. Eine Woche verbringt er in Deutschland, eine auf der Insel, wo er Pa Kua in Cambridge lehrt. In seiner Abwesenheit übernimmt die Bremerin Tanja Mahlberg das Training. „Sie macht das sehr leidenschaftlich“, sagt Oliva, seit nunmehr 18 Jahren Pa-Kua-Meister. Ab Ende November, passend zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, möchte Oliva einen speziellen Kurs für Frauen anbieten.

Für Rückfragen zu allen Angeboten steht Patricia Veigel-Runte unter Ruf 0171/97 64 751 zur Verfügung. Weiter Infos über Pa Kua gibt es im Internet:

www.pakua-stuhr.de

www.PaKua.com

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