Volksbank spricht über 2016

Meilensteine und eine Liebeshochzeit

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Informierte auf der Ortsversammlung der Volksbank über das Geschäftsjahr 2016: Vorstandsmitglied Bernd Meyer (r.) mit den Vorstandskollegen (v.l., Bild bitte vergrößern) Carl-Ludwig Behrens und Markus Lüers. Kundenberaterin Stefanie Rühe berichtete auf der Veranstaltung über Schulprojekte der Bank zur Schuldenprävention. - Foto:

Stuhr - Von Rainer Jysch. Der digitale Wandel und das damit einhergehende veränderte Kundenverhalten hat die Volksbank Syke veranlasst, in verschiedenen Projekten „Meilensteine“ zu setzen. Das erklärte Vorstandsmitglied Bernd Meyer den zahlreichen Gästen, die am Donnerstagabend auf Einladung des Kreditunternehmens ins Gasthaus Nobel in Moordeich gekommen waren.

Dort informierte die genossenschaftliche Bank mehr als 1000 Volksbankmitglieder und Kunden über die Abschlusszahlen, aktuelle Neuigkeiten und den Verlauf des Geschäftsjahres 2016. Es war bereits der dritte Vortragsabend in einer Reihe von vier Veranstaltungen.

„Die Inanspruchnahme des stationären Services in den Filialen ist spürbar zurückgegangen“, zitierte Meyer aus hausinternen Erhebungen. „Insbesondere junge Kunden nutzen immer mehr die digitalen Serviceangebote.“ Bei mit zum Teil geänderten Zeiten in den Filialen habe man zugleich Beratungskapazitäten in sogenannten Kompetenzcentern zusammengefasst. Zusätzlich stehe an 50 Stunden in der Woche ein telefonischer Dienst zur Verfügung. „Nahezu alle Wünsche können von diesem Team erfüllt werden“, sagte Meyer. Mit etwa 94.000 Anrufen pro Jahr sei dieser Bereich sehr gefragt. „Die Tendenz ist steigend.“ Ein reines Offline- oder Onlinebanking sei für die Volksbank jedoch kein Zukunftsmodell, meinte er.

„Liebeshochzeit statt Zwangsheirat“

Als einen weiteren Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit nannte Meyer die geplante Fusion mit der Volksbank Delmenhorst-Schierbrok. „Unsere genossenschaftliche Philosophie, die Wertschätzung gegenüber Kunden und Mitarbeitern, die Produkte und Services sowie die Tätigkeitsfelder in der zusammenwachsenden Region passen perfekt“, berichtete Meyer. „Liebeshochzeit statt Zwangsheirat“ lautet das Motto dieses Projekts. Ziel der bis Mitte 2018 angesetzten Verhandlungen sei es, mit Zustimmung des Verwaltungsrats den Zusammenschluss der beiden Banken rückwirkend per 1. Januar 2018 abzuschließen. Auf den Ortsversammlungen zu Beginn des nächsten Jahres wolle der Vorstand mit detaillierten Ausführungen erneut berichten.

„Vor dem Hintergrund der anhaltenden, sehr schwierigen Zinssituation können wir mit der Geschäftsentwicklung im Jahr 2016 zufrieden sein“, berichtete Meyer anschließend über den Jahresverlauf. „Sowohl das Kredit- als auch das Einlagengeschäft konnten erfreulicherweise deutlich ausgeweitet werden.“ Die Bilanzsumme lag zum Jahresende bei 779 Millionen Euro (2015: 737 Millionen Euro). Die Erhöhung resultiere nahezu ausschließlich aus der Entwicklung des Kundengeschäfts. So haben sich die Kundenkredite gegenüber dem Vorjahr um 23 Millionen auf 458 Millionen Euro erhöht. Auf der Passivseite der Bilanz seien die Kundeneinlagen auf 556 Millionen Euro angewachsen, eine Steigerung um 42 Millionen Euro. „Mit dem Eigenkapital von 71 Millionen Euro können wir alle gegenwärtigen Anforderungen der Bankenaufsicht erfüllen, müssen uns aber darauf einstellen, dass die Bankenregulierer die Eigenkapitalschraube weiter anziehen werden“, wagte Meyer einen Blick voraus. Das Kundenwertpapiergeschäft habe sich unter Einbeziehung der Union-Investmentdepots mit einem Bestand von 200 Millionen Euro (Vorjahr: 187 Millionen Euro) gut behaupten können.

Aus dem laufenden Ertrag habe man die Eigenkapitalsbasis stärken können und weise einen Bilanzgewinn von rund 800 000 Euro aus, berichtete Meyer weiter. Der Vertreterversammlung Anfang Juni wolle man eine Dividendenzahlung in Vorjahreshöhe von vier Prozent zur Beschlussfassung vorschlagen.

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