Mehrgenerationenhaus bietet eine Tauschbörse für Literatur an

Ein lebendiges Bücherregal

+
Erika Stiewe kümmert sich ehrenamtlich um das Büchertauschregal im MGH.

Brinkum - Von Sandra Bischoff. Romane, Klassiker, Krimis, Kochbücher und Reiseführer reihen sich in den beiden weißen Regalen im Mehrgenerationenhaus an der Bremer Straße aneinander. Die Auswahl an Literatur ändert sich allerdings täglich: Es handelt sich um ein sogenanntes Büchertauschregal.

Das Prinzip ist ganz einfach: Der Nutzer nimmt ein Buch, das ihm gefällt, heraus und stellt eins aus dem eigenen Fundus hinein. „Es ist eine Tauschbörse, keine Bibliothek“, macht Daniela Gräf, Leiterin des MGH, deutlich. „Wir nehmen nicht körbeweise ausgelesene Bücher an.“ Die Literatur, die in das Regal eingestellt wird, sollte laut Gräf zudem in einem vernünftigen Zustand und somit gut zum Tauschen sein. Comic-hefte eigneten sich nicht. Aber Bücher in anderen Sprachen, sei es Englisch, Französisch oder Arabisch, seien willkommen.

Seit dem Beginn ihrer Tätigkeit als Leiterin des MGH träume sie von der Einrichtung einer Bibliothek in dem alten Bäckereigebäude, sagt Gräf. „Aber irgendwie passte es nie.“

Zum Bürgerbrunch im Juni hatten die Verantwortlichen auch einen Bauernmarkt organisiert, bei dem sie gespendete Dekoartikel, Tischdecken und Kochbücher zugunsten des MGH verkauften. „Viele Kochbücher blieben übrig und deshalb nutzen wir die Gelegenheit, eine Tauschbörse einzurichten.“

So schafften die Verantwortlichen die Vitrine aus dem Begegnungscafé, besorgten zwei weiße Regale und sortierten die Bücher ein. Schnell kamen so viele hinzu, dass es keine Lücke mehr gab. Und auch eine ehrenamtliche Ansprechpartnerin für das Projekt fand sich: Erika Stiewe hat ein Auge auf die Tauschbörse. „Mein Mann und ich wohnen seit 20 Jahren in der Nähe des Stellers Sees. Die viele Natur ist zwar sehr schön, aber vor fünf Jahren haben wir bewusst neue Kontakte gesucht.“ Die fand das Ehepaar im MGH: Während ihr Ehemann dort handwerkliche Arbeiten verrichtet, besucht Erika Stiewe den Englisch-Konversationskreis.

Einen Stapel

Kochbücher gespendet

Und als sie hörte, dass jemand für das Büchertauschregal gesucht wurde, meldete sie sich sofort. „Ich lese selber gerne und viel.“ Für den Bauernmarkt hatte sie bereits einen ganzen Stapel Kochbücher gespendet.

Das Prinzip des Büchertauschens sei ihr aus anderen Städten geläufig, berichtet Stiewe. „Ich kenne Telefonzellen, in denen man Bücher hinterlegt“, berichtet die Seniorin. Sie ist immer mittwochs von 11 bis 11.30 Uhr im MGH und beantwortet Fragen zu dem Angebot.

Der Büchertausch ist aber an keine festen Zeiten gebunden. Jeder, der während der Öffnungszeiten des MGH ein interessantes Buch findet, kann es mit nach Hause nehmen. „Und wenn jemand gerade kein Buch zum Einstellen dabei hat, dann ist es auch in Ordnung, wenn er es am nächsten Tag vorbeibringt“, erklärt Gräf. Es sei spannend zu sehen, wie sich das Angebot verändere, sagt Gräf. „Dieses Regal lebt regelrecht.“

Ziel sei es in erster Linie, die Lesefreudigkeit der Menschen zu fördern. „Denn Bücher sind teuer, wenn man sie neu kauft“, sagt Gräf. Wenn sich aus dem Angebot zudem ein Lesezirkel etablieren würde, hätte das MGH seinen Zweck als Begegnungsstätte abermals erfüllt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Alleskönner-Alu oder Edel-Carbon: Rahmen für Radler

Alleskönner-Alu oder Edel-Carbon: Rahmen für Radler

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Bilder: Freiburg gewinnen Hinspiel gegen Domzale

Droht Venezuela eine Diktatur?

Droht Venezuela eine Diktatur?

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Meistgelesene Artikel

Auszeit auf der Lohne

Auszeit auf der Lohne

Ortsbrandmeister: „Der Star ist das Rettungszentrum“

Ortsbrandmeister: „Der Star ist das Rettungszentrum“

Durch die Heidelbeer-Plantagen von Kirchdorf

Durch die Heidelbeer-Plantagen von Kirchdorf

„Flieger in die Türkei sind ausgebucht“

„Flieger in die Türkei sind ausgebucht“

Kommentare