Baustelle im Zeitplan

Mehr Unfälle und weniger Verletzte auf der Autobahn 1

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Die Arbeiten auf der Baustelle der Autobahn 1 machen Fortschritte. Ab Juni wird ein Betondeckenfertiger die Fahrbahn in voller Breite herstellen.

Gr.Mackenstedt - Von Andreas Hapke. Auf dem Parkplatz der Bäckerei Brüne Meyer an der Bundesstraße 322 in Groß Mackenstedt legt Hans-Jürgen Unterlauf eine Pause ein. Der Fahrer von Point S holt sich einen Kaffee aus dem Geschäft und macht einen entspannten Eindruck – an diesem Tag. Der Verkehr auf der Autobahn läuft, das ist seit Beginn der A1-Sanierung zwischen dem Dreieck Stuhr und der Anschlussstelle Brinkum nicht immer der Fall.

„Ich stehe da schon sehr oft im Stau, obwohl ich mehr auf der A 27 und der A 28 unterwegs bin. Mein Kollege ist von der Baustelle mehr betroffen“, sagt Unterlauf. „Das Problem bei Verzögerungen ist, dass auch die nachfolgenden Kunden warten müssen.“

Von den Staus müsste eigentlich die Bäckerei Brüne Meyer profitieren, könnte man meinen. Der eine oder andere Verkehrsteilnehmer, der sich dann über die Bundesstraße quält, legt bestimmt einen Stopp ein, um sich von Filialleiterin Hilde Tüting einen Snack servieren oder einen Kaffee eingießen zu lassen, so wie Jürgen Unterlauf. Doch weit gefehlt, berichtet Tüting. „Die Leute halten hier nicht an, weil sie eh’ schon lange genug unterwegs sind. Da legen sie hier nicht noch zusätzlich eine Pause zum Essen ein. Höchstens mal, um auf Toilette zu gehen“, berichtet sie. „Ich kann das nachvollziehen.“ Hinzu komme, dass die Auto- und Lkw-Fahrer bei einem Stau den Parkplatz nur schwer wieder verlassen könnten. An der Ampelkreuzung B 322/Harpstedter Straße werde der Verkehr zusätzlich ausgebremst.

Stammkunden kommen seltener

„Selbst die Stammkunden kommen nicht mehr so häufig. Manchmal denkt man, man hätte etwas falsch gemacht. Erst am Wochenende tauchen sie wieder auf“, sagt Hilde Tüting, die hohe Umsatzeinbußen beklagt – wenn auch nicht so hohe wie bei der Sanierung der B 322 im Jahr 2015, als der Parkplatz phasenweise völlig vom Verkehr abgeschnitten war. Dem Betreiber des Mackenstedter Imbisses ergehe es ähnlich. „Der hat seinen Laden mangels Kundschaft für zwei Wochen geschlossen.“ Allein der Blumenladen von Annegret Kluge, das dritte Geschäft auf dem Parkplatz, scheint von der Baustellenkrise verschont zu bleiben. „Auf unsere Stammkunden ist Verlass“, sagt sie. „Wir leiden nicht darunter. Das wäre gelogen.“

Ein insgesamt positives Zwischenfazit zieht die Autobahnpolizei Ahlhorn. Wegen des Baustellenverkehrs registriert sie zwar deutlich mehr Unfälle, „aber da sind auch Spiegelklatscher mit 150 Euro Schaden bei“, sagt Werner Johannes, Leiter Einsatz- und Streifendienst der Ahlhorner Station. Im ersten Quartal dieses Jahres hätten er und seine Kollegen 52 Unfälle aufgenommen, ziemlich genau doppelt so viele wie im Vorjahr (25). Die 4+0-Streckenführung habe zwar erst am 21. März begonnen. Doch die vorbereitenden Arbeiten hätten schon Mitte Januar mit dem Aufstellen der Baustellenbeleuchtung eingesetzt und somit Auswirkungen auf die Statistik gehabt.

Derzeitige Tendenz stabil

Die zeige gleichzeitig, dass die Schwere der Unglücke abnehme, es gebe weniger Verletzte. Der durch einen Militärkonvoi verursachte Unfall am Montag sei der erste überhaupt gewesen, bei dem einer der Betroffenen vor Ort versorgt werden musste. „Das hat gut geklappt. Feuerwehren und Rettungshelfer sind über das Baufeld an die Unfallstelle rangekommen.“

Mehr Unfälle, weniger Verletzte: „Das ist die Tendenz, die wir haben, und mit der ich weiter rechne“, sagt Johannes und fügt hinzu: „Die Leute gewöhnen sich an die langfristige Regelung, da passiert weniger Schlimmes als bei einer Tagesbaustelle.“

Insgesamt liege die Grunderneuerung der A 1 im Plan, sagt Joachim Delfs, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg. „Ein großer Teil der Fräsarbeiten ist erledigt, die Betoneinbauarbeiten haben angefangen.“ Letztere würden den Hauptteil der Sanierung ausmachen. Ab Juni werde der Betondeckenfertiger die Fahrbahn in voller Breite herstellen. „Wir mussten bislang kleinteilig in vielen Bereichen arbeiten und vieles bedenken. Zum Beispiel gab es eine Umweltbaubegleitung, da wir es mit Altlasten zu tun hatten“, sagt Delfs. Den Zeitplan bis Herbst sieht er nicht gefährdet.

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