Mehr gemeinsame Planungen

Thomas Röwekamp (CDU) zu Gast in Stuhr

Der Bremer Politiker Thomas Röwekamp referiert auf Einladung der CDU Stuhr. - Foto: Jysch

Brinkum - Von Rainer Jysch. „Bei den großen Aufgaben, die vor uns liegen, sollten wir nicht immer nur in Landesgrenzen denken“, sagte Thomas Röwekamp am Montagabend vor rund 40 Gästen im Hotel „Bremer Tor“. Der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten in der Bremischen Bürgerschaft war der Einladung der Stuhrer CDU gefolgt, um die „niedersächsischen Freunde im Wahlkampf zu unterstützen“.

Frank Schröder, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stuhrer Gemeinderat, nannte als Themenpunkte vor allem gemeinsam mit Bremen bestehende Infrastrukturprobleme. Für ihn zähle dazu die Straßenbahn, die neu geplante Autobahn, aber vor allen Dingen die neue B 6, „weil das die Lebensader für Stuhr ist.“

„Das Land Bremen hat beim Bundesverkehrswegeplan, dem zentralen Finanzierungsinstrument für Infrastrukturmaßnahmen, den Ringschluss der A  281, die B 6 neu und den achtstreifigen Ausbau der A1 als Projekte angemeldet“, berichtete Röwekamp. „Das sind alles Projekte, die sowohl Stuhr als auch Bremen betreffen. Und es ist alles finanziert, wenn der Plan so beschlossen wird.“

Er habe die Hoffnung, dass der Ringschluss bis zum Jahr 2030 die erwartete Entlastung bringe, sagte der 49-jährige Jurist. Damit die Autobahn nicht an der Kattenturmer Heerstraße in eine Tempo-30-Zone mit Ampeln mündet, sei es an der Zeit darüber nachzudenken, wie man dieses letzte Teilstück von 2,1 Kilometer an die A1 anbindet. Immerhin sei der Ausbau der B 6 als „vordringlicher Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan angemeldet worden, weil die Maßnahme nicht nur in Kattenturm, sondern auch auf der B 75 in Huchting für Entlastung sorgen würde. Eine vom Bund bereits abgelehnte unterirdische Variante, die der Bremer Verkehrssenator Joachim Lohse (Bündnis 90/Die Grünen) favorisiere, wird es nach Meinung von Röwekamp mangels Finanzierung und mit Blick auf das ungünstige Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht geben.

Der achtstreifige Ausbau der A1 vom Dreieck Stuhr in Richtung Bremen sei beim Bund als „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ angemeldet worden. Die positiven Effekte ergäben sich vor allem für den Verkehrsfluss. Eine Belastung von Umwelt und Anwohnern sehe er dabei eher nicht. Bei zukünftigen Brückenarbeiten würden bereits jetzt die Erweiterungen der Fahrspuren berücksichtigt werden.

Um die Grenzen zwischen den Ländern gedanklich aufzuheben, plädierte Röwekamp dafür, zum Beispiel die Krankenhausplanungen länderübergreifend abzustimmen. Auch bei den „fast kriegerischen Auseinandersetzungen“ beim Thema Gewerbeflächenentwicklung und Wohnungsbau sollten Stadt und Umland enger zusammenarbeiten. „Dazu bedarf es keiner Länderfusion“, sagte Röwekamp. „Mehr gemeinsam und weniger Wettbewerb“, so sein Appell.

Beim Thema Straßenbahnverlängerung hielt sich der Politiker deutlich zurück. In den Expertenstreit wolle er sich nicht hineinziehen lassen. Eine bessere Anbindung des Bremer Umlandes hieße für ihn jedoch immer auch „Schiene“. Was das weitere Vorgehen nach dem Planungs-Aus durch das Lüneburger Oberverwaltungsgericht anbetrifft, müsse man sich als Politiker auf die Prognosen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Fachleuten verlassen können.

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