Mehr als drei Wochen nach Beginn des Kita-Streiks sind viele Eltern genervt

Die Stimmung ist gekippt

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Genervt von dem über dreiwöchigen Kita-Streik: Eltern aus diversen Stuhrer Einrichtungen vor der Kita Marsstraße.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Präsent sein, sich bemerkbar machen, ihre Kinder lautstark spielen lassen – dazu haben sich gestern Nachmittag einige Eltern auf der Wiese am Kindergarten Marsstraße getroffen. Mehr als drei Wochen nach Beginn des unbefristeten Streiks der Erzieherinnen und Erzieher hatte der Gemeindeelternrat zu dieser Aktion eingeladen.

Viele, die gekommen sind, wirken nur noch genervt. Sie sind das „permanente Jonglieren“ leid, wie Sandra Kirchner die ständig wechselnde Betreuung ihrer fünfjährigen Tochter Julia nennt. Von Notdienst über Urlaub bis hin zu den Großeltern oder einer anderen Form der privaten Betreuung: Die Kleine hat in den vergangenen drei Wochen viel erlebt, wollte laut Mama aber eigentlich nur eines: wieder zurück in ihre Kita-Gruppe.

„Das Kind ist nicht ausgelastet“, sagt Kirchner. Sie selbst hingegen stößt häufiger mal an ihre Grenzen. Denn selbst wenn Julia im Notdienst unterkommt, muss Kirchner Überstunden dafür abfeiern, dass sie ihren Nachwuchs pünktlich um 14 Uhr abholen kann. Die Aussicht auf ein Streikende ab Donnerstag, wie es die Gewerkschaft Verdi unter bestimmten Voraussetzungen angekündigt hat, tröstet Kircher nicht. „Daran glaube ich sowieso nicht.“ Sie erkenne keine Kompromissbereitschaft bei Verdi-Chef Bsirske. Auf den habe sie inzwischen „einen Hals“. Deutlicher kann man kaum kundtun, dass die Stimmung gekippt ist.

„Das Verständnis ist nicht mehr da“, bestätigt Jutta Braun. Sie und ihr Mann Mauricio de Castro arbeiten als Ärzte im Krankenhaus und legen sich ihre Dienste so, dass sich immer einer um die Kinder Clara (1) und Emilio (5) kümmern kann. An Tagen, die sie nicht durch wechselseitige Schichten abdecken können, hilft hin und wieder eine andere Mutter aus. „Körperlich ist das ganz schön belastend, nach der Nachtschicht direkt die Kinder zu nehmen“, sagt Jutta Braun. „Eine Woche lang ist das okay, eine zweite kann man auch verstehen. Aber was darüber hinausgeht, ist nicht mehr zu vertreten.“

Ebenfalls nach Bremen pendelt Andrea Dins für ihren Job. Da ihre Tochter Cinja (4) ein Integrationskind ist, sind die personellen Voraussetzungen für die Betreuung der Kleinen im Streik noch seltener gegeben. Also fährt Dins vor der Arbeit nach Barrien, um das Mädchen zur Großmutter zu bringen. Nur „im Idealfall“ kostet sie das eine halbe Stunde an zusätzlicher Fahrzeit, meistens jedoch mehr. Oft kommt sie dadurch später zur Arbeit. Darüber hinaus erlebt Dins täglich, dass Cinja „launischer und zickiger“ geworden ist. „Sie ist traurig, dass sie nicht in die Kita kann.“

Diana Westermann hat festgestellt, dass ihre Kinder Jesse (3) und Ruben (5) inzwischen schlechter schlafen. „Die Kinder verstehen den Streik auch nicht“, fügt sie hinzu. „Warum müssen wir uns immer vertragen, und die müssen das nicht?“, wollten sie von der Mama wissen.

Der Gemeinde machen die Frauen keinen Vorwurf: „Ich habe den Eindruck, dass sie alles unternimmt, was sie kann“, gibt Gemeindelternratsvorsitzende Silvia Rievers den Tenor bei den Betroffenen wieder.

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