Mehr anonyme Bestattungen bedeuten mehr Unordnung vor den Gräberfeldern

„Ort der Erinnerung schaffen“

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So sieht es häufig vor den anonymen Gräberfeldern in Stuhr aus, auf dem Bild der Platz in Moordeich.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Schalen mit verblühtem Grabschmuck, kaputte Laternen, vergessene Gießkannen – so sehen die Plätze vor den anonymen Gräberfeldern in Stuhr häufig aus. Doch damit soll bald Schluss sein. Die Gemeinde macht jetzt mit Schildern darauf aufmerksam, dass derartige Gegenstände dort nichts zu suchen haben.

Für Rathausmitarbeiter Jörg Grube hat sich die Situation in jüngster Zeit zugespitzt. Als Grund nennt er die „dynamische Entwicklung der Bestattungskultur hin zur Urnen- und anonymen Bestattung“.

Am schlimmsten sieht es laut Grube in Moordeich aus, wo bereits das zweite Gräberfeld fast zur Hälfte belegt sei. In diesem Ortsteil machten Urnenbestattungen schon 90 Prozent aus. Etwas geringer sei der Anteil im ländlicheren Fahrenhorst, „und Seckenhausen liegt irgendwo dazwischen“.

Oftmals wünschten sich die Angehörigen zusätzlich zur anonymen Bestattung ein Namensschild des Verstorbenen auf einer der Stelen. Eine Erinnerungsgestaltung in Form von Kränzen, Blumen, Gestecken und Laternen gehe damit aber nicht einher, betont Grube. Das sei lediglich anlässlich der Bestattung erlaubt. Trotzdem stellten einige Angehörige im Gedenken an ihre Verstorbenen die Plätze vor den Stelen mit allerlei Gegenständen zu. Die Folge laut Grube: Andere Besucher beschweren sich, weil sie speziell die verwelkten Pflanzen als störend oder hässlich empfinden. „Und für die Gemeinde bedeutet das mehr Aufwand bei der Pflege der Anlagen.“

Deshalb fordert die Gemeinde die betreffenden Besucher nun per Schild auf, ihre Erinnerungsutensilien zu entfernen. Nach Ablauf einer „angemessenen Frist“ räumt die Friedhofsverwaltung die Plätze ab. Für Blumensträuße stehen Vorrichtungen vor den Grabflächen zur Verfügung.

„Menschen sollten frühzeitig mit ihrer Familie besprechen, wo sie einen Ort der Erinnerung schaffen wollen“, rät Grube. Das könne ein Platz in der Wohnung sein oder ein Ort, den der Verstorbene zu Lebzeiten gerne aufgesucht habe.

Für weitere Informationen steht die Friedhofsverwaltung unter Telefon 0421/5692330 zur Verfügung.

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