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Männer lernen, was man über Pferde wissen muss

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Von: Horst Meyer

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Eingerahmt von Lamborghini77 (l.) und Woodstock Dancer (r.) sind die Teilnehmer des Kurses (v.l.): Stefan Behrendt, Tom Backermann, Reinhold Koch, Frederick Lau, Christian Schöttler, Wilfried Ilsemann, Söhnke Thies, Kersten Nordbruch, Sten Wiederrich, Heiner True und Kai Menke.
Eingerahmt von Lamborghini77 (l.) und Woodstock Dancer (r.) sind die Teilnehmer des Kurses (v.l.): Stefan Behrendt, Tom Backermann, Reinhold Koch, Frederick Lau, Christian Schöttler, Wilfried Ilsemann, Söhnke Thies, Kersten Nordbruch, Sten Wiederrich, Heiner True und Kai Menke. © Horst Meyer

Kopf vorne, Schwanz hinten - wer das bei einem Pferd zuordnen kann, ist klar im Vorteil. Eine Männergruppe in Seckenhausen lernt aber noch viel mehr über die Tiere.

Seckenhausen – Im Gemeinschaftsraum des Reit- und Fahrvereins Seckenhausen und Umgebung treffen sich seit einiger Zeit elf gestandene Männer. Ihre Frauen und Freundinnen meinen: „Konspirativ!“ Wahrscheinlich, weil sie nicht teilhaben dürfen.

Eine Frau hat es denn doch einmal geschafft, einen Blick in den Unterrichtsraum zu werfen, und ihrem Mann anschließend vorgeworfen „Ihr trinkt da doch nur Bier“ – weil sie einige Kisten des Gerstensafts gesehen haben will. „Das gehört auch dazu“, sagt der Elfte der Gruppe, Heiner True, der den anderen zehn Teilnehmern im Alter zwischen 29 und 59 Jahren Basiswissen für Pferdekunde vermitteln will.

Keiner der Teilnehmer reitet selbst. Indirekt hat aber jeder mit Pferden zu tun. Sei es als Ehemann, Freund oder Vater einer Pferdebegeisterten. „Wir dürfen die Pferde transportieren, in den Stall bringen und auch Fahrdienste zu Übungsstunden oder Wettkämpfen leisten. Die Damen sagen uns dabei immer, was zu tun ist, weil wir ja keine Ahnung haben“, beschreibt es ein Teilnehmer. Das wollen sie jetzt ändern. Sie bezeichnen sich selbst als „ehrenamtliche Stallhelfer“.

Umgang, Haltung, Fütterung, Pferdekunde und Verladen

Wer allerdings glaubt, Basiskurs bedeutet: „Kopf vorne, Schwanz hinten“, wie es der Autor dieser Zeilen vermutete, muss seine Meinung schnell revidieren. Anhand eines dicken Lehrbuches vermittelt Heiner True in mindestens zehn Unterrichtseinheiten zu jeweils zweieinhalb Stunden Wissen zu Umgang, Haltung, Fütterung, Pferdekunde und Verladen.

Die Ausbildung gliedert sich zu jeweils etwa 50 Prozent in einen theoretischen und einen praktischen Teil am Pferd. Zum Abschluss folgt eine Prüfung, die Jürgen Arhelger am kommenden Samstag abnehmen wird.

Nach bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer eine Urkunde und besitzen damit den „Pferdeführerschein Umgang“, nach Worten von Heiner True die Grundlagen für turniermäßiges Reiten in Deutschland.

Am Samstag wird‘s ernst

An der neunten Unterrichtseinheit durfte der Autor dieser Zeilen teilnehmen und dabei feststellen, dass trotz der Flasche Bier auf dem Tisch intensiv gearbeitet wird. Heiner True verteilte beispielsweise kleine Kärtchen mit einem Stichwort zum Thema Fütterung. Obwohl niemand wusste, welche Frage er bekommt, kamen die Antworten zu unterschiedlichen Futterarten, Futterbedarf oder -häufigkeit prompt.

Weitere Themen waren artgerechte Behandlung und Haltung, Stallhygiene und Weidegang. Dabei muss niemand Texte auswendig lernen. „Die Antworten müssen sinngemäß stimmen. Im Zweifel fragt der Prüfer nach“, erläutert True, so wie er es im Unterricht auch praktiziert. Die zehnte Unterrichtseinheit am kommenden Freitag möchte Heiner True als Generalprobe für den kommenden Tag nutzen um „auch schon einmal auf die besondere Prüfungssituation vorzubereiten“.

Am Samstag wird"s dann ernst. „Dann ist hier absolutes Besuchsverbot auf dem Gelände, damit wir von äußeren Störungen verschont bleiben“, gibt Heiner True vor. Das Bier danach wird sicherlich ganz besonders gut schmecken. Der Autor drückt beide Daumen.

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