Benefizturnier beim SV Brinkum

„Kickers for help“: Mehr als 5.000 Euro für die Weyher Tafel

Beim Turnier geht es neben allem Engagement der Fußballer, Tore zu erzielen, vor allem um eines: dank des Rahmenprogramms eine möglichst hohe Spendensumme aufzubringen. - Foto: Ehlers
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Beim Turnier geht es neben allem Engagement der Fußballer, Tore zu erzielen, vor allem um eines: dank des Rahmenprogramms eine möglichst hohe Spendensumme aufzubringen.

Brinkum - Von Catharina Zogmayer. Lachend stößt Martina Garbade das angesammelte Wasser vom Dach des Tombolazelts mit einem Besenstil herunter. Sie war eine der vielen Helferinnen auf dem Sportplatz des Brinkumer SV, die trotz anfänglichem Starkregen am Samstag bei der Neuauflage der Benefiz-Veranstaltung „Kickers for help“ fleißig mit anpackten. „Die Männer spielen Fußball und die Frauen und Kinder kümmern sich um die Stände“, erklärte sie.

Italienisches Essen des Restaurants Amici, kühle Getränke vom Bremer Tor und viele Aktionen, wie eine Hüpfburg, Torwandschießen und Kinderschminken bot das Fußballturnier der besondern Art. Der Erlös wandert zu 100 Prozent in den Spendentopf.

Insgesamt traten 19 Mannschaften, bestehend aus Altgedienten und Freizeitfußballern aus der Umgebung, gegeneinander an. Bei der Gründung des Teams „Kickers for Help e.V.“ im Frühjahr 2016 hatten es sich die Aktiven zum Ziel gemacht, einmal im Jahr ein großes Turnier zu veranstalten, um Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Die Idee für die Veranstaltung kam nach einem Schicksalsschlag im eigenen Freundeskreis auf. Um die Familie zu unterstützen, riefen die Kickers das Projekt ins Leben.

In diesem Jahr sollen die Spenden an die Weyher Tafel gehen. „Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke, dass diese Veranstaltung zu unseren Gunsten stattfindet“, erklärte Ralf Grey gerührt. Er ist der Tafelsprecher aus Weyhe. „Wir sind auf Spenden angewiesen. Zwar werden wir auch von den Gemeinden und unserem Träger, der Kirche, unterstützt, aber es stehen viele laufende Kosten an. Solch eine Veranstaltung bietet uns außerdem die Möglichkeit, Missverständnisse aufzuklären und an Bekanntheit zu gewinnen.“

Insgesamt gibt es rund 900 Tafeln in Deutschland, betreut von circa 60.000 Ehrenamtlichen. Allein 1000 Kunden zählen die drei Ausgabestellen der Tafel in Weyhe, Syke und Bruchhausen-Vilsen pro Woche. Insgesamt hätten sogar 1600 Personen einen Tafelausweis, erklärte Grey, davon 600 Kinder.

„Es ist leichter, über die Not hinwegzusehen, als zu helfen“, kritisierte Hella Berends. Sie habe sich dies aber zur Aufgabe gemacht und arbeitet bereits seit zwölf Jahren ehrenamtlich bei der Tafel. „Das erweitert den Horizont“, schwärmte sie. „Besonders die Geschichten der Menschen gehen schnell unter.“ So erzählte sie von einer über 80-jährigen Dame, die aus Dreye mit dem Bus nach Kirchweyhe zur Tafel kommt. Mit ihrem Rollator erledigt sie ihren Einkauf bei der Tafel und läuft anschließend den weiten Weg zurück, um sich die 2,50 Euro für den Bus zu sparen. „Die Menschen, die zu uns kommen, haben gerade das nötige Geld für den täglichen Bedarf. Da bleibt nichts übrig für Rücklagen oder Aktivitäten.“ Umso wichtiger sei die Arbeit der Tafel.

„Dank der Spenden können wir in diesem Jahr vielleicht endlich wieder eine schwarze Null schreiben“, sagte Tafelsprecher Grey. Es sei wichtig, einen finanziellen Spielraum zu haben, um möglichst schnell reagieren zu können.

Dieses ehrenamtliche Engagement wissen auch Michael Eilers und Thomas Niestedt, die beiden Vorsitzenden des Vereins „Kickers for Help“, zu schätzen. „Im vergangenen Jahr haben wir 5000 Euro gesammelt, diese Summe werden wir in diesem Jahr definitiv übertreffen“, sagte Eilers.

Das Turnier soll im nächsten Jahr wie gewohnt fortgesetzt werden. Wohin dann die Spenden gehen, wissen die beiden allerdings noch nicht. „Die Gelder werden aber auf jeden Fall in der Region bleiben“, beteuerte Niestedt.

Am Abend nahmen alle noch einmal alle Kräfte für eine Party mit der Band Hot Banditoz zusammen.

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