„More Maids“ begeistern im Rathaus

Mann und Frau enden irgendwie unglücklich

Marion Fluck aus Paderborn, Barbara Coerdt aus Hannover und Barbara Hintermeier aus München (v.l.) sind als „More Maids“ mit irisch-schottischen Musikstücken auf Tour. - Foto: Jysch

Stuhr  - Von Rainer Jysch. Die Freunde irischer und schottischer Folk-Musik sind am Freitagabend im gut besuchten Rathaus wieder einmal voll auf ihre Kosten gekommen. Mit den „More Maids“ standen zwar keine waschechten irischen Musikerinnen auf der Bühne, doch dies glich das Trio durch große Spielfreude, wundervollen Harmoniegesang und eine hervorragende Instrumentenbeherrschung aus.

Bereits vor einigen Jahren waren die „More Maids“ in Stuhr aufgetreten. Viele der Zuhörer erinnerten sich gerne an die Musik der drei Damen und kamen deshalb erneut ins Rathaus.

Mitreißende Melodien, mal mit und mal ohne Gesang, entführten die Zuhörer musikalisch auf die britischen Inseln. Frontfrau Barbara Coerdt kündigte die einzelnen Stücke an und erzählte in charmanter Weise von den Textinhalten. So manches Mal musste die Geschichte ohne Happy End auskommen. Vergleichsweise harmlos ging es da beim Lied „The maid on the shore“ zu. Es handelt von einem hübschen Mädchen, das sich als raffinierte Strandräuberin entpuppt. Als extrem hinterlistig erweist sich auch die junge Frau in der zweisprachigen Ballade „Siúil a Rún“ (deutsch: Geh, mein Liebster). In den englischen Strophen macht sie ihrem Liebsten den Krieg schmackhaft, im irischen Refrain will sie ihn im Haus verstecken. „Offensichtlich versteht er besser Englisch als Irisch, denn er zieht tatsächlich in den Krieg. Und ob er wiederkommt, ist in diesem Lied nicht überliefert“, sagte Barbara Coerdt.

Die dramatischen Geschichten einiger Songs vermochten die Begeisterung des Publikums nicht zu schmälern. Einen großen Anteil daran hatte sicher die charmante Vortragsweise der „More Maids“. Gebrochene Herzen, gekränkte Eitelkeiten, Kindesmord und andere Gewalttaten entsprachen der irischen Tradition des musikalischen „Storytellings“ zum Thema „Mann und Frau enden irgendwie unglücklich“.

Ihre großen Fingerfertigkeiten an den Instrumenten bewiesen die Künstlerinnen insbesondere bei den sehr schnellen Stücken, die das Publikum zum rhythmischen Mitklatschen animierten und so für eine fast ausgelassene Stimmung im Saal sorgten. Barbara Coerdt an der Irish Bouzouki verstand es ausgezeichnet, die Klänge des achtsaitigen Instruments mit ihrem angenehmen Gesang zu verbinden. Violinistin Barbara Hintermeier zeigte ihr eindrucksvolles Können an der Geige und beim Gesang, und Multiinstrumentalistin Marion Fluck entlockte die zur Abrundung erforderlichen Töne abwechselnd der Tin Whistle, dem Akkordeon und der hölzernen, irischen Querflöte – das Ganze auf virtuose Art und Weise. Seit 22 Jahren besteht das Trio, seit sieben Jahren gibt es die Gruppe in der jetzigen Formation. Drei CDs hat sie in dieser Zeit herausgebracht. Die letzte Scheibe von 2011 trägt den schlichten Titel „Drei“.

Mit „Ready for the storm“ als Zugabe verabschiedeten sich die „More Maids“ von einem begeisterten Publikum, das sich ganz zum Schluss noch das A-cappella-Stück „The Lass of Aughrim“ erklatschte.

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