Vortragsreihe „Stationen eines Lebens“

Sivulka liest Ringelnatz: Lustig und nachdenklich

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Juraj Sivulka ist ein Fan der deutschen Literatur. In der Klosterkirche trägt er aus Werken von Joachim Ringelnatz vor.

Heiligenrode - Von Bernd Ostrowski. „Bis zu meinem 15. Lebensjahr habe ich nicht ein einziges Wort Deutsch gesprochen“, erzählte der gebürtige Slowake Juraj Sivulka am Rande einer Veranstaltung in der Klosterkirche Heiligenrode. Seine ersten Erfahrungen mit der deutschen Sprache habe er im neunten Schuljahr an seiner Schule in der Slowakei in einem Fremdsprachenkurs Deutsch gemacht. Schon bald habe sich eine Liebe zur deutschen Literatur entwickelt. Heute ist er Lehrer an der Lise-Meitner-Schule – unter anderem auch für das Fach Deutsch.

Am Sonnabend war Sivulka Gast der evangelischen Kirchengemeinde Heiligenrode und rezitierte Gedichte von Joachim Ringelnatz im Rahmen seiner Vortragsreihe „Stationen eines Lebens“. Er wechselte zwischen lustigen und nachdenklichen Werken des Autors. Sehr bekannte Gedichte waren zu hören wie beispielsweise: „In Hamburg lebten zwei Ameisen, die wollten nach Australien reisen. Bei Altona auf der Chaussee, da taten ihnen die Beine weh. Und da verzichteten sie weise dann auf den Rest der Reise.“

Aber auch weniger bekannte Verse waren im Programm wie: „Das Pulverfass, das knallte sehr, da kam sofort die Feuerwehr und spritzte dann mit Müh‘ und Not das Feuer und das Fünkchen tot“.

Dorothea Bätcher vom Kirchenvorstand freute sich, dass es der Kirche gelungen war, Juraj Sivulka für diesen Vortrag zu gewinnen.

Klaviermusik zwischen den Gedichten

Zwischen den Gedichten gab es Klaviermusik. Am Piano saßen die Schülerinnen Sarah Siegmund und Derya Ethen von der Lise-Meitner-Schule. Sivulka selbst beschäftigte sich in den Gedichtspausen mit dem Lebenslauf von Ringelnatz. Beginnend mit der Jugend, als Ringelnatz noch Hans Bötticher hieß, über verschiedene Stationen seines Lebens. Zum Beispiel als er nach dem Tod des Vaters sein Leben als Hans Bötticher beendete und als Joachim Ringelnatz weiterlebte. Bis hin zu seinem Tod in armen Verhältnissen am 17. November 1934 in Berlin, wo er auf dem Waldfriedhof beerdigt wurde, ließ er kaum eine Station aus.

Zwischendurch waren die Besucher in einer kurzen Pause zu Erfrischungsgetränken eingeladen. Vor dem Gemeindehaus waren Stehtische aufgebaut. Der Reingewinn der Veranstaltung soll dem Umbau der alten Schule zugutekommen, wie Dorothea Bätjer berichtete.

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