Alte Marke erwacht zu neuem Leben

Lingk & Sturzebecher ist wieder zurück

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Blicken optimistisch in die Zukunft: Bastian Fuhrken, Geschäftsführer der Firma L&S Hydraulik, und Vertriebsmitarbeiter Jörg Westermeyer, der seit fast 16 Jahren an der Carl-Zeiss-Straße arbeitet. Die kleine Flagge zeigt das alte Logo der 1919 gegründeten Firma Lingk & Sturzebecher. 

Stuhr - Von Katharina Schmidt. Lingk & Sturzebecher (L&S) ist einigen Stuhrern noch ein Begriff. Bis zum Jahr 2008 ragte der Firmenname an der Halle an der Carl-Zeiss-Straße 38 im Gewerbegebiet Stuhrbaum. Dann kaufte Parker Hannifin, ein Weltkonzern, den Hydraulik- und Leichtbauspezialisten aus Stuhr auf. Die Arbeit vor Ort ging weiter, allerdings unter dem Namen Parker. Jetzt ist L&S wieder zurück. Ein zehnköpfiges Team hat die Marke aus der Versenkung gezogen.

Kopf dieses Teams ist Bastian Fuhrken. Der 32-jährige Delmenhorster ist Geschäftsführer der neuen eigenständigen Firma L&S Hydraulik, die einen Teilbetrieb von Parker übernommen hat. Die Buchstaben L&S stehen dabei für Lingk & Sturzebecher.

Konkret bedeutet die Teil–übernahme Folgendes: Bis Ende März arbeitet Parker ein paar Restprojekte in Stuhr ab, dann wird das Unternehmen dort keinen Standort mehr haben. L&S Hydraulik arbeitet künftig weiterhin mit dem Weltkonzern zusammen, ist aber kein Teil davon.

Es ist eine einvernehmliche Trennung. Der Stuhrer Standort hat laut Fuhrken letztlich nicht mehr so richtig in das Konzept des weltweit tätigen Konzerns gepasst. Nach und nach habe Parker viele Bereiche ausgelagert.

Für Kunden ändert sich nach der Teilübernahme wenig. L&S Hydraulik bedient die bekannten Geschäftsfelder weiter und steht am alten Standort an der Carl-Zeiss-Straße zur Verfügung.

Nicht alle Mitarbeiter können bleiben

Zuletzt beschäftigte Parker in Stuhr knapp über 30 Mitarbeiter. Nicht für alle von ihnen geht es bei der neuen Firma L&S Hydraulik weiter. Ein Angestellter bleibt beim Parker-Konzern und wechselt zu einem anderen Standort. Drei weiteren Personen wurde dies ebenfalls angeboten. Sie haben aber abgelehnt. L&S Hydraulik geht mit zehn Leuten an den Start. „Der Rest scheidet leider aus“, sagt der Geschäftsführer. Spätestens Ende März sei für sie Schluss. „Sehr viele haben ab dem 1. Januar einen neuen Job“, berichtet er. Der Arbeitsmarkt sei derzeit gut.

Bei L&S Hydraulik arbeiten Ingenieure, Konstrukteure, Techniker, Zerspanungsmechaniker und Monteure. Sie fertigen, reparieren und warten in erster Linie Hydrauliksysteme. Ihre Technik ist in verschiedensten Geräten und Konstruktionen eingebaut, vom einfachen Trecker bis zu Schleusen- und Brückenbauten. Aus Stuhr kommen zum Beispiel Teile der Hamburger Rethe-Hubbrücke.

Als die Mitarbeiter vor dem Jahr 2008 noch unter dem Namen Lingk & Sturzebecher gearbeitet haben, haben sie unter anderem auch das Katapultsystem im Bremer Fallturm installiert oder an der Kaiserschleuse in Bremerhaven mitgewirkt. „Wir hoffen, irgendwann wieder solche großen Projekte zu machen“, so Fuhrken. Jetzt müsse sich das Team allerdings erst einmal neu finden. Er selbst war vor seiner Tätigkeit als Standortleiter übrigens bei Parker als Leiter des Standorts Stuhr beschäftigt.

Gute Voraussetzungen für Neustart

Die Startvoraussetzungen für ihn und seine Kollegen sind nicht schlecht. Der Auftragsstand für das nächste Jahr ist gut, die junge Firma mit dem alten Namen kann Kunden und Projekte aus der Zeit bei Parker mitnehmen.

Passend zum Neubeginn gibt es ein neues Logo. Dies ist an das alte Symbol von Lingk & Sturzebecher angelegt. Es ist ebenfalls ein blau-weißer Kreis mit den Buchstaben „L&S“. Allerdings ist es moderner als sein „Vorgänger“. Neben den neuen Namen und dem Logo gibt es in Stuhr außerdem nun einen sogenannten Parker-Store. Dabei handelt es sich um ein Geschäft, in den Kunden Produkte aus dem Hydraulikbereich – darunter auch Parker-Komponenten – beziehen können. Derzeit besteht dieses Geschäft aus nicht viel mehr als einem Computer samt Bestellsystem, irgendwann soll aber ein richtiger kleiner Laden entstehen.

„Ich freue mich auf die Zukunft mit dem Team“, sagt der Geschäftsführer. Ziel sei, kundenorientierter und flexibler zu arbeiten, als es in einem groß agierenden Konzern möglich gewesen wäre. Kunden und Lieferanten haben die Nachricht, in gewisser Weise zurück zu den Wurzeln zu gehen, laut Bastian Fuhrken schon einmal positiv aufgenommen.

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