Zwei Jahre auf Bewährung

Opfer in Moordeich und Varrel ihrer Ruhe beraubt / Täter erbeutet wertvolle Schmuckstücke

Stuhr – Der Straftäter kann aufatmen. Das Schöffengericht des Amtsgerichtes Syke hat die zweijährige Gefängnisstrafe des 26-Jährigen wegen zwei vollendeter und eines versuchten Einbruchsdiebstahls zur Bewährung ausgesetzt. Nicht aufatmen können die Opfer der Hauseinbrüche, zwei Rentnerinnen und ein Rentner aus Varrel und Moordeich.

„Man ist vorsichtiger geworden, schließt noch mehr ab und lässt das Licht länger an“, schildert eine Betroffene als Zeugin im Gerichtssaal. Sie habe sich einen Baseballschläger angeschafft – „massiv aus Holz“, bekräftigt sie. Auch die zweite Rentnerin betont vor Gericht: „Ich habe die Vorsichtsmaßnahmen verstärkt.“ Wenn auch die Versicherungen den materiellen Schaden in allen drei Fällen bezahlt haben, so sind persönliche Erinnerungsstücke ideell unersetzbar.

Es war am 9. September 2019 in der Mittagszeit, als der Angeklagte in Varrel versuchte, mithilfe eines Schraubendrehers in das erste Haus einzudringen. Er richtete Sachschaden an, wurde aber bei der „Arbeit“ gestört.

Am 19. September 2019 brach er in zwei Wohnhäuser in Moordeich ein. Auch dabei richtete er an Türen und Fenstern erheblichen Schaden an. In einem Fall war eine Uhr mit einem Neuwert von 500 Euro die Beute.

Gleich danach brach er in ein weiteres Wohnhaus ein. Bei dieser Tat verwüstete er nicht nur das Schlafzimmer auf der Suche nach Beute. Auch der ersten Etage des Hauses stattete der Straftäter einen Besuch ab und durchwühlte die Schränke. Er erbeutete unter anderem wertvolle Schmuckstücke. Auch einen Ehering und einen Fahrzeugschein nahm der Einbrecher mit. Bei seinem rabiaten Vorgehen beschädigte er außerdem ein Modellschiff.

Bevor die Beweisaufnahme anfing, gab es zwischen Oberstaatsanwalt Thomas Löding, Strafverteidiger Wilfried Behrendt und dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Christoph Kellermann ein Rechtsgespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Dabei wurde die Einigung erzielt, dass dem Angeklagten für den Fall eines glaubhaften Geständnisses eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren bevorsteht.

Einbezogen in das Urteil wurde eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, die ein Delmenhorster Gericht bereits gegen den Mann wegen Wohnungseinbruchs verhängt und zur Bewährung ausgesetzt hatte. Es ging um eine Tat, bei der der Angeklagte nach der gleichen Masche vorgegangen war wie in Moordeich. Verteidiger Behrendt erklärte, dass sein Mandant die Vorwürfe einräume. Er habe seinem Leben inzwischen eine Wende gegeben und von seinem Vater ein Geschäft übernommen.

Oberstaatsanwalt Löding machte in seinem Plädoyer deutlich, dass das Urteil sehr milde sei. Er wies unter anderem auf die psychischen Folgen von Wohnungseinbrüchen bei den Opfern hin. Dass dem Angeklagten eine Bewährungschance nicht versagt werde, liege nicht zuletzt daran, dass er noch die Kurve bekommen habe.

Zu den beantragten zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung forderte der Anklagevertreter eine Geldauflage von 5 000 Euro. Davon sah das Gericht ab. Es schließt nicht aus, dass die Versicherungen, die den entstandenen Schaden abdeckten, den Mann in Regress nehmen.

Rubriklistenbild: © Heinfried Husmann

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