Lenna veröffentlichen eine CD und sind Preisträger eines Bundeswettbewerbs

„Musik ist das, worin wir alle aufgehen“

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Auftritt der Band im vergangenen Jahr beim Festival „A Heart for Stuhr“, damals noch unter dem Namen Studio 21.

Stuhr - Von Andreas Hapke. „Du hast es geschafft, man redet über dich“ – so lautet eine Zeile in dem Song „S.O.S.“ der Stuhrer Nachwuchsband Lenna.

Von sich reden gemacht haben auch die fünf Musiker in diesem Jahr: Sie haben eine CD veröffentlicht und sind Preisträger des Bundeswettbewerbs „Treffen junge Musik-Szene“, der vom 11. bis 16. November im Haus der Berliner Festspiele über die Bühne geht. Am Donnerstag stehen Lenna als Vorband von Husky im Bremer Tower auf der Bühne. Für Sängerin Alenna Rose bedeutet die jüngste Auszeichnung den bislang größten Erfolg des Quintetts. Die Vorfreude auf Berlin ist groß – besonders auf die Workshops, in denen sich die Stuhrer mit anderen Musikern treffen, sich mit ihnen austauschen und von ihnen lernen können.

Seit dem Sieg beim Local Heroes Bandcontest in Bremen im vergangenen Jahr – damals noch unter dem Namen Studio 21 – und der anschließenden Teilnahme am Bundesfinale geht es stetig aufwärts auf der Karriereleiter. Doch die Gefahr, dass die Musiker abheben, dürfte gleichwohl nicht bestehen. Denn in „S.O.S.“ heißt es auch: „Du versinkst/und keiner merkt, wie du ertrinkst/kein Signal – du bist vergessen“. Genau das soll der Band nicht passieren. „Komm’ mal runter. Es klappt besser, wenn du eine Stufe zurückgehst“ – das ruft die Band laut Alenna Rose all jenen zu, die im Gefühl des Erfolgs die Bodenhaftung verlieren.

„S.O.S.“ ist auch der Beitrag der Combo für den Bundeswettbewerb. Es ist eines der druckvollen von insgesamt vier Stücken des Tonträgers. „Ein sehr zugänglicher Song“, begründet die Sängerin. „Außerdem war es zum Zeitpunkt der Bewerbung bereits fertig.“ Anders als „1000 Farben“, gleichzeitig der Titel der CD, das im Frühjahr unter dem Eindruck der aufkommenden Pegida-Bewegung entstanden ist. Vielfalt statt Ausgrenzung, so lautet die Aussage des Stücks. „Wir wollen in Zeiten, in denen die Charts leider oft von Oberflächlichkeit dominiert werden, beweisen, dass es auch anders geht.“, sagt Gitarrist Tammo Reckeweg, der gemeinsam mit Alenna Rose für die Texte der ausschließlich deutschsprachigen Titel zuständig ist. „Und wir wollen stilistisch flexibel bleiben, uns nicht an vorgeschriebene Genregrenzen klammern“, fügt die Sängerin hinzu. Auch deshalb trägt die Bands die Stücke mal energiegeladen, mal ruhig und akustisch vor.

Laut einer Mitteilung der Berliner Festspiele gelingt es Lenna, „selbst gesellschaftliche und politische Themen in ihren Songs zu verarbeiten, ohne dabei steif oder aufgesetzt zu klingen“. Melodischer Sound und intelligente Texte – dieser Mix finde sich auch auf der CD wieder.

Im kommenden Jahr will die Gruppe „in die Welt hinausgehen“. Soll heißen: bundesweit mehr Konzerte spielen, insbesondere auf den Festivals im Sommer. „Außerdem neue Songs machen und aufnehmen“, fügt Alenna Rose hinzu. Keine Frage: Es gibt ihn, den Traum, groß einzusteigen und irgendwann mal von der Musik zu leben. „Für mich ist das nicht mehr nur ein Hobby“, sagt Alenna Rose. „Gott sei Dank nimmt Musik einen so großen Platz in meinem Leben ein. Es ist das, was ich am liebsten mag, in dem ich und alle anderen aufgehen.“

• Lenna sind fünf Musiker im Alter von 16 bis 19 Jahren: Alenna Rose (Gesang, Klavier), Fynn Lammers (Gitarre), Florian Mitz (Bass), Juri Reckeweg (Drums) und Tammo Reckeweg (Gitarre, Gesang). Die Band wurde 2013 im Rahmen eines Workshops gegründet, damals als „Studio 21“.

• „Treffen junge Musik-Szene“ ist als 1984 gegründeter Bundeswettbewerb ein Forum für talentierte Nachwuchsmusiker von 11 bis 21 Jahren, die möglichst muttersprachliche Songs einreichen sollten. Er will Orientierung auf der Suche nach der künstlerischen Identität geben. Der Preis ist die Einladung zu einem mehrtägigen Treffen mit Workshops sowie einem Konzert aller Preisträger.

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