Förderkreis für das Deutsch-Französische Jugendwerk feiert in Varrel 60-jähriges Bestehen

Es lebe die Freundschaft

Ulrich Semrau und Régis Rouillard (Foto links) intonieren mit dem Jugendsinfonieorchester der Kreismusikschule die Europahymne. Martina Heathcote (Foto rechts, r.), erste Vorsitzende des Fördervereins, erhält von Stéphanie Hercé, Deutschlehrerin in Beaumont-sur-Sarthe bei Le Mans, ein Stück französische Glaskunst in den Landesfarben. Fotos: Ulf Kaack

Varrel - Von Ulf Kaack. Es war ein Abend voller Emotionen: Der Förderkreis für das Deutsch-Französische Jugendwerk feierte am vergangenen Wochenende in der Gutsscheune Varrel sein 60-jähriges Jubiläum. Rund 100 Gäste füllten das historische Gebäude.

Vive l‘amitié franco-allemand – es lebe die deutsch-französische Freundschaft. Keiner der zahlreichen Festredner ließ diesen Satz aus, er war schlicht unumgänglich. Ein zartes Pflänzchen, das über sechs Jahrzehnte hinweg vorbildlich gepflegt wurde, wie Martina Heathcote, die erste Vorsitzende des Fördervereins, in ihrer Ansprache hervorhob: „Und dieses Pflänzchen muss weiter umsorgt werden. Gepflanzt hat es seinerzeit Dr. Erhard Siebert-Meyer zu Hage, der Oberkreisdirektor des damaligen Landkreises Grafschaft Hoya. Er ist der Initiator des am 22. Januar 1965 offiziell ins Leben gerufenen Förderkreises.“

Bereits 1959, und auf dieses Jahr bezieht die Initiative ihr Gründungsdatum, reisten Jugendliche aus dem Landkreis in die französische Region Sarthe, um dort Kriegsgräber zu pflegen. 14 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden erste Kontakte zwischen den einst verfeindeten Nationen. Daraus erwuchsen schnell Freundschaften. Zunächst auf Initiative des Landkreises, der diesem Jugendaustausch mit Gründung des Förderkreises 1965 einen ehrenamtlichen Rahmen gab. 1982 stießen der Landkreis Oldenburg und die Stadt Delmenhorst dazu. Aktuell füllen mehr als ein Dutzend Gemeinden aus dieser Region den deutsch-französischen Austausch mit Leben.

Wie internationale Freundschaft ganz praktisch funktioniert, demonstrierte Ulrich Semrau mit dem Jugendsinfonieorchester der Kreismusikschule. Vor 30 Jahren lernte der Orchesterchef auf einem Jugendaustausch den französischen Trompeter Régis Rouillard kennen, woraus sich eine enge Freundschaft entwickelte. Privat und musikalisch. Kein Wunder also, dass die beiden Musiker den Festakt gemeinsam an ihren Instrumenten mit der Europahymne einleiteten. Es folgte mit der Sonate D-Dur, komponiert von Pietro Franceschini, ein sehr ruhiges, angemessen feierliches Stück. Mit „Skyfall“ von Adele und „Bohemian Rhapsody“ aus der Feder von Queen begab sich das Orchester auf einen Ausflug in die Moderne.

Den Wert von Städtepartnerschaften unterstrich Landrat Cord Bockhop: „Statt Patriotismus, also Liebe für die Heimat, tritt immer mehr Nationalismus auf, also die Abgrenzung zu anderen. Wenn Europa heute wackelt, wenn einige Staaten der Europäischen Union gerade unsicher werden oder gar austreten wollen, dann braucht es ein festes Fundament, um unsichere Zeiten zu überstehen“, fand er mahnende Worte hinsichtlich eines Auseinanderdriftens der Nationen, um anzufügen: „Dieses sichere Fundament sind die Partnerschaften der Kommune, Vereine und Jugendorganisationen. Vive l‘amitié franco-allemand.“

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