Rückenwind für „Netcrash“

Landkreis verlängert Finanzierung des Präventionsprojekts Mediensucht

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Videospiele haben heute einen festen Platz im Alltag von Kindern und Jugendlichen.

Landkreis Diepholz - Musik hören, Filme schauen und mit Freunden über WhatsApp & Co. chatten: Computer und Smartphone sind unverzichtbare Alltagsbegleiter – für Jugendliche, Erwachsene und selbst Kinder. Viel zu oft ist die Grenze zum Suchtverhalten fließend, wie Studien belegen.

Laut Bericht der Ärztezeitung gelten bereits 600.000 junge Menschen in Deutschland als mediensüchtig – und Jahr für Jahr kommen demnach 20.000 weitere Kinder und Jugendliche dazu.

220.000 Euro seit 2014

Die genaue Zahl der Betroffenen im Landkreis Diepholz ist unklar. Aber die Mitarbeiter der Suchtberatungsstellen „release“, Caritas und Diakonisches Werk wissen: „Problematischer Medienkonsum spielt im Landkreis Diepholz eine stetig wachsende Rolle.“ Damit sie Kinder und Erwachsene aufklären sowie Beratungsgespräche anbieten und Netzwerke schaffen können, unterstützt der Landkreis die Beratungsstellen finanziell. In den nächsten zwei Jahren fließen insgesamt 80.000 Euro in das Projekt „Netcrash“ und die damit verknüpften Angebote – damit steigt die Zuschuss-Summe seit 2014 auf insgesamt 220.000 Euro. Gut angelegtes Geld, signalisiert der einmütige Beschluss des Kreistags zur Fortsetzung der Förderung.

Die Suchtberatungsstellen organisieren Präventions-Veranstaltungen für Jugendliche – beispielsweise an Schulen oder in Jugend- und Konfirmandengruppen. Allein im Nordkreis erreichten sie bisher 1500 Jugendliche sowie 300 Mütter und Väter bei Elternabenden. Sie bildeten zudem 112 Mulitplikatoren aus, um einen hohen Nachhaltigkeitsgrad zu erreichen.

Eltern sind mit dem Medienkonsum von Kindern häufig überfordert

Denn immer wieder melden sich verunsicherte Eltern in den Beratungsstellen: „Diese sind, wenn es um den Medienkonsum ihrer Kinder geht, häufig überfordert und stehen den vielschichtigen Neuerungen auf diesem Gebiet oft hilflos gegenüber.“ Deshalb versuchen die „Netcrash“-Mitarbeiter in Kooperation mit Schulen, Betrieben, Vereinen, Kirchengemeinden sowie Gesundheitszentren, Bildungsträgern nebst Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe mit Erwachsenen ins Gespräch zu kommen und aufzuklären.

Wichtig sei genauso, die geschaffenen Präventionsstrukturen zu pflegen und auszubauen – mit dem Ziel, so viele Menschen wie möglich zu erreichen.

sdl

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