Ballettgruppen vor dem Auftritt

Brinkumer Nachwuchs probt für das Stück „Alice im Wunderland“

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Junge Frauen und kleine Mädchen freuen sich auf ihren Auftritt in Sulingen. Im Vordergrund die Kochgruppe des Schlosses der Herzogin – furchtlos, bis die Mäuse ihr Unwesen treiben. Im Vordergrund liegt die Schlafmütze der Kolonne.

Brinkum - Von Andreas Hapke. „Wir werden die Bühne rocken“, hat Ina Zurek kürzlich in einem Beitrag auf Facebook angekündigt. Damit meint sie die Auftritte ihrer Ballettgruppen am Sonnabend und Sonntag, 20. und 21. Mai, um jeweils 15 Uhr im Sulinger Stadttheater.

Mit insgesamt 250 Kindern und Jugendlichen bringt sie dort die Geschichte von „Alice im Wunderland“ auf die Bühne. Der Nachwuchs aus den fünf Gruppen, die Zurek beim FTSV Jahn Brinkum betreut, ist mit von der Partie.

„Es ist eine große Herausforderung, so viele Menschen in einem Stück zu integrieren“, stellt Ina Zurek in einem Gespräch mit dieser Zeitung fest. Die heiße Phase der Vorbereitung verlangt ihr einiges ab – nicht nur wegen der vielen Darsteller, sondern auch wegen der unterschiedlichen Probenorte. In Sulingen, Bassum und Brinkum studiert sie mit den jungen Darstellern die einzelnen Szenen ein. 

Zusammengeführt wird das Ganze in der zweiteiligen Hauptprobe am Sonnabend und Sonntag, 13. und 14. Juni, in der Scholer Grundschule. „Wir müssen das in zwei Teilen machen, sonst wird das für die ganz Kleinen zuviel. Ich darf ihre Aufmerksamkeit nicht verschleißen“, erklärt die Ballettpädagogin. Die erste Hauptprobe am vorletzten Wochenende habe bereits „erschreckend gut geklappt“. Der Fehlersack müsse aber noch leerer werden.

Seit zwei Monaten intensive Proben

„Wir wollen noch einmal den Winter üben“, wünschen sich die älteren Mädchen zu Beginn ihrer Probe im Tanz- und Gesundheitszentrum an der Bassumer Straße. Dort feilt Zurek dienstags an dem Stück, donnerstags probt der Nachwuchs im Fitnessstudio Bovital. Intensiv bereiten die Gruppen das Stück seit zwei Monaten vor. „Versucht mal, euch leichter zu machen“, lautet Zureks Anweisung, während die Mädchen als Schneeflocken über den nagelneuen Tanzboden gleiten.

Ihr sei wichtiger, dass die Kinder selbstbewusst sind und Spaß haben, als dass sie technisch brillant sind und Angst haben, sagt Zurek. Zu ihrer Philosophie zählt es, auch dass die Mädchen selbst reflektieren sollen, was sie tun. Bei den Großen funktioniere das schon ganz hervorragend. „Sie arbeiten selbstständig. Das ist das Schöne, wenn die Kinder eine Balletterziehung genossen haben.“

Rund 60 Mädchen und Jungen beteiligt

Insgesamt hat es die Ballettpädagogin in Brinkum mit rund 60 Mädchen und Jungen sämtlicher Altersklassen zu tun. Sie werden alle auf der Bühne stehen, denn neben den großen Protagonisten benötigt die Geschichte auch Darsteller, die kleine Schneeflocken sowie die Tränen von Alice verkörpern. Dafür sind die Kleinsten der Kleinen, gerade drei Jahre alt, zuständig.

Wer Zuerek kennt, der weiß: Es ist zwar die Geschichte von Alice im Wunderland nach dem Kinderbuch von Lewis Carroll, aber mit einer eigenen Handschrift. Sie verbinde „die Ernsthaftigkeit des klassischen Balletts mit viel Glamour und viel Zauber“. Es sei kein Musical mehr, sondern ein „Balletical. Da geht richtig was ab“.

Zurek verzichtet auch auf die Originalmusik. „Die wäre für Kinder zu mystisch, zu überfrachtet, schwer zu verdauen“, erklärt sie. Sie wolle die Sprösslinge auf der Bühne und im Publikum bespaßen. Dafür hat sie unter anderem „unterhaltsame Orchestermusik“ von Richard Hayman ausgesucht.

Premiere für Ina Zurek

Mit der Aufführung feiert Ina Zurek ihre eigene Premiere. „Es ist das erste Mal, dass ich ein durchgängiges Stück produziere“, sagt sie. Bislang seien es Galas aus verschiedenen Musicals gewesen. Und auch in einem weiteren Punkt betritt Ina Zurek Neuland: „Am Ende stehen 250 Darsteller auf der Bühne. Es ist das kurioseste Finale, das ich je choreografiert habe.“ 

Das will etwas heißen: Immerhin ist die Frau seit 32 Jahren Ballettpädagogin. In dieser Funktion kennt man sie auch noch an der KGS Brinkum, wo sie zwölf Jahre lang die Theatergruppen begleitet hat, davon zehn Jahre an der Seite von Wilhelm Eugen „Beppo“ Mayr.

Trotz aller Routine kann sich Zurek nicht vom Lampenfieber freisprechen. Das steige auch bei ihr langsam an, gibt sie zu. Doch der schönste Moment, die Lücke zwischen dem letzten Ton und dem ersten Applaus, entschädige für alles. „Dafür macht man das. Ich möchte, dass auch die Kinder das so empfinden können.“

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