Urlaubsgrüße aus Fjellerup

Kurios: Postkarte braucht 27 Jahre von Dänemark nach Stuhr

Abgestempelte Briefmarke auf Postkarte.
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Poststempel: Die dänische Post quittierte den Eingang der Karte bereits einen Tag später am 28. Juni 1994.

Als Marion Bunge per Postkarte „sonnige Grüße“ aus Dänemark an die Familie Holtgrefe übermittelte, schrieb man das Jahr 1994. Jetzt ist die Postkarte eingetroffen. „Wir staunten nicht schlecht“, sagt Jens Bunge im Gespräch mit der Kreiszeitung. Wo die Post hängen blieb, ist nicht zu ermitteln. 

Stuhr – Die Wege von Briefen sind für viele unergründlich. Der Urlaubsgruß auf einer Ansichtskarte aus Dänemark jedoch hat eine besonders lange Reise hinter sich. Datiert auf den 27. Juni 1994 hat Marion Bunge „sonnige“ Grüße aus dem Küstenkurort Fjellerup an die Familie Holtgrefe, die damaligen Nachbarn in Stuhr-Varrel, geschickt. Nun – nach fast 27 Jahren – kam die Karte per Post an.

Fjellerup in Dänemark liegt in Strandlage an der Treå Møllebugt (Drei-Mühlen-Bucht) an der Ostsee. Die nächst größere Stadt ist Aarhus. In das kleine Dorf reiste das Ehepar Bunge seinerzeit regelmäßig mit Hund Bobby zum Entspannen, erzählt Jens Bunge. Er ist der Sohn der beiden Absender. Sein Vater ist mittlerweile verstorben, die Mutter verzogen, so bewohnt er heute das Haus seiner Eltern. Die Adressaten der Karte, die ehemaligen Nachbarn der Familie, leben nicht mehr.

Da ist sie wieder: Jens Bunge hält die lang gereiste Postkarte seiner Mutter Marion Bunge in der Hand.

Als nun die Tochter der einstigen Adressaten das alte Haus ihrer Familie ausräumte, kam die Postbotin vorbei und übergab die Ansichtskarte mit den Grüßen aus der fernen Vergangenheit. „Wir staunten nicht schlecht“, sagt Bunge. Vor allem fragten sie sich: Wo war die Karte so lange? „Die sieht doch aus, als sei sie sauber geparkt gewesen“, meint Bunge. Der dänische Poststempel auf der Rückseite zumindest verrät, dass die Karte bereits am 28. Juni 1994, also einen Tag nach dem Anfertigen des Grußes, in das Postsystem des Nachbarlandes gelangte.

Doch was geschah danach? Stefan Laetsch, Pressesprecher der Deutsche Post DHL Gruppe Hamburg, verweist auf die Internationalität der Sendung aus Dänemark. Daher sei es „auch möglich, dass die Sendung schon dort ,hängen geblieben‘ ist“, so Laetsch. Es bleibt ungewiss.

Die Deutsche Post sortiert und bearbeitet laut Pressestelle alleine in Deutschland jeden Tag rund 49 Millionen Briefsendungen. Davon seien rund zwei Prozent Postkarten. 89 Prozent aller Briefsendungen hätten 2020 ihren Empfänger am folgenden Werktag erreicht, weitere neun Prozent am übernächsten Werktag, heißt es.

Zeitkapsel: Das Staunen ist wahrlich groß.

„Trotz der hohen Automatisierung und dem bundesweit flächendeckenden Brief- und Paketnetz ist es die absolute Ausnahme, wenn einzelne Sendungen einmal nicht ankommen“, sagt Pressesprecher Laetsch. Im Gegensatz zu Paketen haben Postkarten keine automatische Sendungsverfolgung, sodass im Nachhinein nicht ermittelt werden könne, wo die Postkarte hängen geblieben sein könnte, so Laetsch.

Zufrieden mit der Post ist Jens Bunge in seinem Wohngebiet in Stuhr-Varrel seit Jahren nicht. Er beklagt Verzögerungen bei der Zustellung. „Wir reden hier nicht von zwei oder drei Tagen, sondern von einer Woche! Das ist keine Seltenheit“, sagt Bunge. „Das ist hier leider normal“, behauptet er und meint auch den Grund dafür zu kennen. „Ich habe mal die altgediente Postbeamtin, die hier die Briefe ausfährt, darauf angesprochen“, so Bunge. Sie bestätigte das Empfinden der verzögerten Zustellung. Der Grund sei schlicht: Personalmangel. „Wenn die Post am Ende des Arbeitstages liegen bleibt, ist eben Schicht und so häuft sich das an“, denkt Bunge.

Er habe schon Post an eine andere Adresse schicken lassen. Dort funktioniere alles reibungslos, stellt er fest. Problematisch sei die verspätete Zustellung bei amtlichen Schreiben mit Fristsetzungen. Bunge, der eher selten Postkarten schreibt, bemüht sich nun möglichst seinen gesamten Schriftverkehr online abzuwickeln. „Ich versuche, alles mit der Post zu vermeiden.“ Das ginge jedoch nicht immer.

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