Kunstsommer bei Anke Nesemann

Ruhe und Natur dienen als Inspiration

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Eine Woche lang arbeiten die Teilnehmer des Kunstsommers in den Ateliers von Anke Nesemann (2.v.l.).

Bürstel - Von Dagmar Voss. Gute Laune und eine kreative Stimmung herrschen seit Tagen in der Bildhauerwerkstatt von Anke Nesemann in Bürstel vor. Wieder einmal hat die heimische Künstlerin zum einwöchigen Kunstsommer – der in Kooperation mit dem Kreismuseum abläuft – in ihr Atelier eingeladen. In den drei im Haus gelegenen Ateliers und im großen Garten arbeiten Kunstinteressierte aus nah und fern, so etwa aus der Region, Bremen und sogar aus Rostock.

In den ersten drei Tagen haben die zwölf Kursteilnehmer vorwiegend in der idyllischen Natur des Skulpturengartens ihre Ideen entwickelt, Skizzen angefertigt und sich mit Materialien und Handwerkszeug vertraut gemacht. Als das Wetter kühl und regnerisch wurde, wichen sie in die Ateliers der Nesemannschen Werkstatt aus.

Ihnen stand es offen, ob sie ihrer Fantasie lieber in Sandstein oder Holz, Speckstein, Alabaster oder Keramik freien Lauf lassen wollten oder eher beim Malen. Für die Malerinnen gibt es einen großzügigen Raum mit viel Licht und dem Ausblick auf den großen Garten mit Bäumen, Büschen und Blumen, im Hintergrund Felder und Wälder. „Hier kann man wild experimentieren und man weiß nie, was dabei herauskommt“, sagen Kristina und Barbara, die, genau wie die anderen Teilnehmer, nur ihre Vornamen in der Zeitung lesen wollen. Sie haben die Wahl zwischen zahlreichen Werkzeugen wie dem skurrilen Fächerpinsel oder dem Froschkönig-Palettmesser, Oxydationsmitteln und Schlaggold. Bei einem Gemälde sind zudem durch die Verwendung von Glaskugeln reliefartige Erhebungen entstanden. Den Malerinnen ist ihre Experimentierfreude deutlich anzumerken. Beide sind sich einig: „Je länger man hier ist, umso freier wird der Kopf.“

Das gilt auch für Carin und Lisa im Untergeschoss, die ihre Specksteine feilen. Ob Plastik, Halbplastik oder Hochrelief – sie setzen nicht nur eigene Einfälle um, sondern lassen sich auf die Anleitungen von Anke Nesemann ein: „Das Schöne an Anke ist, dass sie mich führt, solange ich möchte, und dann auch lassen kann.“

Dabei gilt vor allem das Prinzip der Ruhe. So betont die Künstlerin, dass „Hektik beim Stein nicht angesagt“ ist. Und: „Der Stein setzt die Grenzen, macht die Menschen langsam.“ Das gilt für die gesamte Woche Kunstsommer, denn Nesemann möchte den vom Berufsalltag Gestressten hier Entspannung gönnen. „Jeder kann sich seine Pausen selbst einteilen oder auch mal auf der Liege im Garten ausruhen.“ Dabei können die Kunstwerke der Gastgeberin, die überall im Garten zu sehen sind, durchaus als Inspiration dienen.

Auch Dieter und Ulla, die ihren Ideen mit Sandstein Form geben wollen, draußen auf einem überdachten Platz, sind begeistert von der Ruhe. Die wird höchstens gestört durch ihr Hämmern mit Schrift-, Zahn- oder Flacheisen, mit denen sie dem harten Stein Gesichter abringen wollen. Noch bis Freitag werden sie sich ihrer Kreativität hingeben. Andere kommen dazu, mal nur tageweise – aber alle sind sich einig, dass diese Form des Urlaubs genau das Richtige für sie ist.

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