Stipendiat Sebastian Dannenberg bereitet seine Abschlussausstellung vor

Kunst mit einer gewissen Leichtigkeit

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Sebastian Dannenberg hat noch einiges zu tun, bis sich am Samstag, 9. September, die Besucher zur Vernissage in der Künstlerstätte einfinden.

Heiligenrode - Von Angelika Kratz. Im kreativen Stress befindet sich zurzeit Sebastian Dannenberg. Gleich drei Ausstellungen gilt es für den gefragten Künstler in der kommenden Woche deutschlandweit zu eröffnen. Am Samstag, 9. September, ist auch Heiligenrode mit dabei. Zehn Monaten lebte und arbeitete der Stipendiat in der Künstlerstätte und pendelte zwischendrin immer wieder nach Fischerhude, wo seine Familie lebt. Nun nimmt er mit eindrucksvollen persönlichen Spuren Abschied von Stuhr.

Noch gilt es für den Vater zweier Töchter Hand anzulegen, um den beiden Räumen in der Künstlerstätte, dem ehemaligen Müllerwohnhaus neben der Wassermühle, seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Die Bohrmaschine liegt auf der Fensterbank, es riecht nach frischer Farbe, und so ganz ist das Konzept der Ausstellung noch nicht in trockenen Tüchern. Dennoch ist sich Dannenberg sicher, allen Besuchern eine ganz besondere Raumwahrnehmung durch seine Installationen bieten zu können.

Betrachter soll des Künstlers Arbeitsweise nachvollziehen können

Im rechten großen Raum liegen bereits 36 quadratische Holzplatten. Die waren einmal für ein Wohnprojekt bei Freunden eingesetzt worden und sind nun mit Bohrlöchern in „Handfegertechnik“ mit grauer Lackfarbe zu neuem Leben erwacht. „Mir geht es darum, dass der Betrachter meine Arbeitsweise nachvollziehen kann“, sagt der 37-Jährige, der seiner Kunst mit einem Augenzwinkern eine entsprechende Leichtigkeit verleiht. Dahinter auf der Treppe stehen die ersten Buchstaben, denen noch einige zum eigentlichen Sinn fehlen. Auch der Stapel ausgedienter Autoreifen als Symbol einer Endlosschleife braucht noch weitere Farbe.

Im benachbarten Raum zur Linken hat Dannenberg eher unfreiwillig einem Schönheitsfleck in der weißen Wand zur besonderen Aufmerksamkeit verholfen. Mit schwarzer Farbe malte er ein riesiges Rechteck auf die Wand. Die Ränder sind mit lockeren Pinselstrichen ausgefranst, und wenn die Sonne durch die alten Fenster scheint, erhebt sich eine kleine rechteckige Wölbung in der Mitte. Obendrüber hängt ein schützendes Dach wie bei einem Hotdogstand. „Ein bisschen bescheuert“, gibt Dannenberg zu.

Vernissage am 9. September

Sich zu sehr hinter dem malerischen Können zu verstecken, war ihm schon bald zu langweilig geworden, und so freut er sich auch in Heiligenrode eine frische, fast kindliche Sicht der künstlerischen Umsetzung auf die Eindrücke seiner Umwelt zu bewahren.

Die Räume in der Heiligenroder Künstlerstätte seien nicht einfach für eine Ausstellung zu nutzen, sagt der Stipendiat. Im Gegensatz zu anderen Stipendiaten möchte Dannenberg aber nichts durch Trennwände verbergen. „Alles ist so wie es ist“, und so sucht sich die Kunst mit entsprechendem Respekt vor dem Gegebenen ihre Ausdrucksmöglichkeiten.

Ob die Besucher davon letztendlich schockiert oder verärgert sein werden, oder mit einem wissenden Lächeln von dannen ziehen, ist Sebastian Dannenberg einerlei. Es geht ihm um die nachhaltige Reaktion und die Auseinandersetzung mit seinen Werken. Das wird am Sonnabend, 9. September, während der Vernissage um 15 Uhr in der Heiligenroder Künstlerstätte möglich sein.

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