Küsterin Claudia Carstensen achtet auf die richtige Taufwassertemperatur

Brinkumer Kirche ist wieder in festen Händen

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Eine Aufgabe von Küsterin Claudia Carstensen ist die Gestaltung der Schaukästen vor der Kirche. Ab und zu hilft ihr Pastor Detlef Korsen dabei.

Brinkum - Von Anne Schmidtke. Ob Gottesdienste oder anderweitige christliche Veranstaltungen – Claudia Carstensen hat sich schon immer engagiert. Nun hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. Die 45-jährige Groß Mackenstedterin kümmert sich seit Anfang April als Küsterin um die Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ in Brinkum.

„Die Pfarrsekretärin in Heiligenrode hat gewusst, dass ich einen neuen Nebenjob suche und mir den Tipp gegeben, mich in Brinkum zu bewerben“, sagt Carstensen. Zuvor hat sie stundenweise als Sekretärin bei einem Arzt gearbeitet. Weil ihr Chef in den Ruhestand ging und die Praxis aufgab, brauchte sie eine neue Beschäftigung.

Zu ihren jetzigen Tätigkeiten gehört unter anderem das Öffnen und Schließen der Kirche, das Anzünden der Kerzen, das Stecken der Liedtafeln, das Läuten der Glocken sowie die Bereitstellung des passenden Altarschmuckes. Bei Taufen sorgt sie dafür, dass das Wasser die richtige Temperatur hat und bei Abendmahlterminen, dass die Kelche parat stehen. „Ich habe mir immer vorgestellt, dass die Arbeit wie die in einem Haushalt ist. Und so ist es auch“, sagt Carstensen. Sie müsse viele einzelne Aufgaben erledigen und dabei möglichst sparsam wirtschaften.

Besonders toll findet sie, dass sie die Welt inzwischen mit anderen Augen wahrnehme. Sie halte zum Beispiel an Wegesrändern immer Ausschau nach Blumen und Gräsern, die sie in die Vasen auf dem Altar stellen könne. Gerade hat sie die Gefäße mit Mohn und Kornblumen bestückt. „Ich habe inzwischen den Küsterblick entwickelt und achte sogar bei mir zu Hause darauf, dass alles an seinem richtigen Platz steht“, sagt die gelernte Kauffrau, die halbtags in der Buchhaltung eines großen Stuhrer Unternehmens arbeitet.

Zu ihrer Tätigkeit als Küsterin gehört auch, die Kirchgänger zu begrüßen und die Gesangsbücher zu verteilen. „Manchmal fühle ich mich wie eine Stewardess, wenn ich durch die Reihen gehe und schaue, ob alles okay ist“, berichtet die Mutter einer 15-jährigen Tochter.

Sie genieße die Nähe zu den Besuchern sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Das Klima in der Gemeinde ist super“, sagt Carstensen, deren Markenzeichen ein Kopftuch ist. Dieses trägt sie, weil sie kreisrunden Haarausfall hat und der ganze Kopf davon betroffen ist. „Ich laufe auch viel ohne Tuch herum. Damit habe ich kein Problem. Aber meistens ist mir das zu kalt.“

Sie habe gerne mit Menschen zu tun. „Zu uns in die Kirche kommen viele Flüchtlinge. Mit denen habe ich mich bisher aber leider viel zu wenig beschäftigt. Ich kann ein bisschen Französisch. Vielleicht kann ich so meine Sprachkenntnisse auffrischen.“ Ansonsten genieße sie es, viele neue Bekannt- und Freundschaften beim monatlichen Kirchenkaffee zu schließen.

In ihrer Freizeit singt sie im Heiligenroder Chor Chorisma. Außerdem war sie langjähriges Mitglied in der „Go!sieben“-Band, die einmal im Monat im gleichnamigen Gottesdienst gespielt hat.

Nicht nur Pastor Detlef Korsen und die vielen Kirchgänger, sondern auch die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter freuen sich darüber, dass die Stelle der Küsterin wieder besetzt ist.

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